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Ohne weitere Worte (vom 14. April)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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»Dieses Martialische macht mich an. Paris – Roubaix ragt heraus aus allen anderen Rennen. (…) Es ist mein absolutes Lieblingsrennen. Dieses Ding will ich unbedingt mal gewinnen.« (John Degenkolb, Paris-Roubaix-Sieger 2015, vor dem Rennen im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Bemerkenswert sind gleich zwei Dinge: Zum einen, dass ein deutscher Klassiker-Sieger nicht mehr wie früher klassisch deutsch Rudi (Altig) oder Rolf (Gölz) heißt, sondern neuostdeutsch John. (…) Und zum anderen, dass sich der dopingverseuchte Radrennsport auf eine Art und Weise ehrlich macht, die ihm kaum einer zugetraut hätte. Schließlich fährt Degenkolb für das deutsche Giant-Alpecin-Team – und Alpecin wirbt für ein Koffein-Shampoo mit dem Slogan »Doping für die Haare«. (Peter Dausend in der »Gesellschaftskritik« im Zeit-Magazin)
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»In Algerien ist das Tor natürlich sehr präsent. Es gibt Kinder, die glauben, mein Vorname würde ›Kaab Dahabi‹ lauten: ›Goldene Ferse‹.« (Rabah Madjer im Interview der Süddeutschen Zeitung über sein Hackentor für Porto im Europacup-Finale 1987 gegen Bayern München)
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Ihre sehr weiträumige Besetzung des Raums zwischen der Abwehrreihe und den anderen Mittelfeldspielern ist eine ihrer großen Stärken und ein wichtiger Faktor, um mehr Mitspieler in höheren Zonen zu nutzen. (…) Weil ihre beidseitige Weiträumigkeit die doppelte Sechserraumpräsenz obsolet macht, aber gleichzeitig auch den jeweils anderen aus dem Spiel nimmt, gibt es hier Probleme in der Ballzirkulation. (spielverlagerung.de über die »gegenseitige Präsenzbremse« von Schweinsteiger/Alonso, zitiert in der Zeit)
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»Was mache ich denn jetzt?«, habe er sich gefragt. So selten, wie er Tore schieße, würden ihm schlicht Erfahrungswerte beim adäquaten Jubel fehlen. »Es gibt ja Spieler bei uns, die überlegen wochenlang, was sie beim Jubeln so alles veranstalten, die plötzlich irgendwelche Masken herausziehen. (…) Ich habe mich dann auf die Knie fallen lassen«, erklärte der Ex-Nationalspieler. Das sei »ziemlich old fashioned« gewesen, so Kehl: »Aber das macht man in meiner Generation halt so.« (Welt)
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»Bei ihm passt das etwas flippige Auftreten überhaupt nicht mit seinem Charakter zusammen. (…) Wenn man nur das Äußerliche betrachtet, denkt man vielleicht, er sei ein wenig durchgeknallt. Aber schon bei St. Etienne haben wir gesehen und mitbekommen, dass er nie egoistisch denkt oder spielt, total positiv ist und größten Einsatz zeigt.« (BVB-Sportdirektor Michael Zorc in Sport-Bild über Pierre-Emerick Aubameyang)
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Als (…) Davie Selke im Herbst seinen Vertrag bei (…) Werder Bremen verlängerte, nannte er das eine »Herzensangelegenheit«. Als nun (…) bekannt wurde, dass (…) Selke beim Zweitligisten RB Leipzig einen Vertrag (…) unterzeichnen wird, da schwieg der junge Mann. Was hätte er auch sagen sollen? Noch eine Herzensangelegenheit hätte ihm keiner abgenommen. Und das Wort »Kommerzens-Angelegenheit« ist noch nicht erfunden. (Christof Kneer in einem SZ-Kommentar zum »Fall Selke«)
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Nicht das Geld soll ausschlaggebend gewesen sein, Selke soll vom Gesamtkonzept des von Ralf Rangnick geführten Vereins in Leipzig überzeugt sein. Eine Art Herzensentscheidung war das also. (Cathrin Gilbert in einer Zeit-Glosse über das »Herzensangebot«)
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Tim Wiese (Hoffenheim), Guido Buchwald (VfB Stuttgart), Uwe Bindewald (Eintr. Frankfurt), Michael Grünewald (Kickers Offenbach), Tomasz Waldoch (Schalke), Rainer Schönwälder (1. FC Saarbrücken), Marcel Busch (RW Ahlen), Rolf-Peter Rosenfeld (St. Pauli), Park Ji-sung (Queens Park Rangers), Herbert Weinberg (RW Essen), Hans-Herbert Blumenthal (Hannover 96) (»Natur-Elf« von  11Freunde)
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»Bis einschließlich November 2014 war Griechenland auf dem richtigen Wege. (…) Nun aber regieren Populisten von links und rechts das Land. Mit einer Koalition aus dem Sahra-Wagenknecht-Flügel der Linken und dem Alexander-Gauland-Flügel der AfD würde sogar Deutschland nach kurzer Zeit vor die Wand fahren.« (Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, zitiert in der SZ) (gw)
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(www.anstoss-gw.de  gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle