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Ohne weitere Worte (vom 24. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Da spielte eine Männermannschaft gegen eine Knabenauswahl (die sich mitunter ja genauso kindisch benimmt mit albernen Batman- und Robin-Masken). (Thomas Kilchenstein in der Frankfurter Rundschau zum BVB-0:3 gegen Turin)
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Anders als in den Vereinigten Staaten üblich (…) wollte sich Badstuber nicht das Kreuzband eines Toten einsetzen lassen. (…) Es bleibt dabei: Wo Badstuber draufsteht, ist Badstuber drin. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Stefan Kießling (…) knallt den Ball beim Elfmeterschießen in Madrid derart mit Karacho in die Erdumlaufbahn, dass sich in Mitteleuropa drei Tage später die Sonne verdunkelt. (FAS)
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Tim Wiese wiegt jetzt 129 Kilo. (…) Im Herbst will Wiese 130 bis 140 Kilo wiegen. Also, nicht vergessen: Die nächste totale Sonnenfinsternis gibt’s in Deutschland erst 2081. Wird’s vorher dunkel, steht Wiese im Licht. (FAS)
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»Ich habe gelernt, dass Spieler in der einen Minute Auszeit einen einzigen Satz brauchen, einen zweiten verstehen sie schon nicht mehr.« (Sasa Obradovic, Trainer von Alba Berlin, im FAZ-Interview)
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Berlin gratuliert Boston – Hamburg hat sowieso keine Chance. Das ist jetzt hier so die Haltung. (…) Die größte, beste, tollste Stadt der Welt ist nicht gut genug für den Deutschen Olympischen Sportbund? Was ist denn das für ein Popelverein? (…) Wäre Berlin ein Verein, würde der Trainer die Schlappe so zusammenfassen: die eigene Bedeutung über-, den Gegner unterschätzt. (…) Aber wissen Sie was? In der Halbzeitpause haben wir uns über die Hamburger schlapp gelacht! (Zeit)
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Den Ausschlag für Hamburg gab die Tatsache, dass die Stadt bei Großprojekten bislang noch nicht so total versagt hat wie Berlin. Die Bauruine der Elbphilharmonie ist schon ein ermutigendes Signal, aber erst mit Olympia 2024 kann Hamburg beweisen, was es alles nicht hinkriegt. (»Zippert zappt« in der Welt)
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»Der Hauptansporn war, dass man mal aus der DDR rauskam. (…) Das war schon ein seltsames Gefühl, als ich meinem Erdkundelehrer, der mir von den Niagarafällen erzählt hatte, als 18-Jährige dann Dias davon mitbringen konnte und wir beide wussten: Er wird da vielleicht nie hinkommen.« (Katarina Witt im Zeit-Magazin)
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Die Bürgerkinder singen im Zug zur Demo Arbeiterlieder, aber die einzigen Arbeiterkinder sind wohl bei der Polizei zu finden, die sie mit Steinen bewerfen. So geht Klassenkampf. (Ulf Poschardt in der Welt über »Revolution als Hobby«)
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Verbirgt sich dahinter schon eine leichte Diskriminierung, in der Wendung »einer anderen Fakultät angehören«? – Ebling (zu Gerich): »Sagen das auch die Wiesbadener über die Mainzer?« – Gerich: »Wir sagen: vom anderen Ufer. Alle Mainzer sind vom anderen Ufer.« (aus einem Doppel-Interview im FAZ-Magazin mit den Oberbürgermeistern von Mainz und Wiesbaden, beide homosexuell)
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Eine große Gruppe von Mädchen im Alter von sieben und dreizehn Jahren, weitgehend ohne Aufsicht: Jeder, der mal geritten ist, weiß, was das bedeutet. Es ist kein Klischee, dass Mädchen auf Reiterhöfen ziemlich, nun ja, stutenbissig sein können. (…) Mobben, lästern, intrigieren, petzen, hetzen, sabotieren, selbst auf die Gefahr hin, dass ernsthaft was passiert: (…) Auf jeden Fall lernen junge Reiterinnen eine der elementaren Lektionen unserer Existenz: Das Leben ist kein Ponyhof. (Kerstin Greiner im SZ-Magazin unter der Überschrift »Was hat die denn geritten? Nirgends werden Mädchen so gemein wie in der Gesellschaft von Pferden«)
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Vielleicht geht es ja weiter nach dem Tod und Sie können weiter Musik machen. – »Das glaube ich nicht. Aber falls es doch so ist, sage ich: Ich will mit Mozart und Kurt Cobain in einer Band spielen.« (James Last in der Süddeutschen Zeitung) 

(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle