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Sonntag, 31. Mai, 6.40 Uhr

Unterm Dach. Als niemand von der Telekom kam, gestern noch mal den Telefon-Marathon absolviert. Da wusste natürlich niemand etwas. Die Störungsleute seien sowieso nicht mehr zu erreichen. Aber einen neuen Termin könne man geben. Morgen zwischen zehn und zwei. Schon ein paar Sekunden später kam die Bestätigung per SMS. Wie zuvor auch schon. Darin sind sie schnell.

Aber jetzt ein bisschen Stein(es)bruch. Dortmund aufgedreht und überdreht. Musste ja so kommen. Der Klopp-Hype war zuviel. Irgendwie spürt man auch: Jetzt reicht es. Das war schon seit längerer Zeit kontraproduktiv. Die Über-Stilisierung begann mit der Haar-Transplantation und den schelmischen Werbeauftritten. Klingt doof, ist doof, aber ist es falsch? Auch das, was ich gerade von Klopp nach dem Spiel gelesen habe (zugeschaut habe ich nicht mehr), passt ins Bild. Ein richtig guter Verlierer ist er jedenfalls nicht.  Fußballerisch der oder zumindest ein Knackpunkt: Die Viererkette mit Piszeck, Subotic, Hummels und Schmelzer war in Bestzeiten die Basis des Erfolgs. Alle vier wurden aus unterschiedlichen Gründen (Verletzungen, ausgebrannt) zu Sicherheitsrisiken.

VW ist Mitbesitzer von drei Vereinen. Einer, der Souverän, ist Meister. Einer Vizemeister und Pokalsieger. Einer Aufsteiger in die Bundesliga. Es läuft und läuft und läuft. Freue sich, wer kann. Und wenn Bayern im letzten Spiel der nächsten Saison gegen Ingolstadt verliert, das dadurch nicht absteigt? Blätter würde höhnen: Ihr habt’s gerade nötig!

Was wird dem unangenehmen Typen eigentlich konkret vorgeworfen? Handfestes ist mir nicht bekannt. Ganz, ganz schlechtes Empörungsmanagement. Muss auch noch mal nachschauen, wie das mit der WM 2006, Beckenbauer usw. war. Die irre Szene beim Tanzen. Hoffentlich finde ich es im gw-Archiv. Aber das irrste Wort überhaupt: FIFA-Ethikkommission. Eine contradictio in … in was? … adverbio ja nicht … substantivo? Auch beim Warmschreiben im Blog sollte ich Ausdrücke vermeiden, die hochstaplerisch wirken, wenn kein hundertprozentiges Wissen dahintersteckt.

Auch “Prinz von Zamunda” muss ich, auf anderem Niveau, “verifizieren”. Will ich im Zusammenhang mit dem Europa-Desaster anbringen. Und: Ist die Feindschaft zwischen Blatter und Platini (klingt ja schon wie Blatt und Blättchen) nur eine a la Wrestling-Shows?

Ebenfalls ein Montagsthema, aber nur, wenn ich es in Kurzform hinkriege: Warum ich Olympiasiegerin geworden wäre (Ansatz dazu: Interview in der taz mit einer Genderforscherin über Geschlechtergrenzen im Sport). Muss nur aufpassen, dass ich nicht in schenkelklatschendes Männer-Hohoho abdrifte. Dazu muss ich auch meine uralte “Kontra”-Kolumne “Bizarres Getto Frauensport” nachlesen.

Ich habe also noch einiges (Beckenbauer, contradictio, Getto) zu überprüfen. Aber zuvor: Kaffee, Kuchen, Knicks.

 

Baumhausbeichte - Novelle