Archiv für März 2015

Kay Velte: Fliegende Wechsel

Diesem – im heutigen Anstoss erneut erwähnten – Ansatz von
Bernhard Peters hinsichtlich “fliegender Wechsel” kann ich nur
uneingeschränkt zustimmen! – Nicht nur, dass man Verletzungen
besser behandeln könnte, auch sog. Nachwuchsspielern könnte man
gezielt Spielanteile verschaffen und diese damit viel besser an
die Realität heranführen, was im herkömmlichen System trotz aller
verbogener Erklärungen über sog. Jahrhunderttalente leider nicht
funktioniert. Und – es bestünde zudem die Möglichkeit, insgesamt
die aufgeblähten Spielerkader und damit die Kosten zu reduzieren,
weil einfach mehr Möglichkeiten vorhanden sind. Ein Vorteil für
die sog. “Kleinen”. Lieber einen richtig Guten eingekauft als 8
überbezahlte Panikkäufe.- Ergo: why not? – Sorry …. aber die von
Ihnen gern genommene lateinische Übersetzung – in diesem Fall zu
“why not” – ist mir gerade im Moment entfallen … :-) (Kay Velte/Wetzlar)

Veröffentlicht von gw am 31. März 2015 .
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Dienstag, 31. März, 17.40 Uhr

Den Sturm genutzt: Kein Rad, kein Garten, da konnte ich das “Sport-Leben” zu Ende korrigieren. Umbenannt in “Eine Kugel für das Leben”, mit Zwischenanmerkungen aus heutiger Sicht und vor allem in einem Stück von vorne bis hinten lesbar, was bisher nicht der Fall war (Link rechts “Sport-Leben”).

Was sonst noch zu dem Text zu sagen ist, steht in der Vorbemerkung und nach dem Schluss. Das teleportiere ich jetzt in den Blog, beam … hier ist es:

 

 

Den vorliegenden Text habe ich vor mehr als 15 Jahren in einigen wenigen Schüben geschrieben und seither nie verändert. Er ist eine Teil-Biografie, die nur mein sportliches Leben beinhaltet. Dadurch sind vielleicht einige Entschlüsse und Verhaltensweisen schwieriger nachzuvollziehen, doch über den Sport hinaus wollte und will ich mein Leben nicht öffentlich ausbreiten – es ist so interessant oder uninteressant wie das jedes anderen Menschen.   Nicht so das, was ich im und mit dem Sport erlebt habe. Da erlaube ich mir sogar die Behauptung, dass diesen Text gelesen haben sollte, wer gründlich über Ursprung und Entwicklung von Problemen, speziell des Dopings, informiert sein will, die uns heute mehr denn je beschäftigen.

Dieser Text wird nicht jedem gefallen, auch mein Tun und Nicht-Lassen nicht (mir ja auch nicht), aber wer ihn vorurteilslos liest, wird den Sport mit etwas anderen Augen sehen.

Teile des Textes sind in Serienform vor vielen Jahren in den Blättern des Verlages erschienen, für den ich auch im Ruhestand noch als Kolumnist tätig bin (Stand 2015). Die Komplett-Fassung, die seit mehr als zehn Jahren im Rahmen meines Blogs »Sport, Gott & die Welt« online zu lesen ist, findet immer noch interessierte Leser, vornehmlich solche, die dem Leistungssport verbunden waren oder sind. Mit der Überarbeitung will ich den Text typographisch leichter lesbar machen, Rechtschreibfehler eliminieren und in kursiv kenntlich gemachten Einschüben aus der Warte der Gegenwart manches nachtragen und erläutern. Der Ursprungstext bleibt aber unverändert – mit Ausnahme des Namens meines Freundes Ralf Reichenbach, den ich damals »Jan« geschrieben habe, aus nahe liegenden Gründen. Die dürften aber verjährt sein, und mit Ralf statt Jan ist »Eine Kugel für das Leben« (Ursprungs-Titel: »Sport-Leben«) endgültig eine absolut authentische Geschichte.

Erster Anhang im April 2005:

Sehr geehrter Herr St., lieber gw, nachdem ich seit vielen Jahren ›schweigend‹ Ihre Kolumne genieße, möchte ich Ihnen nun doch einmal schreiben und hoffe, dass Sie ein wenig Spaß daran haben, da Sie, wie ich zu wissen glaube, Geschichten mögen.
Ich (Jahrgang 1961) bin in Wetzlar geboren und aufgewachsen, habe dann beruflich einige Jahre in Gießen gearbeitet und auch gewohnt und seit etlichen Jahren beruflich und wohnortmäßig meinen Lebensmittelpunkt wieder Richtung Wetzlar verlagert. Aus meiner »Gießener Zeit« habe ich jedoch die Angewohnheit beibehalten, zumindest samstags die Gießener Allgemeine zu lesen.
Erst vor einiger Zeit stieß ich durch Zufall auf den Anstoß online. Ihre ›Sport-Leben‹-Geschichten haben mich dabei so gefesselt, wie selten ein anderer Lesestoff, und büchermäßig habe ich in meinem Leben wirklich schon einiges bewegt. Grund für mein fast schon atemloses Online-Lesen war sicherlich das Deja-vu-Erlebnis in Ihrem Bericht.
Zur Erklärung: Ich bin in Wetzlar an der Landhege aufgewachsen, wo auch heute noch meine Eltern wohnen. Für ein Kind und einen Jugendlichen war natürlich die nähere und weitere Umgebung ein Freigehege, in dem auch der Sportplatz an der Goetheschule für jemand, der im Fußballverein und auch den Rest der Woche dem runden Leder hinterher rannte, eine zentrale Rolle spielte. Große Klasse war dabei das hinter dem Sportplatz in Richtung Hundeabrichtplatz gelegene, etwa 1972 errichtete Handballspielfeld mit rotem Kunststoffbelag und Handballtoren, das sich bei den Straßenfußballern der näheren Umgebung von Frühjahr bis Herbst großer Beliebtheit erfreute und ›große‹ Matches erlebte. Ich erinnere mich noch, wie ich zu den anderen Halbstarken im August 1974 sagte, ab sofort sollten sie mich nur noch mit ›Weltmeister‹ ansprechen.
Im Zuge der Erweiterung des Schulzentrums um die beruflichen Schulen Ende der siebziger Jahre wurde der Platz dann leider zunächst mit einer Heißluft-Behelfssporthalle bebaut, bevor dann später der Neubau der Turnhalle für die Theodor-Heuss-Berufsschule errichtet wurde. Einen Bolzplatz von solcher Qualität habe ich seitdem nirgends mehr gesehen.
Nun werden Sie schon ahnen, dass sich unsere Wege dort, ohne dass man sich nahe kam, natürlich auch gekreuzt haben. Für einen Jugendlichen war der hünenhafte Athlet, der regelmäßig dort auftauchte, mit einem Besen den Kugelstoßring traktierte, dann allerlei merkwürdige Bewegungen und Übungen absolvierte, gelegentlich wie ein Elefant mit Turbomotor über die Laufbahn rannte, schließlich mit Eisenkugeln um sich schmiss, natürlich etwas geheimnisvoll Exotisches. In einer sportinteressierten Familie wusste der Vater dem Buben natürlich zu berichten, dass es sich um den bekannten und erfolgreichen Kugelstoßer G. S. handelte, über den gelegentlich etwas in der Zeitung stand. Insofern wurde das Auftauchen des Hünen mit bewunderndem Respekt verfolgt, obwohl seine ganze Körpersprache und auch sein Gesichtsausdruck deutlich machten, dass er sein Training ungestört durchzuziehen wünschte und keinesfalls auf Smalltalk irgendwelcher Art Appetit hatte. Insofern wagte man es auch niemals, den Riesen in seiner Konzentration zu stören oder auch nur in Reichweite auslaufender Weitwurfkugeln zu gelangen.
