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Ohne weitere Worte (vom 21. Juli)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Derzeit fühlt es sich in München so an, als rumorte (…) eine Kraft, die das Ganze von innen umbaut und verwandelt – in ein Guardiola-Kunstwerk. Was wird aus diesem Gebilde, sollte der Trainer (…) Süddeutschland eben doch verlassen, um sich aufzumachen ins unermesslich reiche England? Bricht das Kunstwerk dann zusammen? Schwebt der Umriss der Münchner Guardiola-Truppe dann im Leeren wie das Lächeln der Katze aus Alice im Wunderland? Ein Lächeln, das noch zu sehen ist, obwohl die Katze schon weg ist? (ein Autoren-Team der Zeit)
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Vidal hat die physischen Voraussetzungen dafür, auf dem Platz eine Aggressivität und Allgegenwärtigkeit auszuleben, die (…) Pep Guardiola schon vor Monaten überzeugten, Vidal zu holen. »Er liebt diesen Spieler«, sagt einer, der Guardiola gut kennt. (Javier Caceres am 18. Juli in der Süddeutschen Zeitung)
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Der Spieler Vidal ist vielmehr ein leises Zeichen dafür, wie sich der FC Bayern von einem Trainer emanzipiert. (…) Aber wer ist das Mastermind hinter der Wechselpolitik? Vorstandsboss Rummenigge? Oder Kaderplaner Reschke? Vielleicht sogar Sportvorstand Sammer? Oder ist es am Ende doch wieder Uli Hoeneß? (Benedikt Warmbrunn am 18. Juli in der Süddeutschen Zeitung)
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Dass nun ausgerechnet der schlimmste Beelzebub des Pelotons den bösen Verdacht gegen einen seiner Nachfolger befeuert, untermauert nur den Eindruck, dass niemand so skrupellos an seiner eigenen Mär arbeitete wie Armstrong. (Jürgen Ahäuser in der Frankfurter Rundschau)
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30 Prozent bei absoluter Sauberkeit! Angesichts neuer, vorerst nicht nachweisbarer Doping-Mittel, angesichts korrupter Kontrollsysteme in einigen Ländern müsste seine Forderung (Anm.: die von Innenminister Thomas de Maizière nach 30 Prozent mehr Medaillen für Deutschland) vorsichtshalber zu einem Rückzug aus einer Menge Kraft- wie Ausdauersportarten führen. Falls denn Athleten nicht per se – wie schon einmal in Deutschland Ost und West – in die Manipulation getrieben werden sollen. (Anno Hecker in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Früher stand der Center unterm Korb, hat versucht, sich durchzusetzen und den Ball reinzuhämmern. Das hat sich geändert. Dirk hat das perfektioniert mit dem unangreifbaren Wurf, den er und Holger Geschwindner erfunden haben.« (Tibor Pleiß, der in die NBA wechselt, im FAS-Interview)
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Wie ging es Ihnen, wenn Sie mit ihm auf dem Platz standen? – »Du denkst: Wenn ich jetzt werfe und der Ball danebengeht, sagen die anderen: Warum hast du ihn nicht Dirk gegeben? Gerade für junge Spieler ist es nicht einfach, in dieser Situation ihre eigene Identität zu entwickeln und nicht nur auf Dirk zu schauen. Sehr schwierig, jetzt eine Mannschaft mit Nowitzki zu formen.« (der soeben zurückgetretene Jan Jagla im Interview der FAZ)
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In Griechenland ausgeschieden! Gegen Russland! (…) Die Bilanz ihres Auftritts bei der (…) Europameisterschaft sollte die deutsche U19-Auswahl besser nicht dem Wolfgang Schäuble beichten. Der böse Onkel könnte nämlich ganz schön grantig werden, wenn er erfährt, dass hier Steuergelder versenkt wurden (Martin Krauss in der taz über die »Deutsche Demütigung in Griechenland«)
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Tsipras ist nicht Che Guevara. Es ist naiv zu glauben, dass er der gute Linke ist und alle anderen sind böse Mächte, die sich gegen ihn verschworen haben. Wer das glaubt, malt sich die Politik schwarz und weiß. Nai und Oxi. (Kostas Koufogiorgos in der taz)
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»Ich habe klare Prinzipien in Bezug auf meine Frau: niemals lügen und niemals einen anderen Mann anfassen. Wenn die Frau dagegen verstößt, hat sie mich nicht verdient.« (Boxweltmeister Arthur Abraham im Welt-Interview)
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Nico Rosberg (…) hat sich (…) mit so viel Mainstream parfümiert, dass er keinen Eigenduft verströmt. (Detlef Hacke im Spiegel)
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»Wenn ich einsam bin, gehe ich in die Arena und mache ein paar Würfe. Dann fühle ich mich gut.« (Pleiß/FAS)

(gw)
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(www.anstoss-gw.de Mail: gw@anstoss-gw.de)

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