Archiv für Juni 2015

Sonntag, 21. Juni, 6.10 Uhr

Kühl, diesig, Nieselregen, Sommeranfang. Mein Daumendrücken hat den beiden Main-Tourenradlern nicht geholfen. Da müsst ihr jetzt durch!

Aber ich will nicht wetterklagen. Der Rasen erholt sich, der Teich füllt sich, auch die Regentonnen. Die Tonne im Exklave-Gärtchen verkündet olfaktorisch eine unangenehme Überraschung. Was stinkt denn da so bestialisch? Ich öffne den Deckel, in den ich nur eine kleine Öffnung für das Regenfallrohr geschnitzt habe. Im Wasser treibt ein undefinierbares Etwas. Mit einem Brett hole ich es heraus. Auf dem Brett entfaltet sich der Klumpen zu einem kleinhundgroßen Tier. Langer Schwanz, langes, dickes Barthaar, flacher Körper, spitzer Kopf. Ein Raubtier. Wiesel? Marder? Wie kommt der arme Kerl in die Tonne, um dort so grässlich zu krepieren? Gruselige Vorstellung, wie er da lange um sein Leben gekämpft hat, ohne jede Chance, dort herauszukommen. Ist er etwa vom Hüttchendach durch das Fallrohr runtergekrabbelt oder -gefallen und dann in die halbvolle Tonne gerutscht, aus der es kein Entkommen gab?

Isch over für ihn. Auch für Griechenland? „Isch over?“, Schlagzeile der FAS heute früh. Ziemlich genial. In Schäubles Schwäbisch ist „isch“ gleich „ist“, „ich“ können die Schwaben dagegen, im Gegensatz zu uns Hessen. Der kleine Marder (?) ist ein hessischer, und wenn er am Ende „isch over“ gesagt hat, ist das keine Frage, sondern eine resignierte Feststellung gewesen.

Meldung der Nacht in der Bildzeitung: „Weltrekord – 66 Menschen auf einem Surfbrett.“ Meldung der Nacht bei dpa: „40 Jahre Karat.“

Auf dem Zettel für die „Montagsthemen“ kein Frauen- und U21-Fußball, aber: Missed tests (also doch noch mal) / der Papst, Paris und Golden State, mit Zusatz Eintracht Hamburg / Madonna (mit) 56, auf den Kalauer freu ich mich schon / Gender, die taz und das schwankende Binnen-i / Bogner und Lahm, mit Barbi.

Mehr steht noch nicht auf der Liste. Vielleicht statt Madonna 56 lieber Isch-over-Schäuble als Schlussgag? Ma gucke. Jetzt erst KK. Leider wieder ohne Knicks-K. Reißt ein. Aber keine Angst, isch nicht over (schwäbisch), nur isch (hessisch) jetzt erst Mal over (war ein Gag-Test; kommt nicht gut, glaub isch, lasch isch lieber).

 

 

 

 

Veröffentlicht von gw am 21. Juni 2015 .
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Freitag, 19. Juni, 16.10 Uhr

Regen. Geplante kurze Rad-Trainingstour verschoben. Wetter soll auch nicht besser werden. Ich drücke Doris Heyer und Pit F. die Daumen. Beide, die WBI-Mitstreiterin und der eine meiner beiden alten Klassen- und Neu-Rad-Kumpel, gehen auf Mehr-Tages-Main-Rad-Tour. Begegnen werden sie sich kaum, die eine radelt am Ober-, der andere wieder am Mittel-Lauf.

In der Kolumne für morgen (steht natürlich online, siehe Link rechts „gw-Beiträge Anstoß“) auf Oregon/Nike/Salazar/Farah/missed tests verzichtet. Vor allem aus Platzgründen, weil es ausgeufert wäre (mit Schwenk zur Nada-Bilanz und Möllers neue Schwalben-Rechtfertigung im Kicker), aber auch, weil ich fürchte, dass es die Leser ermüdet und ich zu sehr ätschbesserwisserisch wirken könnte, zumal ich seit Jahren auf diese Sache aufmerksam gemacht habe. Farah hat vor seinem London-Triumph zwei Mal die Klingel nicht gehört. Zwei „missed tests“. Der dritte hätte Sperre und statt Weltbegeisterung Weltverachtung bedeutet. Dass zwei Mal die Klingel nicht hören zu müssen ideale Voraussetzung zur Planung der „Leistungsoptimierung“ ist, habe ich in den letzten Jahren schon zwei- drei Mal erklärt. Ein deutscher olympischer Diskusheld (nicht Harting) hatte es ja sogar geschafft, fünf Mal die Klingel nicht hören zu müssen (damals gab es, glaube ich, die Dreierregel noch nicht). Ob ich das alles in den „Montagsthemen“ noch einmal aufdröseln soll?

Ebenfalls nur auf der Kolumnen-Ersatzbank: Die neue „dad bod“-Mode, in Zusammenhang gebracht mit einer älteren Ausgabe der „Zeit“-Wissensrubrik „Stimmt’s?“: „Verbessert sich die Leistung beim Radfahren mehr, wenn man ein drei Kilogramm leichteres Fahrrad kauft oder wenn man drei Kilogramm abspeckt?“ Ich hätte dazu, nein, ich werde dazu meine eigene Rechnung aufmachen (zum Beispiel, dass sich die Leistung langfristig in jedem Fall steigert, wenn man abspeckt).

Kolumnen-Konfetti werde ich auch später erst einstreuen können. Ich zeig’s hier schon mal: „Veh ist zwar Schwabe, aber wirtschaftlich seit vielen Jahren bestens abgesichert.“ Die Verbindung „zwar“/“aber“ in diesem FAZ-Satz ist so herrlich gaga -oder bin ich es und verstehe ihn nur nicht? Und hier noch die Klasse-Überschrift einer Welt-Kolumne: „Hat Blatter keine Ehrfurcht vor kackenden Tauben?“ Der Text ist dann nicht mehr kongenial, es geht um Blatters Arbeit am eigenen Denkmal. Aber die Überschrift! Ich schreibe sie noch einmal, weil sie so schön ist: Hat Blatter keine Ehrfurcht vor kackenden Tauben?

Kommt vielleicht beides in „Ohne weitere Worte“, die Rad-Rechnung und die Missed-tests-Thematik in die „Montagsthemen“. Oder so. Mal sehen. Mal raus schauen – klart es auf? Dann aufs Rad.

 

Veröffentlicht von gw am 19. Juni 2015 .
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Ungetwittert

Zahl des Tages: 30 Prozent Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen. Die Bundestagswahl wird von den – enttäuschten?, interesselosen?, wütenden? – 70 Prozent entschieden.

Veröffentlicht von gw am 15. Juni 2015 .
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Ungetwittert

NSA, Homo-Ehe, Gen-Mais,TTIP, Klimawandel – ich will mich nicht mehr für alles interessieren. Je älter ich werde, desto mehr Meinungslosigkeit gönne ich mir. Luxus der späten Jahre. Es bleibt genug Meinungswilliges übrig.

Veröffentlicht von gw am 14. Juni 2015 .
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Sonntag, 14. Juni, 11 Uhr

Wie meistens füllt sich die frühe sonntägliche Inspirationsleere schnell, und schon stehen die „Montagsthemen“ online (unter Links rechts). U23 dabei nur als kleines Thema benötigt und als Übergang zu anderen Dingen.

Gegenüber läuten die Glocken, aber keiner kommt. Ach so, mir dämmert: Heute keine Kirche, es ist das traditionelle 11-Uhr-Geläut, das die Bauern auf dem Feld zum Mittagessen ruft. Aber wie steht es damit an jedem zweiten Sonntag, wenn Gottesdienst ist? Ein Geläut für zwei Zwecke? Aber dann kämen sie ja zu spät in die Kirche. Und danach zu spät zum Essen. Und die Frauen? Haben sie das Mittagessen schon vor 11 Uhr fertig? Fragen über Fragen. Heutzutage aber nicht mehr relevant. Wenn ich mir die Kirchenbesucher ansehe, wanken und schlurfen nur Ältere aus ihren Austragshäuserln (siehe „Montagsthemen“/Bruchhagen) heran. Die Kirche hat die gleichen Probleme wie die gedruckte Zeitung. Aber, wie heißt es in dem komischen Lied? … sie lebt noch. Die Kirche. Und die Zeitung. Obwohl sie mit Fleiß am eigenen Ast sägt. Oder, anderes Bild: als Hans-guck-in-das-Internet den Abgrund vor sich nicht sieht. Aber auch hier müsste ich den Kübel (siehe Käßmann/“Montagsthemen“-Schluss) über mich (oder mir?) selbst auskippen. Allerdings wäre es groteske Selbstüberschätzung, die paar Klicks für Blog und Kolumnen-Archiv (ich weiß wirklich nicht, wie viele; ich glaube, nicht zu wenige, und hoffe, nicht zu viele, denn massen- und damit shitstormtauglich will ich gar nicht werden) als Sägen am eigenen Ast zu befürchten. Schluss für heute. Sonntag, noch Sonne, nichts wie raus.

Veröffentlicht von gw am 14. Juni 2015 .
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