Archiv für August 2015

Sonntag, 30. August, 8.25 Uhr

Nachtrag und Werkstatt-Bericht: Kaffee-Kuchen-Knicks erledigt, Samstags-SZ und FAS gelesen bzw. gesichtet und größere interessante Artikel zum Nachlesen abgelegt. Dabei auf einen Text gestoßen, bei dem ich misstrauischen Lesern nicht verübeln könnte, wenn sie meine Sonntagfrühmorgens-Notizen zu Kunst/Eisskulpturen/Schmelzwassereinverleiben auf diesen frischen Zeitungsartikel zurückführten: Schmelzende Eismauer vor der Klagemauer in Jerusalem. Aber ich schwör’s, davon habe ich erst jetzt gelesen. Dass meine Eisskulpturen zuerst da waren, schon vor wahrscheinlich Jahrzehnten, schwör ich auch. Muss mal im Archiv fahnden, mir dämmert immer mehr, dass ich es zumindest schon einmal erwähnt habe.

Die Montagsthemen schmelzen nicht, sondern nehmen Gestalt an. Das „Navi“ habe ich schon geschrieben, die Wegbeschreibung, die Stichworte in ihrer Reihenfolge: Breuyne, Fußball-Millionen, Griechenland-Milliarden, Fantastillionen , Schuldenschnitt, Monopoly — Hoeneß-Film im Sommerloch versendet und versenkt —-Müller und Libuda — Phänomen des 20. Jahrhunderts — Schippers, Roleder, Gut gegen Böse, Coe …. Zehnkampf, 49,07, Heldenepos, Inkasso-Termine —- Nationalhymnen.

Auf geht’s.

Veröffentlicht von gw am 30. August 2015 .
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Sonntag, 30. August, 6.25 Uhr

Aus den Meldungen der Nacht:

Nach langen Querelen soll jetzt der riesige Berliner Lenin-Kopf aus Granit geborgen werden. Mitte September werde das Haupt in einem Waldstück freigelegt und ins Museum gebracht, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Aus der dpa-Meldung erfahre ich auch,  das DDR-Denkmal sei nach dem Mauerfall  durch den Film „Good Bye, Lenin!“ neu bekannt geworden. Toller Film, aber an die Szene kann ich mich nicht erinnern. Der Kopf soll jetzt geborgen und ins Museum verfrachtet werden und liege noch in einem Wald am Stadtrand, wo sich auf dem russischen Revolutionär Birken und Eidechsen angesiedelt (dpa) haben.

Ende September darf ich wieder einmal mein Baby „Nach-Lese“ sitten. Der erste Einfall für ein Thema war „Fake“, ausgehend von dem angeblichen Dadaisten Karl Waldmann, über den (bzw. ob es den gab) sich die Feuilletons den Kopf zerbrechen. Dazu würde mir „The Hotz“ von Badesalz einfallen, auch Heino Jäger, es gäbe schöne Geschichten nachzulesen. Zweites Thema: In der SZ-Interviewserie „Reden wir über Geld“ redet der Künstler Tino Sehgal (von dem ich als Banause noch nie gehört hatte) über seine „flüchtige“ Kunst. Sehr interessant. Sehgals flüchtige Kunst kann man sich nicht kaufen, sie sind Aktionen, von denen materiell nichts übrig bleibt. Da dachte ich sofort an ein altes Glossen-Thema von mir, an die Kunst und ob Kunst von Können kommt (eher nicht; das wäre Kunsthandwerk). Außerdem habe ich einmal eine Szene zusammengesponnen (weiß gar nicht, ob auch in einer Glosse veröffentlicht): Ein erfolgloser Künstler will die Kunstszene veralbern, denkt sich – ja! – flüchtige Kunst aus, indem er Eisskulpturen schafft, die er in öffentlichen Inszenierungen auftauen lässt, wobei sich das zahlende Publikum das Schmelzwasser, die geschmolzene Kunst, andächtig trinkend einverleibt. Das würde auch eine hübsch „Nach-Lese“.