Der Vater wusste dann irgendwann von Rangplätzen bei Deutschen Meisterschaften oder von anstehenden oder vergangenen Olympiaqualifikationen zu berichten, was den großen Kugelstoßer in Kinderaugen noch größer machte. Später, so um 1979/80, als ich an der Goetheschule vor dem Abitur stand und mich in der Leichtathletik-AG mit den Sportskanonen auf Kreis- und Bezirksebene (zumeist TV Wetzlar unter Hilmar Schwesig) unterhielt, war da auch ein Kugelstoß-Talent darunter, der als 17-jähriger so um 16 m weit stieß und damit wohl in der hessischen Spitze stand. Mit ihm fachsimpelte ich natürlich auch über G. S. und seine Trainingsmethoden, und er wusste zu berichten (ob das so stimmt, wusste ich damals nicht und weiß es heute natürlich auch nicht), G. S. habe immer nur auf Kraft trainiert und erst jetzt, zum Ende seiner Karriere, habe er die Vorteile der Schnellkraft erkannt und trainiere nun verbissen Sprints, aber das sei nun zu spät. Den kugelstoßenden Mitschüler hatte ich im übrigen als körperlich schweren, aber im Wesen freundlichen und besonnenen Kerl kennen gelernt, was mir diesen Sport und seine Streiter durchaus sympathisch machte. Soweit ich weiß, war seine Laufbahn schon mit 20 wegen diverser Wehwehchen zu Ende, aber ich nehme an, dass er sich seine Freundlichkeit bewahrt hat.
Als ich dann etliche Jahre später anfing, in der Gießener Allgemeinen zu lesen und im Impressum irgendwann den für mich lange verschollenen Kugelstoßer von einst wiederfand, war ich, Sie ahnen’s, zunächst doch erstaunt. Der Mensch steckt halt leider voller Vorurteile, und Kraftsport wird halt doch seltener mit feinem Sprachverständnis verbunden. Solcher Art tumbes Urteil war nach vielen ›Anstößen‹ natürlich längst geistiger Verbundenheit gewichen, als ich dann kürzlich die ›Sport Leben‹-Geschichten las, die für mich natürlich manches Detail von größerer Bedeutung enthielten, als dies vielleicht für einen Leser aus Grünberg oder Hungen zutreffend wäre, der Wetzlarer ›Originalschauplätze‹ der sechziger und siebziger Jahre natürlich nicht kennen kann.
Die Freude, die Sie Ihren Lesern mit dem Versuch der Nachdenklichkeit über so vieles, was wir Menschen so treiben, geben, bekommt für meine Wahrnehmung eine besondere Bedeutung vor dem Hintergrund Ihrer Lebenserfahrungen im und neben dem Wurfring. Die Lebensgeschichte des Ralf R. ist insofern eine reale Parallel-Parabel, die zeigt, wie es auch hätte laufen können.
So, was ich also als Bub auf dem Sportplatz am Wetzlarer Hallenbad nie geschafft habe, nämlich die persönliche Ansprache, ist nun nachgeholt. Ich habe Sie hoffentlich nicht gelangweilt. Der Sportplatz wird übrigens gerade für eine runde halbe Million generalsaniert. Allerdings auch mit einem hohen Zaun umgeben, so dass selbst ein Olympiasieger ohne Schlüssel zum Eingangstor dort keine Trainingseinheit mehr absolvieren könnte. (Manfred S./Schöffengrund)

