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Ohne weitere Worte (vom 21. April)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Peymann gegen Renner, Piëch gegen Winterkorn? Alles Kokolores gegen die Schlacht von München. (…) Es ist dies vom ersten Tag an ein Hahnenkampf von zwei Top-Gockeln, von denen der eine sich kurz vor dem Spiel immer in seine Trainerkabine zurückzieht, um sich derartig in Schale zu werfen, dass die vielen Frauen in der Arena erregt seufzen, wenn er das Treppchen hochgerannt kommt. (…) Vom anderen, vom Mull, heißt es, er schätze vor allem Verletzungsunterbrechungen am entfernten Ende des Spielfelds; nur dann könne er diese tollen Sprintfähigkeiten eines Zweiundsiebzigeinhalbjährigen vorführen. (Süddeutsche Zeitung  über die Rivalität Guardiola/Müller-Wohlfahrt / Seite-drei-Artikel von drei Autoren)
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»Der weiß vom Theater nix. Da ist keinerlei Geschichtsbewusstsein, kein Hintergrund. Da können Sie genauso gut mit dem Pförtner sprechen. Er ist einer dieser Lebenszwerge, die jetzt überall die Verantwortung haben.« (Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles, im Zeit-Interview über den Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner)
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Klopp steht manchmal in seiner Coachingzone, als triebe er auf einem Floß ins Nirgendwo. (Thomas Hennecke, »Dortmund-Experte des Kicker«, vor der Rücktrittsankündigung des BVB-Trainers)
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Noch nie ist in der Bundesliga so viel über einen Trainer gesprochen worden, der so wenig erreicht hat wie Thomas Tuchel. (…) Ist er ein überragender Trainer, wie einige sagen? Mag sein! Hat er es schon bewiesen? Noch nicht wirklich! Bewiesen ist dagegen, dass er schon mehrfach verhaltensauffällig wurde. (Sport-Bild-Chefredakteur Alfred Draxler in seiner Bild-Kolumne)
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Betrachtet man Tuchel wie eine börsennotierte Ich-AG, wird der Mechanismus klarer, wie der Hype und seine Wertsteigerung funktionieren. Die Marke Tuchel lässt sich mit einer Aktie vergleichen, deren astronomisch steigender Kurs sich nur aus Zukunftserwartungen speist. (…) Was den einen Investoren die Internet-Nerds aus dem Silicon Valley, ist den Bundesligaklubs der Fußball-Nerd aus Mainz. (Michael Horeni in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Ohnehin muss als fraglich gelten, ob je wieder ein Trainer so zu den Sehnsüchten und zur Mentalität des BVB-Anhangs passen wird wie Klopp. (…) Aber umgekehrt gilt das auch für Jürgen Klopp: Ob er jemals wieder emotional so zu einem Klub und zu einer Stadt passen wird wie zu Dortmund und zum BVB, das darf man ruhig bezweifeln. (Freddie Röckenhaus in der Süddeutschen Zeitung)
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Es ist nicht Klopp, der in den vergangenen Monaten wieder kleiner geworden ist, es ist sein baldiger Ex-Klub. (aus einem WAZ-Kommentar, zitiert in der FR-Kolumne »Für Sie gelesen«)
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Der BVB machte mit schönstem Fußball, der wie Fest und Feier aussah, unsere Herzen auf. (…) Nun ist sie gestorben. Die einzige, echte, wahrhaftige, mitreißende, interessierende Alternative zum FC Bayern ist tot. (Jan Feddersen in der taz)
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Der Seitenlinien-Psychopath kann noch so rumbrüllen, austicken, austeilen oder zickig sein – alle verzeihen ihm. (…) Man kann ihn einfach nicht scheiße finden. (Doris Akrap in der taz)
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»Das Ritual an sich ist eine symbolische Ejakulation auf dem Höhepunkt des Triumphes. Natürlich ist das sexistisch.« (Lilli Gast, »Professorin für theoretische Psycho-Analyse an der International Psychoanalytic University« in Berlin, zum Champagner-Spritzen von Lewis Hamilton, zitiert in Bild)
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»Natürlich sind Schläge auf den Kopf nicht gut. Sie machen dich nicht schlauer.« (Wladimir Klitschko im Sport-Bild-Interview)
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»Philanthropie und Wohltätigkeit sind die PR-Abteilung des Kapitalismus.« (Russell Brand, britischer Entertainer, zitiert im Spiegel)
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Ich bin vielleicht nicht sehr tolerant. Aber ich würde jederzeit eine Partnerin akzeptieren, die toleranter ist als ich. (Harald Martenstein in seiner Zeit-Kolumne) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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