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Karl Nickerl: Klümper

Ich war schon sehr überrascht, lesen zu müssen, was Ihnen Herr Prof. Armin Klümper an Rezepten für diverse Medikamente – irgendwelche Nebenwirkungen sind sicher nicht zu erwarten – vor vielen Jahren verschrieb, die Sie dann im Papierkorb entsorgten.
Ich kenne Herrn Prof. Armin Klümper aus meiner damaligen Zeit als Geschäftsführer des Bund Deutscher Radfahrer e.V. (1962-1968), da ich hin und wieder mit ihm
über andere Dinge als Doping gesprochen habe. Zu meiner Zeit war Doping im Radsport noch kein Gesprächsthema.
Was Herrn Prof. Dr. Josef Keul betrifft, der später auch in die Schlagzeilen bezüglich Doping geriet, so kannte ich ihn auch aufgrund meiner damaligen Tätigkeit.
Er war innerhalb des Bundesausschusses als “Referent für sportärztliche Betreuung” tätig und erschien in dem von mir alljährlich herausgegebenen Handbuch, neben Präsidium, Bundesausschuss etc , der einzelnen Sportarten.
Dies in Kurzform zu beiden Personen.
Was nun Doping im Fußball betrifft, so ist dieses Thema nicht neu. Bereits 2012 habe ich diesbezüglich mit dem Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt/Main einen längeren Schriftwechsel geführt und um Mitteilung gebeten, ob und in welcher Form Doping-Kontrollen zumindest in der ersten und zweiten Bundesliga durchgeführt werden, zumal hierüber weder in Zeitungen, noch Fernsehen etwas berichtet wird.
Mit Schreiben vom 18.4.13 wurde mir seitens Herrn Dr. Stefan Schmidt, Justiziar eine Übersicht über die bisherigen Dopingfälle im Bereich des DFB sowie die Statistik der durchgeführten Kontrollen überlassen, ebenso Presseveröffentlichungen mit Statements des DFB zum Thema Anti-Doping.
Hier wurden bereits eine Anzahl Dopingsünder genannt, was für mich nichts Neues war. Man hatte sich immer nur auf den Radsport “eingeschossen”, obwohl Doping im Wesentlichen auf fast alle anderen Sportarten auch zutrifft.
Dieses Schreiben und Unterlagen habe ich am 7.8.13 an den Leiter der Sportredaktion geschickt.
Leider wurde dies nicht zum Anlass genommen, über die Doping-Praktiken im deutschen Profifußball zu berichten, sonst hätte bereits damals eine öffentliche Diskussion stattgefunden und nicht erst jetzt, nachdem frühere Dopingfälle im Fußball erst jetzt öffentlich wurden.
Wie es aussieht, wagen sich jetzt auch einige frühere Profifußballer aus der Deckung. Paul Breitner attestiert dem Fußball im Zuge der jüngsten Dopingenthüllungen eine “seit Jahren gelebte verlogene Mentalität”. Seine Aussage in der Münchner Zeitung “tz” : “Ich habe als Aktiver und auch nach meiner Karriere immer gesagt, dass im Fußball gedopt wird”.Dem ist nichts hinzuzufügen.
Was den deutschen Profi-Radsport betrifft, so ist hier eine positive Veränderung in Bezug auf Doping festzustellen. Weltklassefahrer wie John Degenkolb und Marcel Kittel verurteilen Doping durch Erklärungen öffentlich. Es wächst eine neue junge Rennfahrer-Generation heran, die nach meiner Einschätzung eine andere Einstellung zu Doping hat. Ich kann nur hoffen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und der Radsport aus den Schlagzeilen kommt.
Auch die neu gegründete deutsche Profiradsport- Mannschaft “Giant Alpecin” bestätigt diese positive Entwicklung. Die deutsche Firma BORA wird außerdem ab Saison 2015 neuer Namensgeber des derzeitigen Team NetApp-Endura. Mit großem Interesse sehe ich der Verabschiedung eines neuen “Anti-Doping-Gesetzes” in diesem Jahr entgegen, da danach Dopingsünder zukünftig mit Haftstrafen verurteilt werden. Dies fordere ich schon seit vielen Jahren für Sportlerinnen und Sportler, die des Dopings überführt werden.
Es wäre an der Zeit, dass man über die Doping-Praktiken im Fußball und anderer Sportarten zukünftig ausführlicher berichten würde.
Zu Doping gäbe es aus meiner Sicht noch vieles zu sagen. Ich möchte es bei diesen Anmerkungen belassen.
Mich würde noch interessieren, welche Leichtathletik Sportart Sie früher ausgeübt haben. (Karl Nickerl/Staufenberg-Daubringen)

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