 

Zweiter Anhang, nach einigen Nachfragen:

 

Warum ist dieser Text nie in Buchform erschienen? In einer »Anstoß«-Kolumne habe ich es einmal erklärt:   Den ersten Teil des Manuskripts hatte ich dem M&M-Verlag angeboten. Ich erhielt begeisterte Reaktionen, man wollte den Text unbedingt veröffentlichen. Eines Oster-Tages rief Helmut Digel, damals DLV-Präsident, an und quatschte mir den Kopf voll. Wie toll das MS sei, wie verdienstvoll von mir usw. usw. Ich solle es unbedingt fertigstellen, und Walter Jens wolle in seiner Jubiläumsrede (100 Jahre DLV) darauf eingehen und daraus zitieren. Nach einer Denkpause stellte ich das MS fertig, jetzt kam nach der Eigen- auch die Verantwortlichkeit von Politik und Verbänden (und, ja, auch Journalisten) dran. Ich schickte das MS ab, erhielt monatelang keine Antwort, fragte dann nach und bekam ein Formblatt geschickt: »Passt inhaltlich nicht in das Verlagsprogramm« blablabla. Und das, nach dem ich mehrmals aufgefordert worden war, das tolle Manuskript abzuschließen. Ich fragte auch bei Digel in Darmstadt nach, hatte ihn endlich nach mehrmaligem Hinhalten an der Strippe, er tat so, als wüsste er von nichts, wolle sich mal drum kümmern, es klang aber nicht sehr engagiert, zumal nicht, nachdem er mir langatmig Honig ums Maul geschmiert hatte. Und der Clou: Digel war Herausgeber der Reihe des M&M-Verlages, in dem mein Text erscheinen sollte, er muss ihn also selbst abgelehnt haben. Logik: Wenn Sportler sich bezichtigen, prima, das wird veröffentlicht – wenn Funktionäre und Politik angeklagt werden, wird es unterdrückt. Digel hätte also schon 1999 dafür sorgen können, in Kenntnis meines Textes, dass bekannt wird, dass, wie und in welchem Ausmaß Doping in der Bundesrepublik gefördert und gefordert wurde.

 

Heute habe ich kein Interesse mehr daran, den Text in Buchform zu veröffentlichen. Nach den Erfahrungen mit meinem “Seemannsköpper” will ich mir all das, was zu einer Buchveröffentlichung gehört und mir extrem unangenehm ist, nicht mehr zumuten: Einen Verlag suchen, den Text noch mal mit einem Lektor durchgehen, Eigen-PR betreiben mit Foto- und Interview-Terminen, Lesungen usw – alles nicht mein Ding, habe ich schon beim “Seemannsköpper” (der übrigens nach Jahren, in denen er vergriffen war, wieder zu haben ist, zum Ramsch-Preis, ich glaube, knapp 5 Euro) nur ganz selten dazu breitschlagen lassen. Außerdem würde ich wahrscheinlich nicht einmal einen Verlag dafür finden. Mir ist es auch lieber, nur echte Interessierte lesen meine nicht unproblematischen Erinnerungen an eine sehr problematische Sportzeit. Dass eine Journalistin einer großen Zeitschrift immer noch mit dem Gedanken spielt, über das, was in Teilen des Textes steht, eine längere Geschichte für das Magazin ihrer Zeitschrift zu schreiben, hinterlässt bei mir zwiespältige Gefühle: Mulmigkeit, weil ich eigentlich nichts mehr mit der Geschichte zu tun haben will und das mögliche öffentliche Aufsehen scheue, uneigentlich aber mit der – hoffentlich nicht zu selbstgerechten – Vermutung, dass “Eine Kugel für das Leben” über den Sport hinaus von Interesse sein könnte. Nicht für jeden, aber zum Beispiel vielleicht für junge Menschen, denen es ähnlich geht wie mir damals.

