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Ohne weitere Worte (vom 31. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Niki Lauda hatte das triumphale Grinsen schon im Gesicht. Als das Safety Car beim Großen Preis von Malaysia nach drei Runden auf die Strecke rollte, bogen beinahe alle Formel-1-Piloten reflexartig in Richtung Boxengasse ab. Nur Sebastian Vettel nicht. »Das ist eine Fehlentscheidung«, sagte der Mercedes-Chefaufseher. (Welt online)
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Sein ehemaliges Team überrundete Vettel gar. (FAZ online / wer wen?)
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Eine Stimmungskanone, die eben nicht nur für gute Laune wie im Dauer-Karneval sorgt, sondern durch seine (sic!) Lockerheit und Leichtigkeit das entsprechende Umfeld für eine bestens funktionierende Hochleistungsgesellschaft mitgestaltet. In dieser Rolle ist Poldi tatsächlich einmalig und unersetzlich. (Michael Horeni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Lukas Podolski und die Nationalmannschaft)
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2008 machte er (Bernhard Peters, ehemaliger Hockey-Bundestrainer, heute Direktor Sport beim HSV) den Vorschlag, im Fußball wie in anderen Sportarten auch »fliegende Wechsel« einzuführen. (…) Durchsetzen konnte er sich mit dem Plan nicht, aber vielleicht ist er deshalb zum HSV gegangen, weil es dort zumindest »fliegende Trainerwechsel« gibt. (Sport-Bild-Chefredakteur Alfred Draxler in seiner Bild-Kolumne »Nachgehakt«)
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Zwei Großveranstaltungen, die in mir regelmäßig einen panikartigen Fluchtreflex hervorriefen. (…) Beide (…) haben mit dem Glauben zu tun, mit Übersinnlichem, mit Voodoo-Zauber und ausufernden Gefühlen. Gleichsam haben sie ihren ursprünglichen Gedanken längst verloren, oder besser; längst verkauft. (…) Was zählt, ist nur der Kommerz. Und nun finden die zur gleichen Zeit statt. Ist das gut? Ja. (…) WM und Weihnachten neutralisieren sich gegenseitig. Es ist wie das Entzünden eines Gegenfeuers bei einem Waldbrand. (Michael Herl in seiner »Kolumne« in der Frankfurter Rundschau)
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Herba (…) verbesserte seinen eigenen Weltrekord im Stufenbergaufradfahren. Der 33-Jährige bezwang mit seinem Fahrrad 3139 Stufen im (…) 508 Meter hohen »Taipei 201« in Taiwans Hauptstadt Taipeh. (…) Ist schon irre, womit sich manche Menschen die Zeit vertreiben. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Bio, glutenfrei, handgepflückt, gesund. Quinoa ist die Offenbarung für alle, die Weizen für Gift halten. Dumm ist nur: Der Inka-Reis wird immer teurer – so teuer, dass die Bauern in Bolivien jetzt Pommes essen. (»Die Seite drei« der Süddeutschen Zeitung über »Dünkelvollkorn«)
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Der Veganerfresser (Schlagzeile). Früher hat Udo Pollmer die Agrarindustrie kritisiert. Nun ärgert er die Ernährungsbewussten mit Fakten – und giftigem Humor (…) »Meine Generation (…) glaubt immer noch, dass hinter allen bösen Dingen die mächtige Industrie steht, die nur Böses im Sinn hat und der Menschheit Gifte aller Art unterjubelt. (…) Wenn heute jemandem ein Furz querliegt, dann glaubt er schon, er würde von Handystrahlen durchbohrt.« (Jan Grossarth in einem FAS-Porträt des Bestseller-Autors)
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Er sagt, tierisches Fett sei vorteilhaft, Wurstsalat reicher an Vitamin C als Kopfsalat, Pommes für Kinder besser als Pellkartoffeln. (FAS über Pollmer)
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Patrik Baboumian ist der stärkste Mann Deutschlands – und Veganer. (…) Das sei ja die Kunst der Fleischindustrie, meint Baboumian: »Das Leid der Tiere vor dem Konsumenten zu verstecken, so dass er die Brücke zwischen dem lebendigen Wesen und dem Fleischprodukt nicht schlagen kann.« (Lars Wallrodt in der Welt)
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Sind Sie ein verbohrter Hundehasser? (…) – »Nein, ein lustiger. (…) Einmal nannte man mich einen ›inkontinenten Altersschwulen‹. Aber gut, das ist mir mein demokratisches Grundrecht auf Satire schon Wert.« (Wuff … sorry … Wulf Beleites, Herausgeber der Zeitschrift »Kot & Köter«, im SZ-Interview)
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Heute ist Gutmensch ein Spottwort. Und zwar eines, das kein zurechnungsfähiger Mensch mehr benutzt. Durch übermäßigen Gebrauch der falschen Leute ist es unbrauchbar gemacht worden. Gutmensch sagen eigentlich nur noch Nazis und Idioten ohne sprachliches Feingefühl. (Matthias Heine in der Welt)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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