Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne weitere Worte (vom 9. Juni)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
*****
»Wo findet das CL-Finale 2016 statt?«, fragt SKY jetzt. »A. Mailand oder B. Madrid?« Andreas Möller ruft zwei Mal an und sagt jeweils: »Italien!« (Aus dem Livestream des Fußball-Magazins 11Freunde zum CL-Finale)
*
Ein Pass wie ein Brecheisen. (SZ-online über Messis Diagonalpass vor dem 1:0)
*
Aus dem Kindergrübchen im Kinn ist eine Kerbe geworden. Eine modische Frisur – eigentlich der erste vernünftige Haarschnitt seines Lebens – betont das markanter gewordene Gesicht. (Paul Ingendaay in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Messis Wandlung)
*
»Wie konnte ich nur gegen eine Frau verlieren?« (Nikolai Avilow, Zehnkampf-Olympiazweiter von 1976 hinter Bruce/Caitlyn Jenner, zitiert in der Frankfurter Allgem. Sonntagszeitung)
*
Auf der Suche nach Männlichkeitssymbolen stolperte der junge Macho über die doppelte Null: »Bedeutet zwei Eier.« Die meisten Menschen interpretieren indes 00 schlicht als Symbol für Toilette, deshalb verweigerten sie ihm in Parma diese Trikotnummer. (Birgit Schönau in der Zeit)
*

Die Teilnehmenden sind eingeladen (…), ihre Meinung deutlich zu machen: über Anwältinnen und Anwälte des Publikums und über Saalmikrofoninnen und -mikrofone. (aus dem Programmheft des Evangelischen Kirchentags, gefunden im Spiegel-»Hohlspiegel«)
*
»Dann nehme ich 88«, beharrte Buffon: »vier Eier.« Blöd nur, dass in der rechtsradikalen Szene die zweifache 8 für HH steht: Heil Hitler. Das H ist der achte Buchstabe des Alphabets. Und so entfachte Buffon, als er sich mit der 88 ins Tor stellte, einen Sturm der Entrüstung. (Schönau/Zeit)
*
Die Jungs (…) machen ja alles nach, was sie im Fernsehen sehen. (…) Neulich, kein Witz: Ein Testspiel in Dresden, vielleicht 20 Zuschauer. Das Team eines 14-Jährigen führte bereits 7:1, da machte er das Achte. Er rannte vor die leere Kurve des Dorfstadions und legte beim Jubel den Zeigefinger auf die Lippen – mögen seine Kritiker, so es denn welche gibt, für immer schweigen. (Cornelius Pollmer in der Rubrik SCHÖNDOOF der Süddeutschen Zeitung)
*
Für den HSV (…) gibt es künftig eigentlich nur ein angemessenes Saisonziel: Er strebt das Triple an, will zum dritten Mal in Folge in die Relegation und schafft dann endlich den Abstieg. (Volker Stumpe in der FAS-Rubrik »Schluss für heute«)
*
Womöglich mag in einer Gegend, in der Orte, ohne rot zu werden, Gründau-Lieblos oder Linsengericht-Eidengesäß heißen, in der es sogar ein bewohntes Wixhausen gibt (…) – womöglich mag genau da der sublime Witz der Eingeborenen darin bestehen, dass sie »Handkäs« für ein Nahrungsmittel und den »Äppelwoi« genannten Hessenurin für ein Erfrischungsgetränk halten. Das Gegenteil behaupten darf man freilich nicht. Und über die Frankfurter Eintracht darf auch nicht gespottet werden, denn über Behinderte machen nicht mal die Hessen Witze. (Oliver Maria Schmitt, Ex-Chefredakteur der Titanic, in einem Gastbeitrag für das Zeit-Magazin über hessischen Humor)
*
Sie standen in einer Sendung vor einem Termitenhügel und haben sinniert: Termiten sind blind. Wenn ein Mensch einen Hügel voller Termiten betrachtet, merken die Tiere das nicht. Das führte Sie zu der Frage, ob auch uns Menschen jemand beobachten könnte. – »Ich bin kein Atheist, aber Agnostiker. Und ich halte das für vernünftig. Wie können wir uns sicher sein, dass uns kein höheres Wesen von außen beobachtet?« (Tierfilmer David Attenborough im SZ-Magazin)
*
Ich würde mich gerne, wie der Schiffshalter sich mit einer Saugplatte am Bauch eines größeren Fisches festsaugt, um sich von seinen Exkrementen zu ernähren, an die Meinung des mich am meisten überzeugenden Diskussionsteilnehmers (Anm.: von politischen Talkshows) anhängen und in Zukunft mit ihm mitmeinen. (Jochen Schmidt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
*
Er selbst fiel wieder aus allen Wolken: »Wer ahnt denn, dass hinter dieser Zahl der Hitlergruß steht?! Das wissen doch wirklich nur Nazis!« (Schönau/Zeit)
(gw)
*
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle