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Ohne weitere Worte (vom 8. April)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Spitzensportler müssen damit leben, dass bei Leistungssteigerungen der Verdacht auf unlautere Methoden aufkommt. Haben Sie Reaktionen vernommen? – »Das gibt es hin und wieder. (…) Ich habe dann die Meinung: Komm, trainier mit mir einen Monat! Tagtäglich! Vier, fünf Stunden Kraft! Mach’s mit mir mit, genau gleich! Dann schauen wir, ob bei dir auch etwas weitergegangen ist oder nicht.« (Alpin-Weltcupgewinner Marcel Hirscher im Interview der Süddeutschen Zeitung)

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Wolfsburg ist heute nicht mehr nur für Autos und Fußball bekannt, sondern auch für seine islamistische Szene. (SZ unter der Überschrift »Made in Germany – Wie der Dschihad ausgerechnet hierher kam«)

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Die Fans lieben seine kleinen, kindischen Streiche. Sie finden es lustig, wenn er seinen Mannschaftskollegen Salz ins Trinkwasser schüttet. Wenn er einen Fisch im Kofferraum eines Kollegen versteckt. (…) Sie lachen über den Eimer Wasser auf die Föhnfrisur von Oliver Kahn, über versteckte Fußballschuhe und zugeklebte Spinde. (Spiegel über Franck Ribery)

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Steffi Jones, Bundestrainerin also. (…) Bernd Schröder (Anm.: Trainer von Potsdam) hält diese Personalie für bedenklich. Moniert, dass die Berufung im stillen Kämmerlein geschehen sei. Ohne ihn zu fragen, offensichtlich. Oder Lothar Matthäus. Und schon gar nicht Theo Zwanziger. Dem würde man zwar glatt zutrauen, auch in dieser Causa eine Untersuchungskommission anzurufen. Aber gemach: eine Chance für das junge Glück, bitte! (…) Eine Steffi jedenfalls hat dem deutschen Sport selten geschadet. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Mancher hätte es wohl gern, wenn er anständig aus dem Fenster spränge wie Rex Gildo. (…) Aber er macht einfach weiter. (…) Er raucht nicht, er trinkt nicht, er nimmt keine anderen Drogen. (…) Er ist 70 und erreicht – anders als die SPD, die FAZ, das ZDF oder die Rolling Stones – auch junges Publikum. (taz über Jürgen Drews)

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Es heißt immer, Profiboxer schmeißen das Geld mit vollen Händen raus und am Ende landen sie im Rotlichtmilieu und sind pleite. – »Das ist doch bei vielen Fußballern, Basketballern oder anderen Profisportlern auch so. Sie verdienen Millionen und sind zwei Jahre nach der Karriere pleite, weil sie auf das Leben danach nicht vorbereitet sind.« (Ex-Boxweltmeister Dariusz Michalczewski im SZ-Interview)

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»Manchmal sitze ich zu Hause und sage ›Neger‹. Ich sage es einfach mal – als ich klein war, war Jim Knopf nun mal ein Neger-Baby. Den ›Sarotti-Mohr‹ dagegen finde ich wirklich politisch inkorrekt. Das war ein Sklave.« (Hella von Sinnen im Bild-Interview)

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Die eigene Autobiografie ist für Roehler als Künstler, was Eigenblutdoping für Extremsportler ist: »Ich inhaliere diesen abgestandenen, ätherischen Duft, diesen Angstschweiß, den die Stadt absondert. Ich brülle, ich provoziere die Typen: ›Trinkt die Pisse von Honecker!‹, schreie ich. ›Trinkt die Altmännerpisse!‹« (Spiegel über Oskar Roehlers Buch »Mein Leben als Affenarsch« und seinen Film »Tod den Hippies! Es lebe der Punk!«)
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Sie sagten kürzlich, natürlich könne man sich über Muslime lustig machen. – »Sie töten einen nur hinterher, ja. Aber im Ernst: Ich glaube, dass sich Muslime an unsere Werte anpassen sollten, wenn sie aus Ländern mit anderen Wertesystemen in den Westen kommen. Ich würde ja auch empfehlen, nicht im Bikini durch Saudi-Arabien zu laufen. (…) Muslime, die bei uns leben, sind Teil unserer Gesellschaft. Sie haben das Recht, ausgelacht zu werden.« (John Cleese, Ex-Monty Python, im Spiegel-Interview)

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Ist das generell ihr Geschäftsmodell, nix tun und viel kassieren? – »Warum soll ich arbeiten, wenn ich auch so Millionen verdiene?« (Michalczewski/SZ)

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Es hieß, Sie seien in der Reha faul und hätten auch noch zugenommen. – »Ich war nicht faul, und ich bin nicht dick.« (Schalkes Jefferson Farfan im Sport-Bild-Interview) 

(gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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