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Dr. Sylvia Börgens: Ach …

… lieber Herr Steines, es ist komplizierter mit der Berechnung des orthodoxen Osterdatums. Wie der Zufall es will, fuhren wir gestern mit dem Zug nach Bonn, um Tochter und Tochterfreund zu besuchen, und mein Mann war in einen hoch gelehrten älteren Artikel eines DDR-Astrophysikers zur Bestimmung des Osterdatums vertieft.

Die Regel “Ostern ist am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond” gilt in der Ost- wie der Westkirche grundsätzlich gleichermaßen. Nur haben sich die Ostkirchen der Gregorianischen Kalenderreform (Papst Gregor XIII., 1582) nicht angeschlossen, sondern den Julianischen Kalender beibehalten (nach Gaius Julius Caesar), zumindest für das Osterdatum. Weil der Julianische Kalender zu viele Schalttage enthält, hinkt er unserem Kalender – und damit auch dem astronomischen Frühlingsanfang – mittlerweile dreizehn Tage hinterher. Tag- und Nachtgleiche war nach dem Julianischen Kalender in diesem Jahr am 7.März.

Je nach Frühlingsvollmond-Datum ergeben sich also verschiedene Konstellationen, und das Osterdatum in der Ostkirche ist deshalb in nicht vorhersagbarer Weise von unserem verschieden – oder auch nicht. 2016: bei uns am 27.3, in der Ostkirche am 1.5. (weil “unser” Frühlingsvollmond für sie ja noch im Winter ist!); 2017: gleichermaßen am 16.4.

Mit diesen unvollständigen und immer noch laienhaften Ausführungen grüßt herzlich Sylvia Börgens (Wölfersheim)

 

Ach, liebe Frau Dr. Börgens (und lieber Walther Roeber, der ebenfalls mein im griechischen Sprachkalender angegucktes Viertelwissen milde lächelnd ergänzt hat), ich werde mich hüten, weitere Oster-Recherchen zu betreiben – das kann nur in die Hose gehen. Aber vielleicht in einem Jahr …

Baumhausbeichte - Novelle