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Ohne weitere Worte (vom 19. Mai)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Guardiola muss sich die Frage gefallen lassen: Steckt hinter seinen permanenten Wechseleien der Spieler auf den Positionen ein Plan, den nur er kennt – oder ist es am Ende purer Aktionismus. (…) Gegen einen FC Barcelona könnte es (…) fatal enden. (Lothar Matthäus in seiner Sport-Bild-Kolumne VOR dem Champions-League-Halbfinale)

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Die teils heftige Kritik an Schaaf verwundert. (…) Ein Blick auf die Zahlen (…) verrät, dass sich die Mannschaft unter ihrem neuen Trainer insgesamt nicht verschlechtert hat. (…) So überrascht es nicht, dass die Diskussionen um Schaaf außerhalb des Dunstkreises des Vereins für einiges Kopfschütteln sorgen. (Julian Franzke im Kicker)

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»Ich wähle Mourinho. Weil er wenigstens nicht so tut, als wenn der Fußball im Spätkapitalismus eine moralische Anstalt wäre wie das Theater in der Schillerzeit. Und für 16 Millionen Euro Gage fröhlich den Schurken gibt. (Birgit Schönau, Sport- und Italienreporterin für Zeit und Süddeutsche, in der taz-Umfrage »Pep oder Klopp?«)

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»Als Athletin habe ich mich immer gefragt, warum die Welt nicht so existieren kann wie wir Sportler im olympischen Dorf. Dass sich Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft einen Wettstreit liefern, der aber kein Streit ist, sondern ein Kampf mit fairen Mitteln und friedlichem Ablauf.« (Katarina Witt in der SZ)

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Wie oft haben Sie mit einer Gehirnerschütterung gespielt? – (…) »Etwa 15 Mal. Genauer weiß ich es nicht. (…) Heute denke ich mir: Das war nicht immer das Gesündeste. (…) Wenn du den Super Bowl gewinnst und in die Hall of Fame kommst, dich mit 60 aber nicht mehr daran erinnern kannst, dass du jemals Football gespielt hast (…) – dann war es das nicht wert.« (Patrick Venzke, erster deutscher Profi in der NFL, im Spiegel-Interview)

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Das Störfeuer (…), als es hieß, Thorsten Fink werde Trainer Michael Frontzeck im Sommer ablösen, hat nicht gestört? – »Ich sage es mal ganz deutlich: Wir sind nicht für jeden Scheiß verantwortlich, den die Presse an Informationen politisch streut. (…) Frontzeck ist unser erster Ansprechpartner. (…) Nur über meine Leiche wird vorher mit einem anderen gesprochen. (Hannovers Boss Martin Kind im sid-Interview)

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Stimmt es, dass der Film (Anm.: In »Rush« als Niki Lauda) Sie auch privat verändert hat? – »Nö.« – Habe ich aber gelesen. – »Echt? Ich erzähle immer irgendeinen Quatsch, was mir gerade so einfällt. Was soll ich denn gesagt haben?« – Dass Sie von Lauda gelernt hätten, zu sagen, was man denkt. (…) – »Ach so, na ja. Man übertreibt mal ein bisschen in Interviews. Aber in der Tat (…), ich habe noch nie einen Mann wie ihn getroffen, bei dem es gar keine Diplomatie gibt. (…) Irre.« (Schauspieler Daniel Brühl im FAS-Interview)

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»Gutem Humor liegt zuerst die Bereitschaft zur Aufgabe jeglichen Sinns zugrunde. (…) ’Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel‹, auf diesen Satz von mir, der irgendwann tatsächlich Lukas Podolski zugeschrieben wurde, bin ich wirklich ein bisschen stolz.« (ZDF-Moderator Jan Böhmermann im Interview der Süddeutschen Zeitung)

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Demnächst finden die Weltmeisterschaften im Handtaschen-Weitwurf statt. Zum Wettkampf (…) wird der Sänger Roberto Blanco in den Sachverständigenrat gebeten. Blancos Expertise: Er war viele Jahre lang als singende Handtasche in der alten Bundesrepublik unterwegs. (aus dem SZ-»Streiflicht«)

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Finden Sie Conchita Wurst attraktiv? – »Nein. Ich steh ja nicht auf Männer.« (Sänger Andreas Gabalier im Bild-Interview)

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»Was ist, wenn Ihr Mann Insolvenz anmelden muss und nicht mehr Millionär ist?« – »Was ist, wenn ich morgen zweihundert Kilo wiege?« (Dialog zwischen der Köchin Sarah Wiener und der Millionärsgattin Irina Beller bei »Maischberger«, aufgezeichnet in der FAS)

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»Unsere Toleranz-Prediger sind nur gegenüber sich selber tolerant. Aber wehe, man ist anderer Meinung.« (Gabalier/Bild) 

(gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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