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Ohne weitere Worte (vom 14. Juli)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Das Fußballvolk hat ihn geliebt, den Bauchmenschen am Ball, mehr als den zu perfekten und fehlerlosen Philipp Lahm, weil »Schweini« in seinem langen Weg vom Gaudiburschen vom Dorf zum Mann von Welt auf allen Etappen, mit allen peinlichen Haarfarben und nächtlichen Bädern im Klub-Whirlpool mit der »Cousine«, immer er selbst und zugleich »einer von uns« geblieben ist. Rhetorisch und intellektuell war er nicht zum Welterklärer des Fußballs geboren, aber lernfähig genug, mit fortschreitender Laufbahn lieber Taten als Worte sprechen zu lassen. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Sie waren einst der erste »Knipser« der Bundesliga. Wissen Sie noch, wie der Spitzname entstand? – »Volker Finke hat das mal in Freiburg gesagt. Einmal das Licht schnell an- und ausgeknipst, schon hat Harry ein Tor geschossen. Später bekam der Ausdruck ein Eigenleben.« (Harry Decheiver im Kicker-Interview zur Entstehung des mittlerweile gefügelten Wortes)
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Goool da Alemaaanha, jener entsetzte Reporterschrei, der von diesem Spiel wohl bis in alle Ewigkeit nachhallt, hat sich zu einem geflügelten Wort entwickelt. Es steht für jede Art von Alltagspanne. Wenn eine Tür klemmt, wenn der Strom ausfällt, wenn das Bier ausgeht, dann sagen die Brasilianer: Tor für Deutschland. (Boris Herrmann in der Süddeutschen Zeitung)
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Warum das Gift des Neids Franz Beckenbauer verschont hat, er seine Steuern entweder nicht (70er Jahre) oder in Österreich zahlen kann und es kein Schwein kratzt? Warum die Deutschen denken, er könne fliegen, wenn er schlicht im Hubschrauber sitzt? Warum sie ihm Jahrzehnte gebannt zugehört haben, obwohl er nie etwas Substanzielleres gesagt hat als »Jo, ist denn heut scho’ Weihnachten?« (Chefreporter Peter Unfried in der taz)
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Der Kaiser (…) geht imprägniert seiner Wege. (…) Er kann es sich sogar leisten (…), Sepp Blatter zu verteidigen. Und Sklaven in Katar hat Beckenbauer nie gesehen. In Andersens »Des Kaisers neue Kleider« wird die Lichtgestalt entzaubert. Im Märchen namens »Beckenbauer« nie. (Michael Horeni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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»Mike Medavoy (…), damals der Chef der Orion-Studios (…), wollte mich für die Rolle des Reese. (…) Den Terminator haben wir übrigens schon, sagte er.« – Und wer sollte das sein? – »O. J. Simpson.« – Nein! – »Doch. (…) James Cameron wurde damals gefragt, warum er sich für mich entschieden habe, und seine Worte sind legendär, weil sie heute so ironisch klingen: O. J. hatte nicht den nötigen Killerinstinkt.« (Arnold Schwarzenegger im SZ-Interview)
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Ich kann Sie nicht mehr ertragen. Weder im Kino noch im Leben. (…) Wegen Ihrer dümmlichen Rollen verachte ich Sie nicht. Ich verachte Sie, weil Sie als Gouverneur von Kalifornien Menschen hinrichten ließen. (…) Sie sind kein Terminator mit Herz, im wirklichen Leben haben Sie kein Herz. (»Post von Wagner« in Bild an Arnold Schwarzenegger)
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»Was war denn Ihre aufregendste Zeit: die als Bodybuilder, Filmschauspieler oder Politiker? – »Das Aufregendste war ganz eindeutig meine Zeit als Politiker. Da hatte ich ja die Macht, Dinge wirklich zu bewegen und für die Menschen da sein zu können.« (Arnold Schwarzenegger im Frankfurter-Rundschau-Interview)
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Endlich lecker… Nigel Bier (FK Pirmasens), Tiberiu Bier (CS National Sebis), Maciej Biernacki (Polonia Warschau), Edwin Zoetebier (NAC Breda), Romain Rambier (AS Cannes), Pieter-Taco Bierema (Canterbury United), Dario Streubier (Niendorfer TSV), Christian Biersack (FC Augsburg). (Fußball-Magazin 11Freunde, Online-Ausgabe)
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Ein Wunschgast, der in Ihrer Show singen und saufen soll? – »Jürgen Klopp hätte ich gern, bevor er nach England geht. Er meinte, er singt erst ab zwei Promille. Da hab ich gesagt: Das kriegen wir hin!« (Ina Müller im Bild-Interview)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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