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Ohne weitere Worte (vom 10. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Podolski (…) erwischte (…) bei der 0:1-Heimniederlage gegen (…) Florenz beim Eckball mit seinem linken Fuß die Fahne. Der Ball kullerte dem Gegenspieler entgegen. Podolski hüpfte hilflos auf einem Bein herum, bis er merkte, dass sein vorgetäuschter Schmerz die Sache nur noch peinlicher machte. Der tausendfach im Internet geklickte Slapstick ist das Emblem für die Krise des Kölners. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Die Aktion (war) einfach nur geil. (…) Die Liga braucht Typen wie Aubameyang. Sein Tor kann eine riesige PR-Nummer werden. (Pro-Kommentar in der Sport-Bild-Diskussion »Geil oder gaga«)
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Eine Woche Fernsehverbot, ohne Nachtisch ins Bett oder Handy-Entzug hätten ihn (Anmerkung: statt gelber Karte) viel härter getroffen. (…) Früher war die Bundesliga Männersport, heute verkommt sie zum Kinderhort. Die Kreativität der Spieler scheint sich vor allem auf immer neue Varianten beim Torjubel zu konzentrieren, auf die Auswahl ihrer Schuhe wahlweise in Quietscheentchen-Gelb oder Hello-Kitty-Rosa. (Sport-Bild-Kontra-Kommentar)
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»Als Junge bin ich in Italien häufig Kart gefahren. Da musste man vorm Rennen seine Reifen abholen und dazu seine Startnummer nennen, und da ich jede Woche eine andere hatte, konnte ich die Zahlen irgendwann. Wenn man da mit Englisch ankam, erhielt man als Letzter seinen Satz Reifen. Und das war nie der beste.« (Sebastian Vettel im Spiegel-Interview über seine Italienisch-Kenntnisse)
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Die spanische Zeitung »El Pais« berichtet, dass Alonso noch im Krankenhaus unter Gedächtnisverlust litt. (…) Auf die Frage, wer er sei, (habe er) geantwortet: »Ich bin Fernando, 13 Jahre alt, fahre Go-Kart-Rennen und möchte Formel-1-Fahrer werden.« (Bild zum mysteriösen Unfall)
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»Das ist mir peinlich und ich schäme mich dafür. Schließlich bin ich fast 50.« (Freiburg-Trainer Christian Streich zu seiner »Ihr Schweine«-Schiedsrichter-Beleidigung, zitiert in Bild)
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Sie selbst ziehen eine strikte Grenze zwischen Beruf und Privatleben. (…) – »Ich bin kein Typ, der mit fremden Leuten wie Ihnen über sein Privatleben sprechen mag.« (…) – Teamkollege (…) Kimi Räikkönen interessiert es kaum, wenn ein Video im Netz auftaucht, wie er betrunken vom Dach einer Jacht purzelt. – (…) »Ich bin noch von keiner Jacht gefallen. Aber sollte es mir passieren, sag ich Bescheid.« (Vettel/Spiegel)
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Er wird von den Mitschülern in den Schulpausen in den Müllcontainer gestopft und kriecht beim nächsten Mal, weil Gegenwehr zwecklos ist, gleich von selber rein, bekommt dann von innen allerdings den Deckel nicht mehr auf. (Süddeutsche Zeitung über die Jugend des »Rammstein«-Keyboarders Christian »Flake« Lorenz)
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»Er (Anm.: Ted Ligety) hat mal eine Woche bei mir gewohnt, da war er schon eine Weile unterwegs, deshalb wollte er waschen, da habe ich gesagt: Wir fahren schnell rüber zur Mama. (…) Und bald darauf war die Wäsche frisch im Wäschekorb, sauber zusammengelegt und gebügelt – auch die Unterhosen.« – Wer bügelt denn bitte Unterhosen? – »Meine Mama. (…) Bei den Amerikanern war das danach ein Riesenthema: dass in Deutschland die Mütter die Unterhosen bügeln!« (Felix Neureuther, Sohn von Rosi Mittermaier, im SZ-Interview)
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Wenn er mit seinen Kollegen auf der Bühne steht, wirkt und agiert er wie Karl Valentin auf einem Treffen von sadomasochistisch interessierten Gewichthebern. (SZ über »Flake« Lorenz)
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Auf Ihrem Facebook-Account (…) muss man lange blättern, bis man ein einziges (Bild) findet: eines mit Fahrrädern und einem Gedicht. – »Einem ziemlich witzigen Gedicht.« – Ja, na ja … – »… das hab ich selber geschrieben!« – ›Dank de super Radl / geht’s ned auf die Wadl / sondern mit meim Madl / fast aufs Zugspitzbladl.‹ – »Gut, oder?« (Neureuther/SZ)
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Die Welt (…) würde etwas verschrobener klingen, sie wäre aber auch deutlich wärmer, wenn es mehr Flakes gäbe und weniger von denen, die solche wie Flake auf dem Schulhof in die Mülltonnen stopfen. (SZ) 

(gw)
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(www.anstoss-gw.de   gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle