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Ohne weitere Worte (vom 16. Juni)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Xavi Hernandez, 35, ist der Fußballspieler, der für alles eine Lösung hat. Auf dem Feld hat er 17 Jahre lang Räume gefunden, die selbst davon überrascht waren, dass sie existierten. (Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung)
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Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, dass alle so tun, als wäre Frauenfußball eine Riesensache? – »Es gehört eindeutig zur Political Correctness, betonen zu müssen, wie toll Frauen Fußball spielen können. Und die Steigerung von Political Correctness ist die Gender-Correctness.« (Helmut Böttiger, Schriftsteller und Literaturkritiker, im Spiegel-Interview)
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»Ich (…) finde es (…) eher amüsant, wenn manche zu feministisch unterwegs sind.« (…) – Die deutschen Spielerinnen sprechen auch ganz selbstverständlich von »Mannschaft«. – »Ja, Frauschaft klingt ja auch komisch.« (…) – Großes Thema bei Twitter (…), dass die ZDF-Moderatorin »Manndeckung« gesagt hat. Schlimm? – »Ich hab auch immer Libero und nicht Libera gesagt. Man macht ja aber jetzt eher Raum- als Manndeckung, da ist man aus diesem Dilemma raus.« (DFB-Teammanagerin Doris Fitschen im taz-Interview)
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Sie betrachten Fußballmannschaften wie Kunstwerke. An was denken Sie da bei Frauenfußball? – »Sten Nadolny, ›Die Entdeckung der Langsamkeit.‹« (Böttiger/Spiegel)
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»Ich bin nicht auf Facebook, ich twittere nicht. (…) Ehrlich gesagt: Ich habe gar nicht so viel zu sagen. (…) Diese vielen Selfies (…), es ist nicht lange her, da hätten wir jemanden, der sich ständig selbst fotografiert, gefragt, ob es ihm noch gutgeht.« (Sebastian Vettel im FAZ-Interview »Man muss auch mal langsam machen«)
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Dempsey wurde massiv unter Druck gesetzt. (…) Dempsey selbst berichtete, dass am frühen Morgen ein Umschlag unter seiner Tür durchgeschoben wurde. Darin ein – inzwischen berühmtes – Fax der »Titanic«-Redaktion: Die Satirezeitschrift bot Dempsey eine Kuckucksuhr, sollte er für Deutschland stimmen. »Dieses letzte Fax hat mir den Rest gegeben«, sagte Dempsey damals. (Stephan Draf im Stern über den Neuseeländer, dessen Enthaltung die Vergabe der WM 2006 an Deutschland entschied)
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Sepp Blatter weg, Gysi weg, Günther Jauch auch, dann noch Jain und Fitschen, und nun gerät sogar Erdogan noch ins Wanken. Das ist fast schon zu viel des Guten. Wird die Erde vielleicht doch noch ein besserer Ort? (»Zippert zappt« in der Welt)
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»Queen Elizabeth – Pleite! Jetzt hilft ihr ein Scheich«, schreibt Frau aktuell auf ihrer Titelseite. Jetzt wird uns auch klar, warum sie unbedingt Deutschland besuchen möchte. Angela Merkel wird sich freuen: Nach Tsipras gleich der nächste Schnorrer. (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Nennen wir es Kirmes-Metall. (…) Da wackelt das Landschulheim. (…) Till Lindemann als Unheilig mit posttraumatischer Belastungsstörung. Monumentaler Mumpitz. (Arno Frank in der Zeit über das Solo-Album des Rammstein-Sängers)
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Die Fußballer-Exfreundin Joanna Tuczyinska – wie ungefähr die Hälfte aller Fußballer-Exfreundinnen war sie mal mit Lothar Matthäus zusammen – hat derweil vorzeitig die Party eines Fernsehsenders verlassen müssen (…), weil Matthäus samt aktueller Gattin dort aufzukreuzen gedachte. (…) Ein Foto zeigt Frau Tuczynska, wie sie laut Bild die Feier mit »gesengtem (sic) Kopf« verlässt, obwohl ihre Frisur keinerlei Brandspuren aufweist; möglicherweise hatte der Bild-Texter ja die gesengte Sau im Sinn. (»Herzblatt-Geschichten«/Thomann/FAS)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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