Archiv für August 2015

Sonntag, 16. August, 8.45 Uhr

Kaffee weg, Kuchen weg, Knicks weg. FAS und Samstags-SZ gesichtet, teilgelesen und große, mir lesenswert erscheinende Artikel zwecks späterer Lektüre rausgerissen und abgelegt. Montagsthemen-Zettel durch vielfache Anregungen und Assoziationen voll. Jetzt suche ich mir daraus ein paar Stichworte raus und bastele ein Gerüst für die Kolumne. Wegweiser: Es ist nicht immer leicht, Bayern München zu sein / Schneewittchen-Vergleich; Gladbach ist nicht der HSV, hätte aber noch höher verlieren können als dieser; van der Talvaart / Tuchel, Breitenreiter (Eigenzitat), Guardiola, Pokal, Wolfsburg, Hoeneß, Morgengabe Klopp, Frühjahr 2016 / Totilas, Gelenke in Hessen so verletzungsbereit wie die von Robben bei Real; in Holland war Totilas so fit wie Robben (meist) in München; Diese Holländer! Clever, clever! Oldtimer, Liebhaberpreis, Formel 1, Edward van Gaal, Undercover; Totilas darf jetzt wieder decken. Aber selbst dabei verletzt er sich / Dokovic hat kein Ödem am Bein, sondern Hasch in der Nase; Fremdhasch natürlich; de Ox Fischer; wo war Boris?

Ist ja fast schon die Kolumne, Muss nur noch ein paar gerade Sätze drumrum schreiben. Ich pack’s an. Jetzt. Bis dann.

 

Veröffentlicht von gw am 16. August 2015 .
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Sonntag, 16. August, 6.20 Uhr

Zweifellos die Meldung der Nacht: Entgegen verbreiteter Befürchtungen ist der vertraute Siebenpunkt-Marienkäfer nicht vom Aussterben bedroht. (dpa) Eine weitere dpa-Meldung muss, nein kann und darf ich dementieren: Schmalere Ernte befürchtet – Äpfel dürften teurer werden.  Zumindest aus meiner engen regionalen Sicht stimmt der erste Teil der Meldung nicht, um mich herum hängen die Bäume sich biegend voll mit Äpfeln. Übrigens auch mit Walnüssen. Dass sie dennoch teurer werden dürften, kann ich nicht dementieren.

Vor zwei Wochen den letzten Sonntagmorgen-Blog geschrieben. Damals um diese Zeit: Erster herbstlicher Anflug. Schon hält sich draußen noch ein Hauch Dämmerung, obwohl der Himmel bereits blaut. Heute ist’s um diese Zeit noch dunkel, und der Himmel blaut wohl auch später nicht. Regnen soll es satt, schade für große (Gießener Stadtfest) und etwas kleinere (Familie Heyer. Glückwunsch!) Feste.

Die kleine Lücke in Blog und Kolumnen klaffte im Elbsandsteingebirge. Dort gab es eine echte Wespenplage, nicht die bundesweit medial hochgesommerlochte. Jedenfalls schienen alle Wespen, zumindest die rund um meine engere Apfelbaumgegend beheimateten, ebenfalls im Elbsandsteingebirge herumzuschwirren. Ich bin ja als Wespenflüsterer bekannt, aber dort konnte ich mein „Nur ruhig …“ nicht laut sagen, sondern nur aus fast geschlossenem Mund zischen, sonst hätten sie mir ein Zungen-Piercing verpasst.

Ich war also in der hintersten SBZ, ein paar Täler hinter dem Tal der Ahnungslosen, mit Abstechern in die CSSR. Was hieß das überhaupt? SBZ, klar, Soffjetisch Besetzte Zone. Aber CSSR? Ich googele es nicht nach, wäre ja unsportlich. Vermutung: Tschechisch(=Czech)- Slowakisch-Sozialistische Republik. Prägendes Erlebnis dort: Zu fünft in Biergärtchen gerastet, fünf Speisen, zehn Getränke, ein Eis. 20 Euro, rechnet der Wirt um (ich wusste vorher gar nicht, dass die Tschechen noch keinen Euro haben). Ich frage ungläubig nach. Doch, stimmt. 20 Euro, versichert er, nochmals rechnend.

