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Sonntag, 14. Juni, 11 Uhr

Wie meistens füllt sich die frühe sonntägliche Inspirationsleere schnell, und schon stehen die “Montagsthemen” online (unter Links rechts). U23 dabei nur als kleines Thema benötigt und als Übergang zu anderen Dingen.

Gegenüber läuten die Glocken, aber keiner kommt. Ach so, mir dämmert: Heute keine Kirche, es ist das traditionelle 11-Uhr-Geläut, das die Bauern auf dem Feld zum Mittagessen ruft. Aber wie steht es damit an jedem zweiten Sonntag, wenn Gottesdienst ist? Ein Geläut für zwei Zwecke? Aber dann kämen sie ja zu spät in die Kirche. Und danach zu spät zum Essen. Und die Frauen? Haben sie das Mittagessen schon vor 11 Uhr fertig? Fragen über Fragen. Heutzutage aber nicht mehr relevant. Wenn ich mir die Kirchenbesucher ansehe, wanken und schlurfen nur Ältere aus ihren Austragshäuserln (siehe “Montagsthemen”/Bruchhagen) heran. Die Kirche hat die gleichen Probleme wie die gedruckte Zeitung. Aber, wie heißt es in dem komischen Lied? … sie lebt noch. Die Kirche. Und die Zeitung. Obwohl sie mit Fleiß am eigenen Ast sägt. Oder, anderes Bild: als Hans-guck-in-das-Internet den Abgrund vor sich nicht sieht. Aber auch hier müsste ich den Kübel (siehe Käßmann/”Montagsthemen”-Schluss) über mich (oder mir?) selbst auskippen. Allerdings wäre es groteske Selbstüberschätzung, die paar Klicks für Blog und Kolumnen-Archiv (ich weiß wirklich nicht, wie viele; ich glaube, nicht zu wenige, und hoffe, nicht zu viele, denn massen- und damit shitstormtauglich will ich gar nicht werden) als Sägen am eigenen Ast zu befürchten. Schluss für heute. Sonntag, noch Sonne, nichts wie raus.

Baumhausbeichte - Novelle