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Freitag, 10. Juli, 10.00 Uhr

Wegen einer Kommunikationspanne, an der ich nicht schuldlos bin (Redaktions-Mail missverstanden; hatte mit dem Erscheinungstermin von WBI zu tun), schreibe ich heute  keinen “Sport-Stammtisch” für Samstag, sondern “htr” schreibt über die Tour de France. Gelegenheit für mich, heute an der “Nach-Lese” fürs Feuilleton (über Willensfreiheit/für übernächsten Samstag) zu basteln und an einem Zusatz-”Anstoß” für nächste Woche (Thema: Griechenland; mit Rückgriffen auf die 2001-2004-Serie “Von Olympia nach Athen”; war selbst erstaunt, was damals schon zu beobachten war und zu den heutigen Grundübeln gehört). Nächsten Samstag wird in unserem  Gießener “Senioren-Journal” auch “Mein progressiver Alttag” (nicht Alltag, sondern Alt-Tag) erscheinen. Die Folge hatte ich schon für die vorige Ausgabe geschrieben, aber meine Kaffee-Kuchen-Knicks-Chefin kann knallhart sein: Ihr wurden Seiten reduziert, und da sie keine Artikel des ehrenamtlichen Redaktionsteams weglassen wollte, musste mein progressiver Alttag dran glauben. Mit mir kann sie’s ja machen!

Interessant? Ich erwähne es nur, weil ich in der neuen “Zeit” etwas unglaublich Innovatives lese:

Mit einem neuen Blog schafft die Redaktion mehr Transparenz. – Ein neues Blog soll unseren Lesern mehr Einblick in die Arbeit der Redaktion  in Hamburg und Berlin geben. “Fragen der Zeit” (www.zeit.de/fragen) (…) soll die Leser möglichst früh an Plänen und Projekten teilhaben lassen  (…)  Beide Redaktionen werden im Blog auch auf Kritik der Leser und auf Fehler in der eigenen Berichterstattung eingehen.

Och joh?! Ist ja ganz was Neues. Mach ich schon seit hundert Jahren, also seit 21. März 1979, als der erste “Sport-Stammtisch” mit dieser Einleitung erschien:

Aus dem Nähkästchen plaudern, ohne in Klatsch und Tratsch auszuufern, interessante Informationen am Rande bieten, hinter den Kulissen des Sportgeschehens herumstöbern, den Dialog mit dem Leser führen sowie unsere Redaktionsarbeit etwas transparenter gestalten – dies wollen wir in unserem Sport-Stammtisch, zu dem wir unsere Leser heute erstmals herzlich einladen.

Also nichts Neues unter der Sonne. Nur dass heute niemand mehr “aus dem Nähkästchen plaudern” würde. Wäre aber was für eine andere “Zeit”-Rubrik: “Mein Wort-Schatz” mit überwiegend alten deutschen und aus der Mode gekommenen Begriffen (diesmal u.a. “feudeln”).

Da fällt mir noch ein “Ungetwittert” zur allgemeinen Zeitungs-Lage ein. Ich denke mal ein paar Minuten drüber nach, und wenn ich es so kurz und deutlich hinkriege, wie es ”Ungetwittert” zu sein hat, taucht es  gleich hier im Blog auf. Falls nicht, dann halt nicht. Meine Willensfreiheit können mir auch die Neurologen nicht nehmen (nur die KKK-Liebste), obwohl ihr (der Hirnforscher) Trend  dazu geht, sie als nicht existent zu erklären. Das nur als Einstimmung für mich für die gleich zu schreibende “Nach-Lese”. Aber vorher “Ungetwittert”. Vielleicht.

Baumhausbeichte - Novelle