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Ralf Protzel: Sport-Leben

Ich habe gerade das Interview mit Herrn Eilenberger in der aktuellen Zeit gelesen. Bei einer Antwort musste ich an Passagen aus Ihrem Sport-Leben denken:

Eilenberger: ... Im Profifußball (Leistungssport) treffen zwei Entwicklungswege des Menschen aufeinander.

Zeit: Welche?

Eilenberger: Der Sportler verfolgt Exzellenzideale, die auch ethisch aufgeladen sind (Ihre Ankündigung sauber zu sein und das auch durch ständige unangekündigte Kontrollen belegen zu wollen). Sportler sind Individuen, die sich durch Übung perfektionieren. Diese Übung unterliegt Regeln. Der Mensch ist, wie bspw. Peter Sloterdijk ihn sieht, ein übendes Wesen, er strebt nach Perfektion. Das liegt auch im Wesen des Fußballs (bei Ihnen im Kugelstoßen – dort war/ist Übung und Perfektion sicher noch viel wichtiger). Dieses Streben wird bei den Verbänden oft von Subjekten verwaltet, die genau das Gegenteil des sportlichen Ideals verkörpern. Sozusagen die missratenen Zwillinge der Sportler – korrumpierbare Individuen. Ihre Regeln machen sich die Herren selbst und brechen sie dann im Wettbewerb auch noch freiherzig (Olympianormen aufzustellen, mit dem Wissen, dass diese ohne Doping wohl kaum erreichbar waren). Der große Widerspruch macht den Konflikt für den Betrachter so schwer fassbar.

Der letzte Satz passt dann wieder nicht mehr so gut, da der Widerspruch für den Laien damals sicher nicht so einfach zu erkennen war. Aber es geht im Originaltext ja um die FIFA/Blatter – wahrscheinlich haben Sie den Text selbst schon gelesen. (Ralf Protzel/Bonn)

 

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