Aber beim Interview-Lesen kam ich auf ein drittes Thema, das Interview an sich, seine Flüchtigkeit, und was Helge Schneider in einem Welt-Interview dazu sagt (andere Zitate kommen in die nächste Ohne weitere Worte-Kolumne). Er mag keine Interviews, weil: „Wenn ich etwas sage und das dann geschrieben ist, dann steht es so da. Als meine Aussage, in Stein gemeißelt. Für immer gültig. Aber eigentlich habe ich als Mensch doch das Recht, heute das eine und schon am nächsten Tag das genau andere zu sagen.“

Auch ich hatte schon immer meine Probleme mit den üblichen Interviews, in denen das spontan gesprochene Wort gilt. So habe ich aus langen Gesprächen mit Matthias Beltz  (meist für „Jahresendzeitkolumnen“) stets  ein „Interview“ zusammengestellt, in dem das gesprochene Wort nur die Grundlage bildete. Die Original-Abschrift habe ich geändert, gekürzt, fehlende Zusammenhänge hergestellt, Aussagen auch verändert, wenn ich dachte, das sei gut für den Text, manchmal auch Gags, die sich beim Lesen nachträglich anboten, in Frage oder Antwort hineingearbeitet, das alles im nachträglichen Dialog mit Beltz. Motto: „Das könnten Sie doch so gesagt haben wollen, oder?“ Dann fand er es entweder gut, oder nicht (dann wurde natürlich wieder gestrichen), oder er setzte auf das, was er gesagt haben wollen könnte, noch einen drauf, und so entstand ein „Interview“, das beiden und vor allem den Lesern sehr viel Freude bereitete.

Also: 1. Fake. 2. Kunst/Können. 3. Interviews.

Oder alle drei Themen in einem? Passt ja alles zum Oberbegriff  „Fake“.

So. Wieder einmal im Sonntagmorgenblog geschrieben wie gedacht, simultan, ohne Gedankenkontrolle. Stein(es)bruch für die „Nach-Lese“.  Die hat aber noch Zeit. Die „Montagsthemen“ nicht. Auf dem Zettel bisher nur der Hoeneß-Film, Coe, Schippers, Rohleder, Zehnkampf und Bolt. Alles noch sehr vage, dunkel. Wird aber hoffentlich noch hell, so wie während des Schreibens auch draußen. Schönen Sonntag, liebe Leser.

Hach, beinahe hätte ich den Anlass für alle diese Assoziationen vergessen: Der Lenin-Kopf im Wald, auf dem Birken wachsen und Eidechsen leben: Ist er so nicht viel mehr Kunst als ausgegraben und poliert im Museum?

Veröffentlicht von gw am 30. August 2015 .
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Sonntag, 23. August, 22.50 Uhr

Da wieder sonntagsverstrohwitwet, habe ich, abgesehen von einer zweistündigen Rad-Ausfahrt, episch lange fernsehgeguckt. Erst Storl, Kovacs, Walsh, Gill und Co, dann Bolt/Gatlin, BVB und (allerdings kaum noch) das zweite Spiel. Kugel: War gespannt, bin enttäuscht.  Das hatte, jedenfalls aus der Ferne, nichts mit Patella oder Verhärtung zu tun. Wie ich schon einmal vermutet habe  (und was von echten, prominenten  Fachleuten entgegen ihrer anders lautenden öffentlichen Stellungnahmen bestätigt wurde), könnte  Storl, das unglaubliche, unvergleichliche Talent, seit seinem ersten WM-Titel stagnieren, weil er nicht mehr die volle, notwendige, ausschließliche Konzentration aufbringt, um seine Fähigkeiten auszubauen und zu einmaliger Leistung zu veredeln. Natürlich ist er im Weltvergleich immer noch eine Ausnahmeerscheinung, ein echter Rundum-Athlet, wie es ihn seit Günthör nicht mehr gab. Aber wer diese Anlagen hat, von dem erwartet man mehr als vom Rest des heutigen Feldes inklusive Kovacs, dem ja kein Dreh-Sonntagsstoß rausrutschte, sondern der nur seine Normalleistung brachte. Ähnlich wie Storl, nur zwei Klassen tiefer: Jacko Gill.