Veröffentlicht von gw am 31. März 2015 .
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Ohne weitere Worte (vom 31. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Niki Lauda hatte das triumphale Grinsen schon im Gesicht. Als das Safety Car beim Großen Preis von Malaysia nach drei Runden auf die Strecke rollte, bogen beinahe alle Formel-1-Piloten reflexartig in Richtung Boxengasse ab. Nur Sebastian Vettel nicht. »Das ist eine Fehlentscheidung«, sagte der Mercedes-Chefaufseher. (Welt online)
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Sein ehemaliges Team überrundete Vettel gar. (FAZ online / wer wen?)
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Eine Stimmungskanone, die eben nicht nur für gute Laune wie im Dauer-Karneval sorgt, sondern durch seine (sic!) Lockerheit und Leichtigkeit das entsprechende Umfeld für eine bestens funktionierende Hochleistungsgesellschaft mitgestaltet. In dieser Rolle ist Poldi tatsächlich einmalig und unersetzlich. (Michael Horeni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Lukas Podolski und die Nationalmannschaft)
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2008 machte er (Bernhard Peters, ehemaliger Hockey-Bundestrainer, heute Direktor Sport beim HSV) den Vorschlag, im Fußball wie in anderen Sportarten auch »fliegende Wechsel« einzuführen. (…) Durchsetzen konnte er sich mit dem Plan nicht, aber vielleicht ist er deshalb zum HSV gegangen, weil es dort zumindest »fliegende Trainerwechsel« gibt. (Sport-Bild-Chefredakteur Alfred Draxler in seiner Bild-Kolumne »Nachgehakt«)
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Zwei Großveranstaltungen, die in mir regelmäßig einen panikartigen Fluchtreflex hervorriefen. (…) Beide (…) haben mit dem Glauben zu tun, mit Übersinnlichem, mit Voodoo-Zauber und ausufernden Gefühlen. Gleichsam haben sie ihren ursprünglichen Gedanken längst verloren, oder besser; längst verkauft. (…) Was zählt, ist nur der Kommerz. Und nun finden die zur gleichen Zeit statt. Ist das gut? Ja. (…) WM und Weihnachten neutralisieren sich gegenseitig. Es ist wie das Entzünden eines Gegenfeuers bei einem Waldbrand. (Michael Herl in seiner »Kolumne« in der Frankfurter Rundschau)
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Herba (…) verbesserte seinen eigenen Weltrekord im Stufenbergaufradfahren. Der 33-Jährige bezwang mit seinem Fahrrad 3139 Stufen im (…) 508 Meter hohen »Taipei 201« in Taiwans Hauptstadt Taipeh. (…) Ist schon irre, womit sich manche Menschen die Zeit vertreiben. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
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Bio, glutenfrei, handgepflückt, gesund. Quinoa ist die Offenbarung für alle, die Weizen für Gift halten. Dumm ist nur: Der Inka-Reis wird immer teurer – so teuer, dass die Bauern in Bolivien jetzt Pommes essen. (»Die Seite drei« der Süddeutschen Zeitung über »Dünkelvollkorn«)
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Der Veganerfresser (Schlagzeile). Früher hat Udo Pollmer die Agrarindustrie kritisiert. Nun ärgert er die Ernährungsbewussten mit Fakten – und giftigem Humor (…) »Meine Generation (…) glaubt immer noch, dass hinter allen bösen Dingen die mächtige Industrie steht, die nur Böses im Sinn hat und der Menschheit Gifte aller Art unterjubelt. (…) Wenn heute jemandem ein Furz querliegt, dann glaubt er schon, er würde von Handystrahlen durchbohrt.« (Jan Grossarth in einem FAS-Porträt des Bestseller-Autors)
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Er sagt, tierisches Fett sei vorteilhaft, Wurstsalat reicher an Vitamin C als Kopfsalat, Pommes für Kinder besser als Pellkartoffeln. (FAS über Pollmer)
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Patrik Baboumian ist der stärkste Mann Deutschlands – und Veganer. (…) Das sei ja die Kunst der Fleischindustrie, meint Baboumian: »Das Leid der Tiere vor dem Konsumenten zu verstecken, so dass er die Brücke zwischen dem lebendigen Wesen und dem Fleischprodukt nicht schlagen kann.« (Lars Wallrodt in der Welt)
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Sind Sie ein verbohrter Hundehasser? (…) – »Nein, ein lustiger. (…) Einmal nannte man mich einen ›inkontinenten Altersschwulen‹. Aber gut, das ist mir mein demokratisches Grundrecht auf Satire schon Wert.« (Wuff … sorry … Wulf Beleites, Herausgeber der Zeitschrift »Kot & Köter«, im SZ-Interview)
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Heute ist Gutmensch ein Spottwort. Und zwar eines, das kein zurechnungsfähiger Mensch mehr benutzt. Durch übermäßigen Gebrauch der falschen Leute ist es unbrauchbar gemacht worden. Gutmensch sagen eigentlich nur noch Nazis und Idioten ohne sprachliches Feingefühl. (Matthias Heine in der Welt)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 30. März 2015 .
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Montagsthemen (vom 30. März)

