Archiv für Mai 2015

Sonntag, 31. Mai, 11.40 Uhr

Kann unterm Dach hervorkommen. Vorerst aber nur, die OWW-Kolumne muss wohl morgen früh noch hier oben zusammengestellt werden. Aber die Montagsthemen sind erledigt. Danke für erste Meldungen zum Blog (wie der Gruß von Rüdiger “Kid Klappergass” Schulz; mein falscher Pole kam aber erst gar nicht in die Kolumne, die BVB-Viererkette blieb ganz draußen).

Zur Belohnung für konzentriertes Schreiben gönne ich mir ein paar Mal hintereinander das erste Tor von Messi im spanischen Pokalfinale (siehe youtube). Es wäre unglaublich, hätte man nicht von Messi schon so viel Unglaubliches gesehen. Es fällt mir schwer zuzugeben, aber dagegen wirkt sogar das legendäre Tor “meines” Jay-Jay Okocha wie eine übermütig harmlose Spielerei.

Neben anderem fiel auch Oliver Sacks mit seinen 300 kg aus den Montagsthemen. Mich juckt es zwar, weil ich der Sache nachgegangen bin, aber das hätte zu viel Platz eingenommen und vielleicht gelangweilt. Aber der Sommer ist lang, Fußball liegt in den letzten Zuckungen, da wird mir Sacks bald zupass kommen.

Ebenfalls gestrichen, weil ich die Kolumne in lesbarer Länge halten wollte: Ein Hinweis auf “Schorsch Aigner, der Mann, der Franz Beckenbauer war.” Von und mit Olli Dittrich, Donnerstag,  23.30 (so spät! Viel zu spät!) Uhr, ARD. Nach ersten Ausschnitten: grandios und frappierend.

Unter den Mails, die nicht in der “Mailbox” stehen (weil so vom Schreiber und/oder mir gewollt), sind auch solche, in denen die Kritik jenes Lesers an mir (in Sachen FR/Eintracht) heftig angegriffen wird und mir Masochismus vorgeworfen wird, die Mail überhaupt veröffentlicht zu haben. Aber das gehört nun mal zu meiner Art, und so heftig fand ich die Kritik gar nicht, zumal es in Sachen Eintracht mehr unterschiedliche und gleichzeitig achtbare Meinungen  gibt als gendergerechte Geschlechtsmodelle bei Facebook.

Und nun ab in den Sonntag.

Veröffentlicht von gw am 31. Mai 2015 .
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Montagsthemen (vom 1. Juni)

Erst aufgedreht, dann überdreht. Das Pokalfinale spiegelt die Dortmunder Entwicklung in der Klopp-Ära wider: Mit schreckenerregendem Überfall-Fußball begonnen, später hilf- und wehrlos dem Schrecken ausgeliefert, vom Gegner durchschaut und mit den eigenen Mitteln geschlagen zu werden.
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Der Klopp-Hype war mindestens eine Umdrehung zu viel und zum Schluss kontraproduktiv. Jürgen Klopp hat, und das ist sein ewiges Verdienst, den Fußball verändert und den »heißesten Klub Europas« geformt. Er stürmte voraus, wirkte aber um so ratloser, je mehr Klubs und deren Trainer ihn ein- und überholten. Gleichzeitig stagnierte der zunehmend ausgebrannt wirkende BVB, der vergeblich sein Heil darin suchte, das eigene Original immer wieder zu kopieren. Klub undTrainer wirkten als Eigennostalgiker wie ein Abklatsch ihrer selbst. Beide müssen sich nun neu erfinden. Dazu hat der BVB einen Tuchel, Klopp – nur? – einen Klopp.
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Durch zusammengebissene Zähne geknurrt: Wolfsburg hat das richtig gut gemacht. Lässt Dortmund auf- und überdrehen, wettert den Sturm routiniert ab wie ein Hochseekapitän, kentert nicht, sondern kontert »ruhig, abgeklärt und völlig unaufgeregt« (FAS). Hecking und Allofs, das ist sowieso ein Paar, in dem viel mehr echte Fußball-PS stecken als in VW. – Apropos: VW ist Mitbesitzer von drei Vereinen. Einer, der Souverän, ist Meister. Ein anderer Vizemeister und Pokalsieger, der dritte ein Aufsteiger. (Mit) VW läuft und läuft und läuft (es). Freue sich, wer kann. Und wenn Bayern im letzten Spiel gegen Ingolstadt verliert, das dadurch nicht absteigt? Blatter würde höhnen: Ihr Deutschen habt’s gerade nötig!
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Ach ja, der FIFA-Präsident. Was wird ihm konkret vorgeworfen? Dass er ein unangenehmer Typ ist, machtbewusst bis zur Lächerlichkeit? Leider nicht strafbar. Bestechung? So blöd, dass ihm das nachgewiesen werden könnte, kann er nicht sein. Fest steht nur, dass Europa wieder einmal eine Schlacht verloren hat.
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Ganz, ganz schlechtes Empörungsmanagement. Da will die UEFA den Weltverband aufmischen, schickt aber nicht ihren Chef in den Ring, sondern irgendeinen Prinzen aus Zamunda. Auch die Feindschaft zwischen den beiden Präsidenten wirkt wie Kino, riecht nach Fehde à la Wrestling-Show, mit einvernehmlich ausbaldowertem Ausgang. Blatter und Platini, das klingt ja schon wie Blatt und Blättchen, wie Hans und Hänschen Nimmermehr.
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Sepp Blatter ist übrigens Träger des »American Global Peace Award« und hat den Preis nicht minder verdient als mancher kriegserprobte Friedensnobelpreisträger den seinen. Ihm verdanken wir auch ein Wort, das als »contradictio«, als Widerspruch in sich, irrwitziger ist als ein rundes Quadrat oder ein schwarzer Schimmel: »FIFA-Ethikkommission«.
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Glaubt eigentlich irgendjemand, es seien schon einmal Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele vergeben worden, ohne dass Bestechungsgelder geflossen seien? Ich weiß nicht, warum mir gerade jetzt dieses Bild aus der Jahrtausendwende in den Sinn kommt: Auf Samoa tanzt ein Mister Dempsey, folkloristisch animiert, auf einem FIFA-Fest verlegen grinsend und halb nackt vor einem korrekt gekleideten Gentleman namens Franz Beckenbauer, der ihn herablassend, aber nachdenklich ansieht. Derselbe Mister Dempsey stimmt kurz danach nicht, wie von seinem Verband Ozeanien beschlossen, für Südafrika. Märchenhafter Beginn eines deutschen Sommermärchens.
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Das letzte Wort zu Blatter stammt von Blatter: »Ich vergebe, aber ich vergesse nicht.« Godfather ist schließlich kein Westernheld, denn Gott vergibt, Django nie.
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Aber eigentlich interessiert mich die FIFA wenig, und das Pokalfinale will ich schnell vergessen. Die Leichtathletik-Saison beginnt, und da warten endlich Themen auf mich, in denen ich abseits des Mainstreams lustvoll plantschen kann. Zur Einstimmung lese ich in einem taz-Interview mit einer Genderforscherin, dass die Geschlechtermodelle in der Leichtathletik ein Anachronismus seien, man könne von »Zwangsheterosexualität sprechen, das sieht man ja schon bei Facebook, wo man« – wieso »man«, gute Frau? – mittlerweile 50 Kategorien hat, um sein Geschlecht anzugeben«.
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Gut gebrüllt, Löwin! Leider zu spät für mich. Bastian Schweinsteiger wurde zwar jetzt beim Tennis in Paris als »Spielerfrau« geoutet, aber ich werde wohl vergeblich darauf warten, nachträglich im Gendergeschlecht Nr. 51 als OlympiasiegerInchen anerkannt zu werden.  (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 31. Mai 2015 .
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Sonntag, 31. Mai, 6.40 Uhr

Unterm Dach. Als niemand von der Telekom kam, gestern noch mal den Telefon-Marathon absolviert. Da wusste natürlich niemand etwas. Die Störungsleute seien sowieso nicht mehr zu erreichen. Aber einen neuen Termin könne man geben. Morgen zwischen zehn und zwei. Schon ein paar Sekunden später kam die Bestätigung per SMS. Wie zuvor auch schon. Darin sind sie schnell.

