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Sonntag, 2. August, 11.55 Uhr

Noch nicht High Noon und schon fertig mit den Montagsthemen. Sogar mit Geröllstückchen aus dem Stein(es)bruch des Blogs, dem Nur-dahin-Geschriebenen, das ich meist schnell vergesse. Schlauer wäre es, den Blog nicht so hurtig und unstrukturiert zu schreiben, mit all den unvermeidlichen Fehlern, Fallstricken und Fehlgriffen, als wäre er die Zeitung von gestern und morgen noch viel älter als diese. Der Blog, den ich trotzig weiter so nenne und nicht neutrumisiere, ist haltbarer als Plastik im Ozean. Der ist zwar voll davon, 99,9 Prozent davon dümpeln noch hundert Jahre lang unbeachtet im Meer herum, aber wehe, unter dem Promille (richtig gerechnet? Nee, falsch, oder?) taucht mal ein Plastikbröckchen von mir auf und stößt netzweit böse  auf – der Kotorkan fegt dann noch über mein Grab hinweg.

Allerdings glaube ich nicht an die Unsterblichkeit des Netzes. Es gibt nicht nur den Wurm, der an meinem Ton im Computer nagt und ihm mal an-, mal ausstellt, sondern irgendwann eine Wurmwelle, einen globalen Tsunami, der das Netz leerfegt und zerfetzt. Wetten, dass!? Wir sprechen uns wieder. Heute in hundert Jahren.

Baumhausbeichte - Novelle