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Ohne weitere Worte (vom 28. Juli)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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»Wenn man Ihre Werbepartner Adidas, Coca-Cola, Allianz und Sony sieht, sind Sie schon ein Topstar. Wofür möchten Sie als Werbepartner stehen?« – »Ich wähle Partner, hinter denen ich auch stehe. Es muss zu mir passen. Allianz zum Beispiel steht für Rückhalt, wie ich als Torwart auch. Coke Zero steht für das Zu-null, das ich immer schaffen will; Sony für die Schärfe des Bildes, die ich auch benötige.« (Manuel Neuer im Interview des Kicker-Bundesliga-Sonderheftes )
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Hat er das wirklich gesagt? Eigentlich unglaublich. (…) Fragen über Fragen. Die wichtigste aber fehlt. Das knallharte Nachhaken, wie sich die Beziehung zum vierten Werbepartner erklärt, bleibt nämlich aus. Möglicherweise aber war die Erklärung einfach nicht mehr möglich, nachdem Neuer sich vor Lachen über die Frage und seine eigene Antwort versehentlich drei Streifen in die weiße Unterbuchse gemacht hatte. (Sportredakteur Lutz Wöckener in Welt online zum Neuer-Interview)
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»2003 in Paris bin ich beim 10 000-m-Lauf ausgestiegen. Vor der Kamera habe ich gesagt, ich hätte am Morgen Durchfall gehabt. Aber das war Quatsch, ich hatte gar keinen Durchfall. Ich wusste einfach nur nicht, was ich sagen sollte.« (Langläuferin Sabrina Mockenhaupt im SZ-Interview)
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Die Bayern müssen aufpassen, dass Deutsch die Hauptsprache in der Mannschaft bleibt und nicht nur Spanisch gesprochen wird. (Ottmar Hitzfeld in einem Gastbeitrag für den Kicker)
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»Nach dem Rennen (…) verstand ich die Welt nicht mehr. Erst waren die Journalisten so nett zu dir. Und auf einmal stellen sie so fiese Fragen.« (Mockenhaupt/SZ)
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»Unser Wirtschaftssystem beruht auf Konkurrenz, Ausbeutung, auf dem Prinzip ›Alle gegen alle‹, und es wählt sich zu seinem Lieblingssport ausgerechnet ein Spiel, das auf Loyalität, auf Zusammenhalt basiert. (…) Und die Schweinsteiger-Verpflichtung haut wie mit der Axt ins Herz dieses Widerspruchs. Schweini (…) spielt genau an der Schnittstelle von Kapitalismus und Romantik.« (der englische Dramatiker und Fußballfan Simon Stephens im Zeit-Interview)
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»Als Jugendliche wollte ich Soap-Star werden, weil ich so gern rede.« (Mockenhaupt/SZ)
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»Mir haben zwei aus meinem Trainerlehrgang gesagt, nachdem ich als Bester abgeschlossen hatte: Deine Ansprüche müssen jetzt die höchsten sein. Aber meine Ansprüche lagen niemals darunter.« (Stuttgarts neuer Trainer Alexander Zorniger im FAZ-Interview)
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Beim Bierflaschenzertrümmern (gibt es) nur Verlierer, vielleicht abgesehen von der Firma, die Fahrradschläuche produziert. (…) Es dürfte Einigkeit (…)  bestehen, dass das Radfahren eine eher zu fördernde sommerliche Tätigkeit ist als das Biertrinken. (…) Würde man aber das Bierflaschenzertrümmern viel härter als jetzt bestrafen, dann hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. (Radrennfahrer Timo Frasch in der Frankfurter Allg. Sonntagszeitung)
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»Aus Ihrer Heimat, dem Siegerland, sind Sie nie wirklich weggegangen. Warum? – »(…) Hier hast du keine Ablenkung, hier ist abends keine Party, hier kannst du im Bett liegen bleiben. Du verpasst nichts.« (Mockenhaupt/SZ)
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Was ist mit einer Gesellschaft los, in der Behinderte nicht mehr sagen dürfen, dass es ihnen schlecht geht? Was die Kritiker eigentlich meinten, war dies: Lierhaus hat gefälligst glücklich zu sein. Und wenn sie es schon nicht ist, dann solle sie wenigstens so tun als ob. (Christina Berndt in der SZ über die Kritik an Monica Lierhaus’ Aussage, dass ihr ohne die rettende Hirnoperation vieles erspart geblieben wäre)
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Man kann sagen, dass es mit dieser (Griechenland-)Krise nicht anders ist als mit Ehekrisen: Wer von ihnen profitieren will, tut gut daran, nicht den anderen zu beschimpfen, sondern sich zu fragen, welche Wahrheiten er aus dessen Verhalten über sich selbst erfahren kann. (aus »Das Beste aus aller Welt« von Axel Hacke im SZ-Magazin)
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Die Bundeserwachsenenspiele sollen (…) erstmals im Juli 2016 stattfinden. Ziel ist, all jenen, die als Kind die Lebenskampfertüchtigung irgendwie verpasst haben, eine zweite Chance zu geben. (aus der »Schluss für heute«-Glosse der FAS von Michael Eder))
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»Ich bekomme oft zu hören: Mocki, halt doch einfach mal die Schnauze.« (Mockenhaupt/SZ)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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