Das Georgien-Spiel fand (Tiflis) und findet (über dieser Kolumne) anderswo statt. Das Montagsthema dazu stammt vom vorletzten Samstag in Mainz, als sich der Bundestrainer im Wurschtigkeitsstil eines Vorgängers verfranzelte. O-Ton aus dem ZDF-Sportstudio: »Früher, 1970 oder 1980, als ich irgendwie 18, 19 oder 20 war, hatte man überhaupt kein Bewusstsein für Doping. Weil es gab keine Verbote, und es gab auch keine Dopingkontrollen.«
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Gab es nicht? Seltsam. Als ich irgendwie 23, 24 oder 25 war, 1970 oder 1980, hatte man Bewusstsein für Doping, weil es Verbote und Dopingkontrollen gab. Aber Fußball wurde ja schon immer auf einem anderen Sportplaneten gespielt. Und was ein Weltmeister sagt, ist sowieso sakrosankt. Sakra! Sancta simplicitas!
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Nicht sakrosankt, leider, ist auswärts unser aller Eintracht. Schwarze Serie? Die kann man auch erst so richtig in die Köpfe schreiben. »Die Anmerkungen zur FR und der Eintracht und der Sportpsychologin« – am Samstag im »Sport-Stammtisch« – »waren mir ganz aus dem Herzen gesprochen. In Abwandlung eines sattsam bekannten Spruchs könnte man sagen, dass uns die (naja: nicht DIE, manche!) Zeitungen Dinge erklären, die uns ohne sie nie zum Problem geworden wären. Anderseits wüsste ich natürlich auch zu gerne, warum die Eintracht ›immer und immer wieder gegen schwächere Gegner verliert«. Und warte auf Ihre Erklärung!«
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Da auf diese nicht nur der Sozial- und familienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion wartet, sondern in Personalunion auch der langjährige »Anstoß«-Leser Gerhard Merz, will ich gerne eine Antwort versuchen. Alte Zocker wissen, dass es kein Gesetz der Serie gibt. Nach zehn Mal hintereinander »Rot« bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass beim elften Mal »Schwarz« kommt, genauso groß wie vor dem ersten Mal: Fifty-fifty (lassen wir »Zero« mal beiseite). Ähnlich im Fußball, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Hier können die Spieler mit der Kraft ihrer Gedanken die Kugel beeinflussen. Da Angst eine besonders fatale Kraft entwickelt, zumal wenn Kiebitze, die ihren Senf dazu geben, sie zusätzlich in die Köpfe teleportieren, gibt es beim Roulett nur eine Null, im Fußball aber manchmal deren elf.
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Wo regiert der Zufall mehr, beim Roulett, im Fußball oder … im Kugelstoßen? Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt, in Fachkreisen aber bestaunt und bezweifelt, hat Thomas Schmitt seine Bestleistung um sage und schreibe 2,28 Meter verbessert. Auf 21,35 Meter. Wie geht das? Eigentlich überhaupt nicht. Doping? Blödsinn. So stellt sich Klein-Fritzchen Doping vor, Pille rein, simsalabim, kommt Weltklasse raus. Jugendkugel? Wäre eine logische Erklärung, kann aber angeblich ausgeschlossen werden. Was bleibt? Drehtechnik, die Roulettvariante der Kugelstoßer. Denn ein Athlet, der Angleit- und Drehtechnik gleichermaßen perfekt beherrscht, wird mit Drehung deutlich weiter stoßen können. Es gibt im Gegensatz zum Angleiten aber keinen, der die Drehtechnik reproduzierbar perfekt beherrscht.
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Thomas Schmitt ist ein Mordstrumm, 2,02 m groß, 140 kg schwer und  im Vergleich zum spritzigen, blitzschnellen Bewegungstalent Storl ein eher grobmotorischer Klotz. Ich habe einst dem Drehtechniker Brian Oldfield zugeschaut, einem supersportlichen Weltklassestoßer, als dessen Kugel mal 18, mal fast 24 Meter weit flog (mit Übertreten). Hat Schmitt den perfekten Tag und den perfekten Stoß erwischt?
