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Sonntag, 23. August, 22.50 Uhr

Da wieder sonntagsverstrohwitwet, habe ich, abgesehen von einer zweistündigen Rad-Ausfahrt, episch lange fernsehgeguckt. Erst Storl, Kovacs, Walsh, Gill und Co, dann Bolt/Gatlin, BVB und (allerdings kaum noch) das zweite Spiel. Kugel: War gespannt, bin enttäuscht.  Das hatte, jedenfalls aus der Ferne, nichts mit Patella oder Verhärtung zu tun. Wie ich schon einmal vermutet habe  (und was von echten, prominenten  Fachleuten entgegen ihrer anders lautenden öffentlichen Stellungnahmen bestätigt wurde), könnte  Storl, das unglaubliche, unvergleichliche Talent, seit seinem ersten WM-Titel stagnieren, weil er nicht mehr die volle, notwendige, ausschließliche Konzentration aufbringt, um seine Fähigkeiten auszubauen und zu einmaliger Leistung zu veredeln. Natürlich ist er im Weltvergleich immer noch eine Ausnahmeerscheinung, ein echter Rundum-Athlet, wie es ihn seit Günthör nicht mehr gab. Aber wer diese Anlagen hat, von dem erwartet man mehr als vom Rest des heutigen Feldes inklusive Kovacs, dem ja kein Dreh-Sonntagsstoß rausrutschte, sondern der nur seine Normalleistung brachte. Ähnlich wie Storl, nur zwei Klassen tiefer: Jacko Gill.

Aber wen interessiert das schon? Das Kugelstoßen? Mal ehrlich! Also schwurbel ich nur im Blog rum und thematisiere es nicht in der nächsten “richtigen” Kolumne.

Zum BVB in Ingolstadt fällt mir die Mail von Hans Werner Freund ein (siehe “Mailbox”). Habe daher gerade meine Anmerkungen gemailt:

Wenn ich das Eine unschön finde, muss ich das Andere nicht schön finden. Zu VW Wolfsburg habe ich schon oft meine Meinung sehr deutlich ausgedrückt. Zu Ingolstadt habe ich mangels  Kenntnis und Interesse (außer: “Audi”) noch keine Meinung. Bayer  Leverkusen ist aus Tradition ein etwas anderer, aber auch nicht mein Fall (ebenfalls belegbar).  Angst vor den Reaktionen der Großkonzerne habe ich schon mangels eigener Bedeutung ganz sicher nicht. Auch Anzeigenkunden (haben wir die aus der Branche überhaupt?)  interessieren mich als freischaffender Rentner überhaupt nicht. Dass ich mich den  Randalierern (zu denen ich mich auch schon drastisch geäußert habe) auf  dem Platz anpasse, würde mich beleidigen, wenn ich nicht ein dickes Fell  hätte.
 Dennoch: Fans aus Salzburg oder Leipzig, die zu ihren Vereinen
unabhängig von deren Vornamen stehen, möchte ich nicht verächtlich
machen. Falls Sie dazu gehören. Sorry!

So, jetzt und morgen früh muss ich noch einen Zeitungsstapel runterlesen, um ordentliche “Ohne weitere Worte” zu finden. Bis dann.

Baumhausbeichte - Novelle