Aber wen interessiert das schon? Das Kugelstoßen? Mal ehrlich! Also schwurbel ich nur im Blog rum und thematisiere es nicht in der nächsten „richtigen“ Kolumne.

Zum BVB in Ingolstadt fällt mir die Mail von Hans Werner Freund ein (siehe „Mailbox“). Habe daher gerade meine Anmerkungen gemailt:

Wenn ich das Eine unschön finde, muss ich das Andere nicht schön finden. Zu VW Wolfsburg habe ich schon oft meine Meinung sehr deutlich ausgedrückt. Zu Ingolstadt habe ich mangels  Kenntnis und Interesse (außer: „Audi“) noch keine Meinung. Bayer  Leverkusen ist aus Tradition ein etwas anderer, aber auch nicht mein Fall (ebenfalls belegbar).  Angst vor den Reaktionen der Großkonzerne habe ich schon mangels eigener Bedeutung ganz sicher nicht. Auch Anzeigenkunden (haben wir die aus der Branche überhaupt?)  interessieren mich als freischaffender Rentner überhaupt nicht. Dass ich mich den  Randalierern (zu denen ich mich auch schon drastisch geäußert habe) auf  dem Platz anpasse, würde mich beleidigen, wenn ich nicht ein dickes Fell  hätte.
 Dennoch: Fans aus Salzburg oder Leipzig, die zu ihren Vereinen
unabhängig von deren Vornamen stehen, möchte ich nicht verächtlich
machen. Falls Sie dazu gehören. Sorry!

So, jetzt und morgen früh muss ich noch einen Zeitungsstapel runterlesen, um ordentliche „Ohne weitere Worte“ zu finden. Bis dann.

Veröffentlicht von gw am 23. August 2015 .
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Sonntag, 23. August, 6.20 Uhr

Statt nach Meldungen der Nacht nach Kugel-Quali gesucht. Storl knapp hinter Kovacs, aber locker im ersten, während der Ami (21,37) zwei Versuche brauchte. Der erste nur knapp über 20. Typisch Drehung. In den Agenturmeldungen nichts über Jacko Gill, dessen Stagnations-Werdegang ich schon lange verfolge (und darüber in der Kolumne informiere). In der Online-Ausgabe einer Luxemburger Zeitung werde ich fündig: Im dritten Versuch qualifiziert er sich mit 19,94 und schmeißt einen Luxemburger raus, der mit 19,87 Landesrekord stößt. Na ja. Quali-Norm war 20,65, die haben aber nur drei geschafft.

Die Mail von Werner Lotz (siehe „Mailbox“) weckt Erinnerungen. Was ich zuletzt über Angleiten/Drehen und Straddle/Flop schrieb, war nicht theoretisiert, sondern basiert auf eigener Erfahrung auf unterschiedlichem Niveau.

Kugel: Wegen einer misslungenen Anti-Heuschnupfen-Spritze, die den Ischias-Nerv schädigte, wechselte ich vom Angleiten zum Drehen. Denn die Schädigung machte sich nur beim Angleiten (und im täglichen Leben sowieso nicht) bemerkbar. Wenn ich anglitt, also vom rechten Fuß abstieß und wieder auf ihm landete, wirkte der zweite Kontakt wie eine Backenbremse. Also begann ich zu drehen, denn da dreht man nicht von einem auf dasselbe Bein, sondern von einem auf das andere. Das Problem: Ich beherrschte die Drehung nie, weil mir sofort schwindlig wird und ich die Orientierung verliere. Aber schon beim ersten Training flog die Kugel plötzlich auf knapp 20 Meter, weiter als zuvor mit Angleiten. Zwischendurch fiel sie aber schon bei 16 oder 17 Meter runter oder gar ich um. Ich trat dennoch bei Halleneuropameisterschaften an, kam ins Finale und wurde mit 19 m Achter. Die Fachzeitschrift „Leichtathletik“ schrieb von einem verheißungsvollen Beginn, ich hörte aber wieder mit dem Drehen auf, weil zu unsicher und ich mich über gute Zufallsweiten nicht freuen konnte. Mit dem Angleiten wurde es aber trotz größter Bemühungen auch nichts, ich versuchte es wieder mit dem Drehen und hörte bald ganz auf.

