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Ohne weitere Worte (vom 3. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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»Es ist wohl realistischer, dass wir noch Platz vier in der Bundesliga erreichen, als dass wir die Champions League gewinnen.« (Ilkay Gündogan vor dem Turin-Spiel im Champions-League-Magazin, zitiert in der Süddeutschen Zeitung)

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Dortmund mit mehr Chancen als Mats Hummels, wenn er ein Abteil im Regionalexpress betreten würde, in dem ein Junggesellinnen-Abschied dem Eierlikör allzu sehr zugesprochen hat. (aus dem 11Freunde-Liveticker zum Spiel BVB – Schalke)

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»Ohne Lewandowski wird Bayern kein Champions-League-Sieger. Guardiola muss vorsichtig sein, dass er diesen Jungen nicht verliert. (…) Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lewandowski das noch ein zweites Jahr mitmacht.« (Didi Hamann im Kicker-Interview über die unbefriedigende Rolle des Polen in München)

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»(Der) Afrika-Cup (…) hat meinen Kopf irgendwie befreit.« – Warum? – »(…) Wenn man dort die Armut, die Menschen sieht, dann weiß man erst wieder, wie gut es einem hier geht und wie klein eigentlich unsere Probleme sind. Das hilft einem, dankbar zu sein.« (Pierre-Emerick Aubameyang im Sport-Bild-Interview)

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Katar finanziert neben der FIFA auch noch andere Terrororganisationen wie den Islamischen Staat. (»Zippert zappt« in der Welt)

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Die Empörten hoffen, dass sie auch den Job des Sohnes von Michel Platini bekommen oder die Uhren von Karl-Heinz Rummenigge.« (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zur Katar-Debatte)

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Katar hat versprochen, während des Turniers die Heizkosten in nördlichen Ländern zu übernehmen. Deutschland soll mit einem Heizpilz überdacht werden, damit ein Public Viewing im T-Shirt möglich ist. (Zippert/Welt)

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Okay, das mit Rummenigge stimmt jetzt nicht ganz. Ich glaube, der ist jetzt auch auf die katar-kritische Seite gewechselt. (…) Ich weiß jetzt auch nicht, ob er die zwei phantastischen Uhren, mit denen er vor zwei Jahren bei seiner Rückkehr aus Katar (…) vom Zoll erwischt wurde, jetzt schon wieder vergessen hat oder ob er sauer ist, dass er 250 000 Euro Strafe an den deutschen Staat bezahlen musste und nun vorbestraft ist. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Es soll auch nicht mehr so viele Spiele geben, im Prinzip reicht eigentlich das Finale Deutschland – Katar (2:3) (Zippert/Welt)

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Als Teenager wollten Sie Journalist oder Sportler werden. Wie passt das mit dem Banking zusammen? – »Bei jedem von uns hat die Persönlichkeit unterschiedliche Seiten. Für den Sport habe ich die Leidenschaft, aber nicht die athletischen Fähigkeiten.« (Anshu Jain, Co-Chef der Deutschen Bank, im Zeit-Interview)

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»Ich glaube, man führt ein schöneres Leben, wenn man keine glückliche Kindheit hatte. Weil man sich immer danach zurücksehnen würde.« (Autorin Yasmina Reza im SZ-Magazin-Interview)

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»Im Juli 1985, als Boris Becker Wimbledon gewann – das war die Woche, in der ich an der Wall Street begann. Ich erinnere mich immer noch, wie ich Wimbledon im Fernsehen verfolgt habe, als wäre es gestern gewesen. Bumm-Bumm-Boris war Wimbledonsieger, und ich begann meine Karriere an der Wall Street.« – Und Ihre verlief deutlich besser als die von Boris Becker … – »… er war ein Weltklassespieler. Lassen Sie uns ihm nichts davon nehmen.« (Jain/Zeit)

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»Manchmal sollte man sich verbieten zu hoffen.« – Was ist gefährlich an der Hoffnung? – »Eine schöne jüdische Weisheit lautet so: ›Alles erhoffen, nichts erwarten.‹ Ist das nicht großartig?« (Reza/SZ-Magazin)

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Längst kann man den schnurlosen Minicomputer mit aufs Klo nehmen und noch beim Scheißen Sudoku spielen, (…) Videos angucken oder sarkastisch in 140-Zeichen-Fitzel zersprengte Egos studieren. Wir hängen wie Säuglinge im Zitzennest, bald wird auch die letzte netzfreie Zone vernichtet sein. (…) Die Tugenden der Ruhe werden uns ausgesaugt. (Volker Zastrow in der FAS)

(gw)

* (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle