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Ohne weitere Worte (vom 4. August)

»Was ich bisher kennengelernt habe, ist traumhaft: Berge, Steilküsten, wunderbare Aussichten. Das hätte ich mir nie so vorgestellt. Beim Stichwort Mallorca dachte ich immer nur an besoffene Deutsche oder Engländer.« (Schalkes an den spanischen Zweitligisten RCD Mallorca ausgeliehener Torwart Timo Wellenreuther im Kicker-Interview)
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»Als Fußballer gewöhnt man es sich im Mannschaftskreis ja an, den ganzen Tag irgendwelchen Blödsinn zu erzählen. Da ist es manchmal schon ganz gut, wenn man für ein, zwei Stunden mal etwas halbwegs Sinnvolles liest.« (Eintracht Frankfurts Neuzugang Stefan Reinartz im Interview der Frankfurter Rundschau)
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Lesen Sie gerne? – »Ja.« – Auch Zeitungen? – »Klar. Die ›Süddeutsche‹. Tut mir leid für Euch, aber die finde ich am besten.« (Reinartz/Frankfurter Rundschau)
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Bei diesem Verein hing kürzlich ein Plakat an der Geschäftsstelle, auf dem stand: »Pep und Sklave KHR: Ihr zerstört unsere Identität.« Für alle Preiß’n: Pep ist Pep. Und KHR ist Karl-Heinz Rummenigge. (…) Wie viel Identität hat unser stolzer Mia-san-mia-Verein noch, wenn die halbe Mannschaft Spanisch spricht und der eingeborene Schweinsteiger Basti in einem fernen Land auf der Ersatzbank sitzt? (Süddeutsche Zeitung)
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Ein neues Spielsystem ist ihm in München noch nicht eingefallen, und der Fokus seiner eher bescheidenen Transferempfehlungen auf junge Spieler und ehemalige Stars des spanischen Marktes hat die Identität der Mannschaft geschwächt, ohne ihre Qualität zu verbessern. (Hans-Ulrich Gumbrecht, Literatur-Professor und Fußballfreund, in einem Gastbeitrag für die Zeit)
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Zugespitzt klingt das dann so: Pep ist schuld, dass Schweinsteiger geht. KHR ist schuld, dass Pep das darf. Und beide sind schuld, dass der Wunderdoktor Müller-Wohlfahrt nicht mehr übers Feld galoppiert, obwohl er seit Jahren täglich jünger wird. (Süddeutsche Zeitung)
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Denn der Katalanen-Heini / schickte unsern Bayern-Schweini / via Luftpost zu van Gaal, / holte dafür den Vidal, / einen tätowierten Proll, / jeder fragt sich, was das soll! / Jupp war unser Titelheld, / Pep verschleudert nur viel Geld, / zieht die Bayern in den Dreck, / keine Frage: Pep muss weg! (Max Lampin in der taz)
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Danny Mac Askill, 29, ist ein Mountainbike-Fahrer aus Schottland, ein Freigeist, der im Internet Filme von waghalsigen (…) Kunststücken veröffentlicht. (…) und damit zu einem globalen Superstar geworden ist. Julian Reus, 27, (…) läuft die 100 Meter in 10,05 Sekunden. Ein Star ist er trotzdem nicht. (…) An ihren Karrieren zeigt sich, warum Tricks, Style und Klickzahlen langsam, aber sicher Stoppuhren, Regelbücher und Goldmedaillen ablösen. (Spiegel)
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»Der Sport war für mich immer auch eine Lebensschule, weil ich den Umgang mit Sieg und Niederlage gelernt habe. Wenn das nicht mehr zeitgemäß ist, bin ich gern out.« (Julian Reus im Spiegel)
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Werden Sie mittlerweile eigentlich häufiger erkannt, wenn Sie auf der Straße entlanggehen? – »Nein. Daran hat sich nichts geändert. In Darmstadt kennen sie nur Fußball. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga sowieso.« (Schwimm-Vizeweltmeister Marco Koch im taz-Interview)
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»Ich kenne Fußballer aus der fünften Liga, die mehr verdienen als ich.« (Julian Reus im Spiegel)
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»Ich mag mehr Männer als Frauen. Ich kann mich besser unterhalten mit ihnen. Bei Männern bin ich mehr Mann. Frauen sind für mich hexenhafte Wesen. Ich habe mehr Angst vor ihnen als vor Löwen oder Dinosauriern.« (Bild-Kolumnist Franz Josef Wagner im Welt-Interview)
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Warum sind Sie eigentlich nicht Musiker geworden? – »Weil ich damals das falsche Instrument gewählt habe. Ich stand dann (…) hinter diesen Keyboards. (…) Aber man musste E-Gitarre spielen, um bei den Mädchen anzukommen, und unbedingt lange, schwarze Haare haben.« (Medien-Manager Fred Kogel im SZ-Interview)
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Sie werden besetzt, wenn der Typ des leicht verpeilten, durchs Leben stolpernden Träumers gesucht wird. – »Stimmt. Und die Botschaft ist klar: Der wursteligste Träumer kriegt am Schluss die tollste Frau.« (Schauspieler Christian Ulmen im SZ-Interview)
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Welche Zicke hat dein Herz gebrochen, Franz Josef? (Frage und Überschrift in der Welt von Wagner-Interviewerin  Dagmar von Taube)

Baumhausbeichte - Novelle