Hochsprung: Mit 16, 17, 18 machte ich viele Wettkämpfe, teils im Mehrkampf, teils im Einzel. Hochsprung machte mir Spaß, weil man nicht so viel laufen musste. Leider war ich vergleichsweise sehr untalentiert für den Straddle (= „Tauchwälzer“, Flop gab es noch nicht). Das Tauchwälzen nahm ich wörtlich und wickelte mich fast aus dem Stand um die Latte, sprang fast durchweg 1,69 m hoch und keinen Zentimeter höher. Mit Anlauf kam ich ebenfalls keinen Zentimeter höher. Daher alberte ich manchmal herum, nahm einen langen Anlauf, stoppte vor der Latte, kratzte mich am Kopf, als ob ich vergessen hätte, was jetzt zu tun ist, und dann wickelte ich mich aus dem Stand drüber (für die Schau gab es einmal bei einem Dorfsportfest anlässlich der Kirmes am Abend Freibier für den ganzen Klub). Als ich ernsthaft mit Kugelstoßen anfing, machte ich keinen Hochsprung mehr, das Kraft (=Schnellkraft = Sprungkraft)-Training verbesserte aber mein Sprungvermögen stark (Jump-and-reach 75 cm). Mit schon über 30 nahm ich mal nach der Saison aus Jux und Dollerei an einem Hochsprung-Wettkampf in Lüdenscheid teil (trat auch mit der  Kugel, über 100 m, plus Weitsprung an) und sprang Bestleistung: 1,75 m. Im Flop, den es da schon lange gab. Ohne Bogenspannung (siehe Werner-Lotz-Mail), ohne Technik, es sah aus, als würde ich rückwärts aufs Klo springen. Das war ein ähnliches Gefühl wie bei der Drehung: eine Leistung, die mir eigentlich nicht zustand. Unterschied zur Drehung: Der Flop hat keine Streuung, wer 2,30 m springt, scheitert nicht im nächsten Wettkampf an 2 m oder springt Weltrekord.

So. In der Erinnerungskiste gekramt. Nicht ganz die gewohnte Sonntagmorgenblogthematik. Also auch kein Stein(es)bruch für die Kolumne, denn dafür war es zu viel Altmännerschwadroniererei. Apropos: Alt wird zu allererst das Sprungvermögen. Auch das habe ich am eigenen Leib verspürt, als ich, ebenfalls aus Jux und Dollerei, mit 45 oder 50 an einem Hochsprungwettbewerb teilnahm, ohne jedes Training, mich wieder per Straddle aus dem Stand über, dachte ich, mindestens 1,50 zu wickeln, aber schon bei 1,40 m blamabel scheiterte. Wie hoffentlich heute nicht an den „Montagsthemen“. Auf geht’s.

Veröffentlicht von gw am 23. August 2015 .
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Mittwoch, 19. August, 18.10 Uhr

Vielleicht erinnert sich noch jemand an „Sasseta“, den kurzen Roman, den ich vor Jahren im Blog in Häppchen geschrieben hatte. Ist er noch drin? Ich glaube nicht, denn ich habe ihn bzw. den Kernteil in den dann erschienenen „Seemannsköpper“ übernommen, der lange vergriffen war und seit einiger Zeit stark preisermäßigt wieder zu kaufen ist. In Sasseta, dem Bergdorf in der Toskana, massakrieren SS-Leute in einer Vergeltungsaktion fast die gesamte Bevölkerung des Dorfes. Auf dem Dorfplatz, grausam, zynisch, bestialisch. Angeordnet und genossen von einem musisch empfindsamen sadistischen SS-Führer. Leser erinnern sich vielleicht: Die Frauen des Dorfes mussten nackt mit den SS-Männern tanzen, was die Männer des Dorfes, Partisanen, nicht in den umliegenden Wäldern hielt, von wo aus sie die Szene beobachteten.  Als sie in ohnmächtiger Wut auf den Platz stürmen wollten, werden sie von darauf wartenden Scharfschützen abgeknallt und später auf dem Dorfplatz verbrannt.

