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Jan Zirn: Adblocker … wirklich?

Auch ich bin seit Jahren ein regelmäßiger Leser Ihrer Kolumnen und freue mich meist, neue Einblicke auf bekannte Dinge gewinnen zu können.

Etwas verwundert bin ich allerdings über Ihre Ankündigung (Anstoß heute, 19.02.) nun auch mal einen Adblocker verwenden zu wollen. Natürlich kann ich das, wie wahrscheinlich jeder Internetnutzer, gut nachvollziehen, nervt insbesondere aggressive Werbung doch sehr stark.

Auf der anderen Seite ist doch, bitte korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre, Werbung bisher das einzige einigermaßen funktionierende Finanzierungsmodell der Verlage für ihre Internetpräsenzen. Bisher haben Paywall & Co. ja noch nicht den Durchbruch gebracht.

Unter diesem Aspekt kommt mir Ihr (indirekter) Aufruf, einen Adblocker zu verwenden schon so ein bisschen vor, als würden sie selbst den Ast absägen wollen, auf dem Sie sitzen.

Macht das Sinn?

Wäre es nicht gescheiter, dazu aufzurufen, sich gegen besonders aggressive Werbeformen (Textverdeckung etc.) per Email beim jeweiligen Verlag zu beschweren? Wenn nur genügend Leser mitmachen, würden sich die Verlage schon überlegen, ob solcher Art Werbung zielführend ist.

Klar, das ist wieder „anstrengender“ als einen Adblocker zu installieren, aber es beraubt die Verlage nicht um die bisher einzige Finanzierungsquelle im Internet. Komisch, dass ich als Leser das schreibe.

Nichts für Ungut und ALS WEIDER J

Jan Zirn (Bad Nauheim)

Baumhausbeichte - Novelle