Auf dem Parkplatz. Der Wächter und Kassierer sieht aus wie Schwejk, spricht wie Schwejk und ist verschmitzt wie Schwejk. Wie lange wollen wir bleiben? Wir überlegen: Wandern, Rasten usw., etwa fünf Stunden. Stunde kostet einen Euro. Ich zücke den Schein. Er: Wollen Sie wirklich so viel bezahlen? Tageskarte kostet vier Euro. Überhaupt, nette Leute, die Tschechen. Jedenfalls die, die uns begegnet sind. Unter den drei Kilometer weiter westlich lebenden Einheimischen gab es sone (wie in Tschechien) und solche (SBZ-Restexemplare).

Hilft mir alles nicht weiter für die Montagsthemen. Auf dem fast leeren Zettel steht nur „Breitenreiter/Klopp/Tuchel“. Leichtathletisches hebe ich mir für nächste Woche auf, eventuell in einer Zwischendurch-Kolumne (also zwischen Montagsthemen/Ohne weitere Worte und Sport-Stammtisch). Ich harre der Dinge und der Ideen. Auftakt jetzt, sieben Uhr, mit Kaffee, Kuchen, Knicks. Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich Kaffee nur einmal in der Woche trinke (sonst Tee), den Knicks nur einmal in der Woche kriege (sonst …), den Kuchen … nee, der ist öfter.

 

 

Veröffentlicht von gw am 16. August 2015 .
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Donnerstag, 13. August, 10.35 Uhr

Die Sommer-Runde von „Wer bin ich?“ steht online, mit den Spitzengruppen in allen WBI-Disziplinen. Da ich die Punkte und Ranglisten ohne Kontrollinstanz berechne und zusammenstelle, halte ich es trotz meiner mathematischen Überkompetenz (kleiner Scherz) für nicht unwahrscheinlich, dass sich Fehler eingeschlichen haben – falls ja und Sie betroffen sind, bitte melden!

Ein Problem ist zum Glück nur einmal aufgetaucht: Was tun, wenn ein Teilnehmer in Runde eins oder zwei einen richtigen Namen nennt, diesen aber in Runde drei gegen einen falschen austauscht? Einer, der auch in den Ranglisten gut platziert ist, hat in Runde 2 einen Namen richtig genannt, in Runde 3 dann noch die beiden anderen, aber den richtigen aus Runde 2 (Liesel Westermann) gegen Ulrike Meyfarth ausgetauscht. Vier Punkte oder zwei? Ich neige immer zur Kulanz, weiß aber, dass die WBI-Teilnehmer strenger sind und habe daher nur zwei Punkte gegeben. Korrekt so?

 

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Sonntag, 2. August, 11.55 Uhr

Noch nicht High Noon und schon fertig mit den Montagsthemen. Sogar mit Geröllstückchen aus dem Stein(es)bruch des Blogs, dem Nur-dahin-Geschriebenen, das ich meist schnell vergesse. Schlauer wäre es, den Blog nicht so hurtig und unstrukturiert zu schreiben, mit all den unvermeidlichen Fehlern, Fallstricken und Fehlgriffen, als wäre er die Zeitung von gestern und morgen noch viel älter als diese. Der Blog, den ich trotzig weiter so nenne und nicht neutrumisiere, ist haltbarer als Plastik im Ozean. Der ist zwar voll davon, 99,9 Prozent davon dümpeln noch hundert Jahre lang unbeachtet im Meer herum, aber wehe, unter dem Promille (richtig gerechnet? Nee, falsch, oder?) taucht mal ein Plastikbröckchen von mir auf und stößt netzweit böse  auf – der Kotorkan fegt dann noch über mein Grab hinweg.

Allerdings glaube ich nicht an die Unsterblichkeit des Netzes. Es gibt nicht nur den Wurm, der an meinem Ton im Computer nagt und ihm mal an-, mal ausstellt, sondern irgendwann eine Wurmwelle, einen globalen Tsunami, der das Netz leerfegt und zerfetzt. Wetten, dass!? Wir sprechen uns wieder. Heute in hundert Jahren.

