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Ohne weitere Worte (vom 17. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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»Ich glaube, am Ende ging denen ganz schön der Stift.« (Schalkes Max Meyer nach dem 4:3-Sieg bei Real Madrid, zitiert in der taz)
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Warum setzen sich diese Feiglinge über die verkalkten Funktionäre nicht hinweg? Warum beschließen die deutschen Schiedsrichter nicht, ab morgen in der Bundesliga diese Rote Karte nicht mehr zu zücken? Glauben sie ernsthaft, die FIFA würde Deutschland ausschließen oder Unparteiische aus Zaire oder den Färöern einfliegen lassen? Warum so unmündig? So feig! (Werner Schneyder in »Abpfiff«, der von Kabarettisten geschriebenen Kicker-Kolumne, über die Dreifach-Bestrafung)
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Der erste, letzte und einzige Erfolg – der irreguläre WM-Sieg im Jahre 1966 im Wembley-Stadion gegen Deutschland– liegt lange zurück. (…) Dass es seit 1999 ein Kunstwerk gibt, welches das ganze Elend der Fußballnation a. D. in Stein gemeißelt veranschaulicht, war bisher eher unbekannt. Im Londoner Auktionshaus Sotheby’s wurde nun das an einen großen Grabstein erinnernde Monument (…) versteigert. (…) Zwar fehlen noch viele rabenschwarze englische Fußball-Stunden (…), dennoch ging das unvollendete Werk für stolze 596 230 Euro an einen neuen Besitzer. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Der DFB hat sich für die Austragung der Europameisterschaft 2024 beworben. Die Chancen (…) stehen sehr gut. Glauben Sie wirklich, dass Deutschland für dasselbe Jahr auch noch Olympia zugesprochen wird? – »Ich bin überzeugt, dass in Deutschland in einem Jahr drei Großereignisse möglich sind, also eine Fußball-EM, Olympische Sommerspiele und die Paralympics. Ich freue mich schon auf dieses Supersportjahr.« (DOSB-Präsident Alfons Hörmann im Spiegel-Interview)
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Eigentlich wollen wir Berliner viel mehr als nur die Spiele. Wir wollen den Flughafen. Wir wollen das Schloss. Wir wollen nicht absteigen aus der Fußball-Bundesliga. (…) Wer (…) so naiv ist, gegen eine Stadt anzutreten, die das Athen Amerikas genannt wird (Anm.: Boston), also den Ursprungsgeist der Spiele im Beinamen trägt, muss an chronischer Hertha BSC leiden. Oder an HSV im Endstadium. (»Dausend«-Kolumne in der Zeit)
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Richtig ist, dass ich in meiner Kindheit eigentlich nichts anderes im Kopf hatte als Fußball (…). Unvergessliche Momente der Sportgeschichte sind das, in denen ich in letzter Minute mit einem famosen Sololauf ein Endspiel drehte, mich dabei selbst kommentierte (»Großartig, wie Fried die gegnerische Abwehr stehen lässt!«) und mich nach dem entscheidenden Tor selbst umarmte.« (Nico Fried in seiner SZ-Kolumne »Spreebogen«)
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Sogar die Queen haben Sie getroffen. Wieso? – »Das Lied ›Cinderella Rockefeller‹ war wochenlang auf Platz eins und ihr Lieblingslied. Sie hat zehn Lieblingskünstler eingeladen und mit jedem dreißig Sekunden gesprochen, ich war völlig stoned. Sie fragte: ›Have you been in the Army?‹ Und ich sagte: ›Yes, my majesty. And You?« Sie war sehr amüsiert.« (Ex-Popstar Abi Ofarim im SZ-Interview)
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War »Das Spiel beginnt« mit Johannes B. Kerner tatsächlich die schlechteste Show aller Zeiten? Experten sind sich nicht ganz sicher, auf der nach unten offenen Wolfgang-Lippert-Skala erreichte die Produktion jedenfalls einen Spitzenwert. (…) In den Notaufnahmen drängten sich Menschen, denen sich die Fußnägel aufgerollt hatten. (»Zippert zappt« in der Welt)
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»Ich will mein Leben etwas vereinfachen. (…) Wir sollten die Zeit nicht mit unnötigem Quatsch verplempern.« – Formel-1-Kritiker würden Ihnen empfehlen, mit dem Kreisfahren aufzuhören. – »Verstehe, aber das ist mein Beruf.« (Nico Rosberg im FAZ-Interview)
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»Ich weiß, wie wenig der Mensch braucht, um so etwas wie Glück zu verspüren.« – Was braucht er denn? – »Einen trockenen Schlafsack, eine warme Mahlzeit pro Tag und einen sicheren Lagerplatz.« (Stefan Glowacz, Bergsteiger und Extremsportler, im SZ-Interview)
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»Da waren große Spieler dabei, an denen ich so nah vorbeigelaufen bin. Das habe ich schon sehr genossen.« (Schalkes Leroy Sane/taz)

(gw)
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(www.anstoss-gw.de gw@anstoss-gw.de)

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