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Werner Lotz: Straddle und Hungerhaken

Wie meistens, habe ich am vergangenen Donnerstag den „anstoss“ gelesen. Besonders hat mich als alter Leichtathlet der Rückblick auf die früheren Hochsprung-Techniken interessiert. Die Bemerkung, dass sich über die Latte beim Flop nur noch die Hungerhaken krümmen, hat mich echt amüsiert. Kürzlich war ich erstmals bei der Senioren-WM in Lyon am Start und bin in der M70 im Hochsprung angetreten. Es waren 17 Springer am Start. Davon waren 10 im Straddle unterwegs. Der 1. und der 3. Platz gingen an Straddle (1,48 und 1,45 m). Ich wurde mit der gleichen Technik aber mit weniger Sprungkraft 7. Hungerhaken habe ich nicht gesehen!

Als 1968 der Flop aufkam, habe ich die Technik damals auch versucht, habe das aber schnell sein lassen, nachdem ich mehrmals mit der damals noch 3-eckigen Holzlatte schmerzhaft Bekanntschaft machte. Ich habe aber auch nie die richtige Körperspannung geschafft, sodass ich beim Straddle geblieben bin. Thomas Zacharias, der damalige 2,20 m Springer im Straddle, behauptet ja auch heute noch, dass man mit dem „Wälzer“ höher springen kann als mit dem Flop. Bei unserem Kindertraining der LG Wettenberg ist mir schon des Öfteren aufgefallen, dass einige Kinder auch das Problem haben, beim rückwärts Springen ins notwendige Hohlkreuz zu kommen. Da wäre es m.E. sinnvoll, diese Kinder an den Straddle heranzuführen. Nur, der Sprung ist halt out und die Springer werden belächelt. Zudem kommt noch, dass die heutigen Übungsleiter/innen den Straddle ja nicht kennen und somit nicht lehren können oder wollen. Na ja, die Zeiten ändern sich halt und es wird irgendwann vielleicht noch einen anderen Sprungstil geben. (Werner Lotz/Wettenberg)

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