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Sonntag, 1. März, 6.30 Uhr

Heute spannt der Bauer sein Rösslein an und ich den Bogen in die Schreibmaschine. Die heißt nun Laptop, und der Bogen steckt im Drucker und wird nicht mal gebraucht. Die Schreibmaschine, auf der ich die ersten Artikel tippte, heißt Olympia, steht als archäologisches Schmuckstück hier im Arbeitszimmer und ist vielleicht schon ein kleines Vermögen wert.

In den Meldungen der Nacht bei dpa nichts los. Top-Schlagzeile: “Mini-Schwein lebt bei Familie im Saarland” – na und? In vielen Familien in ganz Deutschland leben ja sogar Maxi-Schweine.

Notizzettel für die “Montagsthemen”: Dreifachbestrafung bleibt. Warum macht die FIFA das? Weil der Antrag dagegen von der UEFA kam. Videounterstützung abgeschmettert. Warum macht die Fifa das? Aus dem gleichen Grund, aus dem sich der Rüde das Geschlechtsteil leckt: Weil er/sie’s kann. / Die alte Borussia ist wieder da. 33:3 Torschüsse. Unglaublich. Bei Halbzeit dachte ich noch: Wer so hoch überlegen ist und noch kein Tor geschossen hat, verliert solch ein Spiel / Die arg bemühte Torjubel-Inszenierung von Auba/Reus wird in Bild und Schrift als Top-Ereignis des Derbys hochgepusht. Ich wusste es schon, als ich das kindische Rumkramen im Turnbeutel sah. Ich kann mich nur Marcel Reif anschließen: “Dafür bin ich zu alt.” /  Nach dem Spiel in den Liveticker von 11Freunde geschaut. Zwar hier und da auch ein bisschen zu bemüht witzig (ungefähr so wie ich oben mit den Maxi-Schweinen), aber dennoch große Klasse, jedenfalls im Vergleich zu meinen früheren Bemühungen ähnlicher Art, die ich vernünftigerweise aufgegeben habe. Warum? Weil ich’s nicht kann. / 11Freunde zu Batman/Robin: “Wird in die Geschichte des Peinlichberührtseins eingehen.” Beim 2:0 von Mikki “verzichtet Mickey zum Glück darauf, sich als Maus zu verkleiden”. Und das aus dem Stegreif – würde jeden Standup-Comedian zieren. / Dito: “Schlimme zweite Halbzeit für Schalke. Oder wie Clemens Tönnies sie nennt: Schweinehälfte.” / Weitere Stichworte: März, tauende Blätter – “wie die Sau” – Hintermänner, noch nicht gegendert.

Mal was ganz anderes: In den Tiefen des Internets, nee, genauer (obwohl: genauer als genau geht ja nicht, ich weiß) in meinen “Sport, Gott & die Welt”-Abteilungen wächst ein neues “Sport-Leben” heran, beziehungsweise: Es wird überarbeitet. Wie und warum, dazu … och, muss ich gar nichts schreiben, das hab ich ja schon, da kopiere ich die Vorbemerkung einfach hier hin:

 

Den vorliegenden Text habe ich vor mehr als 15 Jahren in einigen wenigen Schüben geschrieben und seither nie verändert. Er ist eine Teil-Biografie, die nur mein sportliches Leben beinhaltet. Dadurch sind vielleicht einige Entschlüsse und Verhaltensweisen schwieriger nachzuvollziehen, doch über den Sport hinaus wollte und will ich mein Leben nicht öffentlich ausbreiten – es ist so interessant oder uninteressant wie das jedes anderen Menschen.

Nicht so das, was ich im und mit dem Sport erlebt habe. Da erlaube ich mir sogar die Behauptung, dass mein “Sport-Leben” gelesen haben sollte, wer gründlich über Ursprung und Entwicklung von Problemen, speziell das des Dopings, informiert sein will, die uns heute mehr denn  je beschäftigen.

Dieser Text wird nicht jedem gefallen, auch mein Tun und Nicht-Lassen nicht (mir ja auch nicht), aber wer ihn vorurteilslos liest, wird den Sport mit etwas anderen Augen sehen.

Teile des Textes sind in Serienform vor vielen Jahren in den Blättern des Verlages erschienen, für den ich auch im Ruhestand noch als Kolumnist tätig bin (Stand 2015). Die Komplett-Fassung, die seit mehr als zehn Jahren im Rahmen meines Blogs “Sport, Gott & die Welt” online zu lesen ist, findet immer noch interessierte Leser, vornehmlich solche, die dem Leistungssport verbunden waren oder sind. Mit der Überarbeitung will ich den Text typographisch leichter lesbar machen, Rechtschreibfehler eliminieren und vor allem in kursiv kenntlich gemachten Einschüben aus der Warte der Gegenwart manches nachtragen und erläutern. Der Ursprungstext bleibt aber unverändert – mit Ausnahme des Namens meines Freundes Ralf Reichenbach, den ich damals “Jan” geschrieben habe, aus nahe liegenden Gründen. Die dürften aber verjährt sein, und mit Ralf statt Jan ist mein “Sport-Leben” endgültig eine absolut authentische Geschichte.

(es wird einige Zeit dauern, bis der Text überarbeitet und ergänzt sein wird. Stand 27.2.: Noch ist erst die Vorbemerkung geschrieben; über den Fortgang werde ich hier informieren)

 

Wenn ich durch bin, melde ich es auch im Blog. Und jetzt: FAS reinholen, Kaffee, Kuchen, Knicks.

Baumhausbeichte - Novelle