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Ohne weitere Worte (vom 28. April)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Bayern München macht einen großen Fehler, wenn der Verein auf die Dienste von Dr. Müller-Wohlfahrt verzichtet. Der Mann ist ein Schamane. Sein genaues Alter kennt niemand, aber Historiker haben ihn auf Wandmalereien identifiziert, als Notarzt bei römischen Gladiatorenkämpfen. (…) Wenn der FC Bayern sich für Guardiola und gegen ihn entscheidet, dann wird Müller-Wohlfahrt dafür sorgen, dass München im Endspiel des DFB-Pokals gegen Arminia Bielefeld 0:11 verliert. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Der Kontrollwahn des Trainers geht sehr weit. Sogar die Croissants zum Frühstück hat Guardiola zuletzt hinterfragt. Starkoch Alfons Schuhbeck musste diese Saison schon mehrmals beim Trainer antreten, um seinen Speiseplan auf den Prüfstand stellen zu lassen. (Sport-Bild)
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»Pep Guardiola ist einfach neidisch auf meine Frisur, die ich mir damals von Winnetou ausgeliehen habe.« (Valentin Witt auf der »Die Wahrheit«-Seite der taz)
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Das Sonderangebot der Woche hat natürlich auch mit den Münchner Bayern zu tun. Nach der Porto-Gala wurde vom Fanshop des Klubs jeder Einkauf (…) »Porto«-frei geliefert. Ja, portofrei! Verstanden? Ohne Porto! Geniales Doppel-Wortspiel. (Volker Stumpe in der »Schluss für heute«-Kolumne der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Tuchel (41), hat sich rar gemacht und geschwiegen. Je weniger man ihn sieht, desto größer wird er. (…) Aber jetzt wird ein Wirbel um den Mann entfacht, als hätte er für Meistbietende das ewige Leben im Angebot. (Spiegel)
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Für die Gewaltbereitschaft in Teilen der Gesellschaft den Fußball zur Kasse zu bitten ist absurd. Da müsste sich zuerst die Politik an die eigene Nase fassen. (Chefredakteur Rainer Franzke im Kicker)
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»Wie oft habe ich schon erleben müssen, dass der Kollege x, wenn er eine Mannschaft übernommen hat, erst mal öffentlich erklärt, dass die Mannschaft in einem ganz schlechten körperlichen Zustand sei. Da könnte ich innerlich brechen.« (Trainer Peter Neururer im taz-Interview)
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»Ich war im Fettklub, ich kam da nie raus«, sagt der Angeklagte René Schnitzler. (…) Wer im Kader mehr als elfeinhalb Prozent Körperfett hatte, musste nach dem Training laufen. Schnitzler lief – ohne Aussicht auf Bewährung: Denn er führte als Fußballspieler ein so ungesundes Doppelleben, dass sein Körperfettanteil eine der wenigen Konstanten blieb: »Ich war immer bei 16 Prozent.« (Christoph Becker in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über den im Bochumer Spielbetrug-Prozess angeklagten Ex-Profi)
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Jenners Geständnis ist ein Event, vergleichbar nur mit dem Superbowl. Es zeigt, wo das Land steht. Gefühlsmäßig. Irritationsmäßig. Panikmäßig. (Anne Philippi in der Welt)

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Rojinski zog mit ihren Eltern aus der Sowjetunion nach Deutschland, und sofort in ein Asylbewerberheim, da war sie sechs. Sie sagt: »Meistens saß ich mit Stempeln und Briefmarkenbefeuchtern in einer Ecke und spielte Ausländerbehörde.« (SZ-Magazin über die Fernseh-Darstellerin Palina Rojinski)
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Lauterbrunnen ist das Paradies für BASE-Springer / Mit einem Fallschirm auf dem Rücken fliegen sie die Felswände hinab / Bisher 39 Tote (aus dem Wochenendjournal des Schwarzwälder Boten / gefunden im Spiegel-»Hohlspiegel«)
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Grass war ein schwadronierender Langweiler, ein geschwätziger Wortakrobat, der blutleere Figuren nach seinem Abbild formte. (Henryk M. Broder in der Bild-Zeitung unter der Überschrift »Hängt ihn tiefer!«)
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Dieser Mann, der sehr gescheit aussieht, wenn er gerade keine Faxen macht, kann zwar lustiger zucken und brüllen als schreiben, aber dafür schreibt er noch gescheiter, als er aussieht, wenn er gerade nicht zuckt und brüllt. (Dietmar Dath in seiner FAZ-Rezension der John-Cleese-Autobiographie »Wo war ich noch mal?«) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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