Als „Sasseta“ zu lesen war, rief mich ein Mann an, irgendwo aus dem Westen Deutschlands. Er war völlig von den Socken, denn er glaubte, in dem SS-Sadisten seinen Vater erkannt zu haben. Alles stimme, so, wie er es selbst recherchiert habe. Woher ich das alles wissen könne? Dass es reine Phantasie des Autors war, wollte er nicht glauben. Ich fürchte, er glaubt heute noch, dass ich ihm etwas verschwiegen habe.

Am vergangenen Wochenende lese ich in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung einen nun mich leicht verwirrenden großen Artikel über einen Neffen, der ein toskanisches Bergdorf besucht, in dem sein Onkel mit seinen Kumpanen haargenau so gewütet hat wie mein SS-Mann und wie der Vater des Anrufers. Warum der Neffe dort war, was er dort wollte, wird nicht ganz ersichtlich, überhaupt scheint seine Motivationslage undurchsichtig, zumal er diesen Onkel so gut wie nicht gekannt hatte.

War mein Anrufer der Sohn des Täters, der FAS-Neffe der Sohn des Anrufers? Oder alles nur eine merkwürdige Zufälligkeit?

Überhaupt nichts zu tun damit hat Martin Obermann aus Gießen, der meine Kolumnen liest und für mich während meiner Langzeit-Serie „Von Olympia nach Athen“ den Kontakt zu seinen ehemaligen Klassenkameraden Holger Schmidt und Lothar Poneleit geknüpft hatte, die ich in Athen besuchen und befragen konnte, Schmidt als Organisator des Deutschen Hauses, Poneleit als leitender Banker … war es die Commerzbank? …. in Athen  (warum ich Lothar später nicht in der Griechenland-Krise erneut besucht und als Top-Exklusiv-Informant befragt habe, weiß ich auch nicht mehr; wahrscheinlich hatte ich auf dem Weg in den und im Ruhestand meine professionelle Neugier verloren und scheute die Hektik. Schade drum).

Martin Obermann meldete sich dieser Tage wieder: „Lange nichts gehört, aber ich habe Dich oft gelesen. Ein kleiner Beitrag zu Deiner Sammlung, wenn auch vielleicht kein klassischer ‚Verwechsler'“. In seinem Anhang lese ich in einem AFP-Artikel unter der Überschrift „Grizzlybär verletzt Wanderer tödlich“: „Der Leichnam des Mannes wurde nach den Angaben von der Bärin in der Nähe des Ortes Lake Village versteckt.“

Stimmt, keine der unbeabsichtigten Subjekt-Objekt-Vertauschungen, die ich sammele, aber ebenfalls ein Prachtstück: Die Täterin gibt den Ermittlern preis, wo sie ihr Opfer versteckt hat.

Durch Martins Mail, die ich kurz vor der Lektüre des FAS-Artikels erhalten hatte, war ich frisch sensibilisiert für solche Sprachverdreher und stolperte in der FAS natürlich sofort über diesen grandiosen Satz: „Wohl mehr als 500 Menschen massakrierten Schendels Onkel und die Waffen-SS an jenem Morgen.“

Leider nur ein Subjekt-Objekt-Vertauscher, ein Wer-Wen-Verwechsler. Man stelle sich vor, es wäre kein kleiner grammatischer Irrtum, sondern in diesem und allen ähnlichen Fällen die korrekte Beschreibung des Vorgefallenen. Die Welt wäre ein anderer Ort.

Zu gerne würde ich diese Geschichte auch in der Zeitungs-Kolumne erzählen. Aber dazu ist sie zu lang und hat mit Sport nichts zu tun. Aber vielleicht finde ich ja noch einen kürzeren Weg, der in die Kolumne passt.

 

 

 

Veröffentlicht von gw am 19. August 2015 .
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