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Ohne weitere Worte (vom 11. August)

Tuchel ist der Perfektionist unter den Fußballtrainern, ein Pedant vielleicht und ein Asket, der neuerdings kein Getreide mehr isst. Die dünnen Beine hatte er allerdings schon vorher. (Jörg Kramer im Spiegel)
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»Cruyff hat immer gesagt: Wir wollen flach spielen, der Rasen muss gut sein! Auf den Rasen achte ich seitdem auch immer.« (Lucien Favre im Interview der Süddeutschen Zeitung über den Trainer, der ihn am meisten beeinflusst hat)
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Tuchel (…) wollte einen Psychologen engagieren, vielleicht einen Schlafexperten. Doch schon als er den Pastaservice abbestellte (…), ging ein Aufschrei durch die lokalen Medien. (Kramer/Spiegel)
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Tuchel ist es gelungen, sein Streben nach Perfektion als besonders innovativ zu verkaufen und seiner Dortmunder Eröffnung einen geheimnisvollen Touch zu geben. (Richard Leipold in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Guardiola bestellte sich einen Drink mit einer Zitrone drin (…), und als dann nichts mehr zu trinken war in seinem Glas (…), da bearbeitete er eben mit einem Strohhalm die Zitrone. Pep Guardiola war jetzt einfach nur noch: ein friedlicher Mann in der Nacht mit einem leeren Glas. Er war also ein ganz anderer Mann als in den drei Tagen zuvor. (Benedikt Warmbrunn in der Süddeutschen Zeitung)
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Seine Mainzer Erfolge, seine geschickte Selbstvermarktung, vor allem aber sein Ruf als Avantgardist haben es ihm ermöglicht, sich als der meistumworbene Trainer des Landes zu verkaufen. Nicht schlecht für jemanden, der erst eine einzige Profimannschaft trainiert hat. (Leipold/FAS)
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Aber das musste nichts heißen. Ein Mann, der die Zitrone in seinem leeren Glas zersticht, ist zunächst einmal ein Mann, der die Zitrone in seinem Glas zersticht. (Warmbrunn/SZ)
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Noch deutet alles darauf hin, dass der Franzose (Anm.: Michel Platini) im Februar die Wahl zum Fifa-Präsidenten gewinnt. Es sei denn, Scheich Ahmed al-Fahad al-Sabah findet, dass seine eigene Zeit als Fifa-Präsident schon jetzt gekommen ist. (Andrea Böhm in der Zeit über den »Königsmacher« aus Kuwait)
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Das Schlusswort, warum der Titel »der Größte« Muhammad Ali zusteht, soll der Ausnahme-Egomane Zlatan Ibrahimovic haben. Der schwedische Fußballer erklärte eine Weltmeisterschaft ohne ihn für nicht sehenswert. Aber er sagt auch: »Ich bin der Größte, hinter Ali.« (Matthias Brzezinski in der Welt am Sonntag)
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Ein knochentrocken ernsthafter Mann ohne jeden störenden Humor. (taz-Autor »Müll« über Totilas-Reiter Matthias Rath)
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Angeblich stehen örtliche Gourmetrestaurants bereit, falls sich ein Ross gnadentodwürdig verletzen und als Sauerbraten enden sollte: »Eben noch geritten, heute schon mit Fritten.« (»Müll«/taz zur Reit-WM in Aachen)
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Ohne Social Media wie Instagram und Snapchat geht für einen Musiker heute gar nichts, alle, die das verweigern, rappen noch immer im Jugendhaus. Aber es ist harte Arbeit, ständig über sein Image nachzudenken, und nebenher muss man kreativ sein und Lieder machen. (der Rapper Cro in der SZ-Serie »Fotoalbum«)
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Wenn die Deutschen Geld geben, aber an die Vergabe des Geldes Bedingungen knüpfen, dann sind sie herzlos und gemein. Wenn sie sagen, gut, wir wollen euch nicht mit unseren Bedingungen demütigen, wir haben Respekt, deshalb behalten wir unser Geld und ihr dürft euch selber helfen, dann ist die Wut bei den anderen noch größer. (Harald Martenstein im Zeit-Magazin »über Deutschlands Image«)
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In den Redaktionen wird öfter über den »Sprachverfall« diskutiert und diesen beklagt. (aus der Pirmasenser Zeitung, gefunden in der Spiegel-Rubrik »Hohlspiegel«)

(gw)

Baumhausbeichte - Novelle