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Wolfram Jäger: Piratenpartei

Gegen Ihre Einlassung zu den Piraten protestiere ich deutlich. Sie suggerieren in ihrer Kolumne vom 9.3., die Piraten wären für die völlige Freigabe aller Inhalte im Internet („Libertinage“). Das stimmt nicht.

Exemplarisch: Bei der Zensurulla-Debatte z.B. ging es um ein schlecht gemachtes Gesetz, das nichts außer dem ersten Schritt zu einer Sperrung missliebiger Seiten im Internet gebracht hätte. Es ging auf keinen Fall darum, dass jeder sein Zugriffsrecht auf Kinderpornografie haben sollte! Und zeitgleich gab es im Piratenumfeld mehrere Privatinitiativen, die Seiten mit solchem Inhalt ausfindig machten und über die jeweiligen Provider aus dem Netz nehmen ließen (um beispielhaft aufzuzeigen, wie mit man Kinderpornografie-Seiten fertig werden kann). 

Die Piraten sind an ihrem basisdemokratischem Ideal in selbst erzeugten „Shit-Tornados“ untergegangen, was schade ist, denn in ihren Anfängen war es eine echte liberale Partei – etwas, was mir im deutschen Parteienspektrum fehlt. Und sie hätten auch mit Kompetenz über die Internet-Themen (NSA, Vorratsdatenspeicherung, Netzneutralität etc.) reden können, die für die anderen Parteien eher „Neuland“ (Zitat Merkel) sind.

 Bevor es jetzt aber tl;dr wird, beende ich die Mail lieber und grüße herzlich

(Wolfram Jäger)

Baumhausbeichte - Novelle