Aber jetzt ein bisschen Stein(es)bruch. Dortmund aufgedreht und überdreht. Musste ja so kommen. Der Klopp-Hype war zuviel. Irgendwie spürt man auch: Jetzt reicht es. Das war schon seit längerer Zeit kontraproduktiv. Die Über-Stilisierung begann mit der Haar-Transplantation und den schelmischen Werbeauftritten. Klingt doof, ist doof, aber ist es falsch? Auch das, was ich gerade von Klopp nach dem Spiel gelesen habe (zugeschaut habe ich nicht mehr), passt ins Bild. Ein richtig guter Verlierer ist er jedenfalls nicht.  Fußballerisch der oder zumindest ein Knackpunkt: Die Viererkette mit Piszeck, Subotic, Hummels und Schmelzer war in Bestzeiten die Basis des Erfolgs. Alle vier wurden aus unterschiedlichen Gründen (Verletzungen, ausgebrannt) zu Sicherheitsrisiken.

VW ist Mitbesitzer von drei Vereinen. Einer, der Souverän, ist Meister. Einer Vizemeister und Pokalsieger. Einer Aufsteiger in die Bundesliga. Es läuft und läuft und läuft. Freue sich, wer kann. Und wenn Bayern im letzten Spiel der nächsten Saison gegen Ingolstadt verliert, das dadurch nicht absteigt? Blätter würde höhnen: Ihr habt’s gerade nötig!

Was wird dem unangenehmen Typen eigentlich konkret vorgeworfen? Handfestes ist mir nicht bekannt. Ganz, ganz schlechtes Empörungsmanagement. Muss auch noch mal nachschauen, wie das mit der WM 2006, Beckenbauer usw. war. Die irre Szene beim Tanzen. Hoffentlich finde ich es im gw-Archiv. Aber das irrste Wort überhaupt: FIFA-Ethikkommission. Eine contradictio in … in was? … adverbio ja nicht … substantivo? Auch beim Warmschreiben im Blog sollte ich Ausdrücke vermeiden, die hochstaplerisch wirken, wenn kein hundertprozentiges Wissen dahintersteckt.

Auch “Prinz von Zamunda” muss ich, auf anderem Niveau, “verifizieren”. Will ich im Zusammenhang mit dem Europa-Desaster anbringen. Und: Ist die Feindschaft zwischen Blatter und Platini (klingt ja schon wie Blatt und Blättchen) nur eine a la Wrestling-Shows?

Ebenfalls ein Montagsthema, aber nur, wenn ich es in Kurzform hinkriege: Warum ich Olympiasiegerin geworden wäre (Ansatz dazu: Interview in der taz mit einer Genderforscherin über Geschlechtergrenzen im Sport). Muss nur aufpassen, dass ich nicht in schenkelklatschendes Männer-Hohoho abdrifte. Dazu muss ich auch meine uralte “Kontra”-Kolumne “Bizarres Getto Frauensport” nachlesen.

Ich habe also noch einiges (Beckenbauer, contradictio, Getto) zu überprüfen. Aber zuvor: Kaffee, Kuchen, Knicks.

 

Veröffentlicht von gw am 31. Mai 2015 .
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Samstag, 30. Mai, 14.45 Uhr

Bahnreise. Zwischen Nürnberg und München 300 km/h. Ich bin leicht beeindruckt. Ein Welterfahrener trumpft lässig auf: “In Japan waren es 600 km/h.” So einen gibt es immer.

U-Bahnhof in München. Ein altes, ein sehr altes Paar, krokodilige Haut, braungebrannt, stark tätowiert, fast nackt. Beide haben nur einen knappen gelben Bikini an. Als wäre es ihre selbstverständliche Reisekleidung.

Rückfahrt um viertel nach vier. Vorher alles noch einmal im Internet überprüft. Schon eine halbe Stunde vorher im Bahnhof. Noch einmal vergewissert. Viertel nach vier, Gleis 19, keine Verspätung. Noch einmal Pipi machen. Ich komme zurück, helle Aufregung: Der Zug ist weg. Schon um kurz nach halb vier abgefahren. Kurzfristig vorgezogen wegen Bauarbeiten. Ohne jede Ankündigung. Bahn 2015.

Zu Hause festgestellt, dass Festnetz und W-Lan nicht funktionieren. Da ich schon ein paar Stunden später zur Radtour am Main aufbreche, muss sich die KKK-Liebste alleine mit der Telekom auseinandersetzen. Ich werde telefonisch von dem Drama informiert, von der Warteschlange, vom Ding der Unmöglichkeit, eine sinnvolle Auskunft zu erhalten, von den widersprüchlichen Aussagen (erstes Telefonat: wohl allgemeine Störung; zweites: nein; drittes: doch; viertes: nein). Fazit: Ein Telekom-Mensch kann erst am Samstag kommen. Order an uns: Zwischen 11 und 16 Uhr zu Hause sein! Sind wir. Handy an! Haben wir. Vorsichtshalber seit dem frühen Morgen. Jetzt sitze ich hier, es ist kurz nach drei,  und blogge aus lauter Langeweile (ist das die allgemeine Blogger-Motivation?) Unwesentliches, jedenfalls nichts für den Stein(es)bruch. Dass ich es überhaupt kann, verdanke ich dem Nachbarn bzw. seinem W-Lan, in das ich mich einklinken darf. Funktioniert leider nicht im Arbeitszimmer, nur von einer Stelle unterm Dach aus. Da hocke ich nun.

Und hocke. Kolumnen-Material ins Unreine schreiben? Wohlfeile Blatter-Empörung artikulieren? Oder die Feigheit der Europäer? Oder Storls 21,92? Oder dass von jenem Ami, der gewonnen hat, ein Über-24-Meter-Trainingsstoß im Internet kursiert (allerdings übergetreten)? Nee, hab keinen Nerv dazu. Will endlich runter vom Dach. Ich vermute aber: Es kommt niemand. Bei telefonischem Protest ist niemand zuständig. Es wird vertröstet, es gibt einen neuen Termin, das Drama geht weiter. Wetten!?

Rad-Strecke: Von Kahl (bei Hanau) nach Laudenbach (65 km). Goldener Engel. Übernachtet. Von Laudenbach über Miltenberg nach Wertheim, Taubertal und zurück (75 km). Übernachtet. Zurück wie am ersten Tag. Das alles im Trio mit den beiden alten Klassenkameraden, die nicht ganz so alte Blogleser schon von ähnlichen Touren kennen. Klar, dass wir abends bei Speis und Trank alle ungelösten Probleme der Welt gelöst haben. Ist ja auch alles furchtbar einfach. Man müsste nur auf uns hören.

Alte Klassenkameraden: Vor 49 Jahren zusammen Abitur gemacht. Nächstes Jahr Jubiläum. War doch erst gestern, oder?

Nein, wir haben nicht alle Probleme gelöst. Zwei bleiben unlösbar. Bahn und Telekom.

 

 

 

Veröffentlicht von gw am 30. Mai 2015 .
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Sport-Stammtisch