Veröffentlicht von gw am 2. August 2015 .
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Sonntag, 2. August, 6.30 Uhr

Erster herbstlicher Anflug. Schon hält sich draußen noch ein Hauch Dämmerung, obwohl der Himmel bereits blaut. Oder ist’s das tiefe Sommerloch, in dem wir stecken und aus dem heraus wir die Welt wie aus Platons Höhle … ach nee, ach nee, hör bloß uff! Schlaftrunken ist auch trunken. Reiß dich zusammen!

Bestes Gegenmittel:  Arbeit im Stein(es)bruch. Im Sommerloch ist Flecki verschwunden und wieder aufgetaucht. Hübsch realabsurder Nebeneffekt: Als der Trubel zu groß wurde, gab das wartende Pärchen den Platz an der Autobahn auf, kam anonym ganz in der Nähe unter – und die Flecki-Touristen keuerten, am liebsten hätten sie Schadensersatz gefordert, wegen entgangener Sensation an der Autobahn.

Schadensersatz? Schadenersatz? Gehört zu den Rechtschreibproblemen, die ich, wenn ich für die Zeitung, also „richtig“, schreibe, nachschauend löse und die schon ein paar Minuten später, weil sofort vergessen, wieder latent auftauchen. Na ja, „latent auftauchen“, das könnte auch in einer neuen Strophe von „Dunkel war’s, der Mond schien helle“ auftauchen, nicht latent, dessen Bedeutung „innewohnend“ aus mir nicht erfindlichen Gründen seit frühem Lateinunterricht durch meinen Kopf geistert.

Keuern. Sich motzend, grollend ärgern. Kennt jemand das Wort? Ist mir ebenfalls aus früher Kindheit in diesen Text gerutscht. Ist es ein hessisches Wort? Oder ein manisches, also aus der Gießener Randsprache, in der ich aufgewachsen bin? Oder ist es, wie der „Kolter“, ein fast normaldeutsches Wort, das sogar im Duden auftaucht? Ich könnte es mit einem Klick erfahren. Keine Lust.

Natürlich wird aus dem Sommerloch heraus auch mit Handtaschen geworfen. Weltmeisterschaft, mit Roberto Blanco als Kampfrichter. Gewichte wie im Diskuswerfen. 2 kg für Männer, 1 kg für Frauen. Beste Technik wahrscheinlich (ich hab’s nicht gesehen und will es nicht nachprüfen) wie beim Schleuderballwerfen. Ich würde gerne an einer anderen Sommerloch-Weltmeisterschaft teilnehmen: Weitwurf mit dem Hundeball (für Experten: nicht mit dem „Dummy“ an der kurzen, sondern mit dem „Kong“ an der längeren Schnur). Wenn vor allem Frauchen werfen, ist das immer ein sehr hübscher Anblick von Wurfbewegungsungeschicklichkeit. Ich dagegen  bin WM-reif. Man hat halt so seine Talente, die die Welt nicht braucht! Es sei denn, demnächst gibt es eine WM. Großmütig verrate ich hier meine Technik, die den Kong weit hinaus ins Weltall schleudert: Wie beim Hammerwerfen muss die Schnur in der Ausholbewegung die Verlängerung des Arms sein, darf nicht baumeln, dann genügt ein kleiner Schnick beim Abwurf, fast ohne Kraft, nur mit Gefühl, und schon staunt die Hundemeute nebst Anhang.

Jetzt wollte ich im Stein(es)bruch noch über die 10 Gebote im Zusammenhang mit dem Anti-Doping-Gesetz schreiben (als Veranschaulichung für die Problematik, wegen der zum Teil strafrechtlichen Relevanz – z.B. Du darfst nicht töten – und der nur privaten Vereinsvereinbarung – z.B. Du sollst Vater und Mutter ehren), aber das ist mir im Moment zu kompliziert (klingt auch zu kryptisch, oder?). Auch mein unangenehm Berührtsein von zwangsneurotischen Trainern und welche drei das in besonderen Maße sind (Gu-Tu-Fa), weil für sie die Spieler nur Spielfiguren im eigenen Spiel sind, muss ich anderswo und anderswann auseinanderklamüsern, denn jetzt kommt der frühe Höhepunkt des Tages: Kaffee – Kucken – Knicks.

Veröffentlicht von gw am 2. August 2015 .
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