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Oldfield beherrschte auch das Dunking. Aus dem Stand. Liebe Basketballer: mit der 15-Pfund-Kugel als Ball! Apropos Basketball: Vettels erster Sieg im Ferrari ist zwar für uns ein März-Wahnsinn, aber die echte »March Madness« strebt in diesen Tagen in den USA ihrem Höhepunkt entgegen: College-Meisterschaft, der helle … genau! In einem lesenswerten »Welt«-Text des Soziologen Wolf Lepenies erfahre ich, dass der Multimilliardär Warren Buffet diesmal sein Angebot zurückgezogen hat, jedem, der alle 63 Spielergebnisse richtig voraussagt, eine Milliarde Dollar zu zahlen. Obwohl Buffet nichts zu verlieren hätte. Eher gewänne man zehnmal hintereinander mit der »Zero«.
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In Lepenies’ Artikel geht es aber vor allem um Kareem Abdul-Jabbar, NBA-Legende und heute Schriftsteller, der unter seinem Geburtsnamen Lew Alcindor derart oft  »dunkte« (den Ball von oben in den Korb schmetterte), dass die Regeln im College-Basketball geändert wurden: Dunking verboten! Daraufhin verfeinerte Alcindor den »Hook« (Haken) zu einem kaum zu blockenden Spezialwurf. An dem arbeitet übrigens auch Dirk Nowitzki. Alle Basketball-Welt wartet darauf, dass er ihn noch zur NBA-Reife bringt.
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Quizfrage: Wer ist der fünfte Beatle?  Pete Best? Falsch. Mit George Best wären Sie näher dran,  denn mit Fußball hat der Gesuchte ebenfalls zu tun. Hilfestellung: Er plappert Ober-Beatle John Lennon nach. Dessen Spruch, die Beatles seien populärer als Jesus, löste einst christenweltweite Empörung aus. Unser Beatle toppt das nun, denn er behauptet, das, was er mit seinem Instrument spielt, sei populärer und einflussreicher als alle Religionen.
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Wer ist es? Zu leichte Frage für unser »Wer bin ich?«-Spiel. Natürlich Sepp Blatter, der mit seiner FIFA Fußball spielt. Bleibt nur eine Frage offen, ich reiche sie weiter: Hat der Vielkritisierte diesmal vielleicht ausnahmsweise Recht? (gw)
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(www.anstoss-gw.de  gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 29. März 2015 .
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Sonntag, 29. März, 12.50 Uhr

Das kommt davon, wenn schon vorher viel auf dem Zettel steht. “Montagsthemen” sind viel zu lang geraten, das kann ich den Jungs nicht zumuten. Habe bereits einiges weggekürzt, jetzt stelle ich den Text schon mal online, dann gehe ich wieder ran und kürze noch weiter an der Zeitungsversion rum. Schade, dass ich die Langfassung schon rasiert habe. Sie hätte vielleicht den einen oder anderen Stammleser interessiert, auch im Vergleich mit der gekürzten Endversion. Es folgt also sogleich die Halblang-Version. – Wobei: Was ich bei mir und in allen Blogs und Foren und ähnlichen Netz-Dingen blöd finde: Im Gegensatz zu Büchern und Zeitungen steht die letzte Seite immer vorne, und dann liest man sich zur ersten durch. Sie lesen diesen Text also erst nach den “Montagsthemen” statt vorher. Stört aber offenbar nur Störrische wie mich (musste jetzt tatsächlich im Duden nachprüfen, ob “Störrische” so geschrieben wird, wie isch es als Hesse ausschpresche. Jawoll!).

Veröffentlicht von gw am 29. März 2015 .
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Baumhausbeichte - Novelle