Krokodilstränen. Sie fließen bei Krokodilen unwillkürlich beim Fressen (eine von mehreren gängigen Theorien: weil das weit geöffnete Maul auf Drüsen drückt), beim Menschen aber nur, wenn er sie sich bewusst abpresst und heuchelheult. Angesichts der Reaktionen von Sponsoren, Politikern und Sportfunktionären auf die FIFA-Affäre stellt sich die Frage: Gibt es auch Krokodilswut?
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Beispiel Michel Platini, der sich zum Blatter-Widersacher hochsteri … sorry … hochstilisiert: Bei der sportlich absurden Wahl Katars zum WM-Ausrichter 2022 hatte der französische UEFA-Boss … für Katar gestimmt. Kurz darauf kauften die Scheichs mit ihren Fantastillionen die Senderechte für die französische Liga und stiegen bei Paris St. Germain ein, das sich daher einen Ibrahimovic und Beckham leisten konnte. Und einen Platini-Junior, denn die Scheichs hatten auch ein Herz für das Präsidentensöhnchen, das sich »Europachef« von PSG nennen durfte.
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Dass auch Pep Guardiola für schlappe elf Millionen Euro PR für das tolle Fußball-Land Katar gemacht haben soll … na ja, wer von uns solch ein Angebot ablehnen würde, der werfe den ersten Stein. Und überhaupt: Nicht Blatter ist das Problem, sondern die Gier in der FIFA und um die FIFA herum. Dank Blatter erhalten die Gierigen ihr Futter. Wes Kaviar ich speis …
Manchmal kam ich sogar in Versuchung, Blatter als Großmeister der zynischen Ironie richtig gut zu finden. Aber als er sich als »Godfather« des Frauenfußballs rühmte oder Angriffe auf ihn, den Afrika-Freund, als Rassismus bezeichnete, war das vermutlich sein scheinheiliger Ernst.
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Auf der Internetseite des Fußballmagazins »11Freunde« gefunden: »Wenn Sepp Blatter unschuldig ist, dann
… ist der Papst ein Heiratsschwindler
… wird Lothar Matthäus Schalke-Trainer
… gewinnt Darmstadt die Champions League 2017.«
Und so weiter. Nun ja, Matthäus auf Schalke – soo unwahrscheinlich nun auch wieder nicht. Dem Papst ist ebenfalls vieles zuzutrauen (jedenfalls mehr als seinem Vorgänger). Aber die ultimative Unwahrscheinlichkeits-Variation ist diese: »… findet die Eintracht einen Trainer, der zu ihr passt«.
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Eintracht also. (Moment bitte, ich muss mir für diesen großartigen Übergang mal kurz auf die Schulter klopfen) Vorab ein herzliches Dankeschön an Guardiola, der Lewandowski im letzten Spiel auswechselte, bevor dieser  Alex Meier gefährden konnte. Aber das nur am Rande. Im Mittelpunkt: Das Scheitern von Thomas Schaaf. »Anonyme Attacken und fehlende Rückendeckung vertreiben den Trainer nach nur einem Jahr aus der Stadt«, schreibt die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, wogegen die »Frankfurter Rundschau« in eigener Sache dagegen hält: »Dass Schaaf wegen unbotmäßiger Presseartikel hinwirft, ist ein vorgeschobenes Argument. Es wäre nahezu lachhaft«, denn die FR-Berichte »basieren auf sauberer Recherche, Hintergrundwissen und Informationen von Beteiligten und Spielern. Er ist vielmehr in Frankfurt nie richtig angekommen.« Ein aparter Euphemismus (»Informationen von Beteiligten«), aber ein zutreffendes Fazit: Schaaf ist nie richtig angekommen, weil er im Gegensatz zu seinem Vorgänger keinen vertraulichen Kontakt mit den Main-Medien pflegte (ich habe dazu erstaunliche »Informationen von Beteiligten«). Im Gegenteil, Schaaf ließ die Sichwichtigfühler fühlen, für wie unwichtig er sie hält. Das rächte sich.
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Aber ich will nicht schon wieder das Frankfurter Medien-Nest beschmutzen. Ich würde sowieso alles – ALLES! – verzeihen, wenn sie Klopp herbei schreiben könnten. Und nicht ein weiteres Opfer. Aber eher ist Blatter unschuldig.
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Wer weiß, vielleicht ist er es ja wirklich? Bei all meinen oft sehr meinungsfreudigen Kolumnen bin ich mir der Möglichkeit bewusst, dass die andere Meinung die zutreffendere sein könnte. So lese ich in der »Bild«-Zeitung, dass Verkehrsminister Dobrindt »Merkels Mode-Minister« sei. »Bild« zitiert auch die »Promi-Designerin« Anna von Griesheim: »Die Typ-Veränderung ist gelungen und ausdrucksstark.« Das Beweisfoto zeigt Dobrindt in einem knappen karierten Anzug (Stielike-Style?), in dem er für mich allerdings aussieht wie ein Clown.
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So können Meinungen auseinander gehen. Ich glaube ja auch, heute einen gelungenen und ausdrucksstarken Text geschrieben zu haben. Oder doch nur Ansichten eines Clowns? (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 29. Mai 2015 .
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Baumhausbeichte - Novelle