Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Mailbox (“Anstoß” vom 19. Februar)

Unsere Leser begleiten die »Anstoß«-Kolumnen im Blatt und den Blog »Sport, Gott & die Welt« im Netz rege mit eigenen Anmerkungen. Eine Auswahl davon ist in der »Mailbox« des Blogs nachzulesen. Es folgt eine Auswahl der Auswahl (zum Teil aus Platzgründen stark gekürzt).
*****
»Da hat sich so allerhand ergeben in letzter Zeit in Ihren Blogs und Beiträgen«, schreibt Dr. Hans-Ulrich Hauschild (Gießen). Es folgt eine ausführliche, nachdenkenswerte Kommentierung, zu komplex, um sie im Rahmen einer »Anstoß«-Kolumne in der notwendigen Kürze wiedergeben zu können. Aber dazu haben wir ja die »Mailbox« im Netz – Reinklicken lohnt sich.
*
Apropos Internet: Nervt auch Sie die ständig aufploppende, oft den Text überdeckende und kaum wegzuklickende Werbung? Als ich dies im Blog beklagte, gab es diesen Tipp unseres langjährigen Lesers Ralf Protzel, der mittlerweile in Bonn lebt: »Versuchen Sie es mal mit einem Werbeblocker im Browser (z. B. Adblock). Funktioniert in den allermeisten Fällen, so dass Sie gar keine Werbung mehr sehen werden. Muss man als sog. Add-On installieren. Ich benutze Firefox als Browser, da geht das ganz einfach. Grüße aus Bonn und als weider.« – »Als weider«, mit dieser Aufforderung beschließen auch andere Leser Ihre Zuschriften. Danke. Ich will’s versuchen.
*
Manche »gw«-Beiträge erscheinen außerhalb des Sportteils, zum Beispiel die Serie »Mein progressiver Alt-Tag« in unserem »Senioren-Journal«. Zuletzt ging es um Fahrten im Stadtbus und die Erinnerung an umkämpfte Plätze über den pubertär sagenumwobenen Hinterrädern. Spätes Aha-Erlebnis für Walther Roeber (Bad Nauheim): »Die Bank über der Achse war auch in den Bussen, die ich zu Schulzeiten selten benutzte, immer schnell belegt. ›Ab‹gründe dafür haben Sie jetzt erst aufgezeigt. Ich fuhr viel mit dem Rad zur Schule, da wurde man auch durchgerüttelt.«
*
Matthias Beltz hat die »Anstoß«-Kolumnen über ein Jahrzehnt lang prägend begleitet. Anlässlich seines 70. Geburtstages erinnerte ich an ihn in unserem Feuilleton. »Danke für die einfühlsamen Erinnerungen an den wunderbaren Matthias Beltz. Habe lange kein Tränchen mehr verdrückt – heute morgen war es so weit. (Andreas Hamel) / »Ihre persönlichen Erinnerungen an Matthias Beltz gehen einem wirklich unter die Haut.« (Doris Heyer/Staufenberg-Treis) / »Seit vielen Jahren bin ich Leser all Ihrer Kolumnen und Beiträge. Ihre Erinnerungen an Matthias Beltz zum 70. haben mich wehmütig werden lassen«. (Walter Müller/Hungen)
*
»Bei der Beschreibung anlässlich eines Treffens in einem Frankfurter Restaurant (Anschiss des Obers durch einen dritten Beteiligten) fiel mir ›spontan‹ der Name eines Frankfurter Theaterleiters ein. Sie werden’s wahrscheinlich nicht preisgeben!?«, fragt Bernd Schieferstein (Gießen). Stimmt. Aber »der« war’s nicht.
*
Dr. Sylvia Börgens erinnert sich: »1988 oder 89 trat das ›Vorläufige Frankfurter Fronttheater‹ im Friedberger Burggarten auf, sehr, sehr lustig. Aber während Dieter Thomas und Henrike von Sydow heimeliges Glucksen oder Kichern auslösten, wurde das Lachen über Matthias Beltz immer von einem leichten Schaudern begleitet: ein scharfer, wortmächtiger Intellekt, etwas ziemlich Seltenes.« – Danke für diese und weitere Erinnerungen an unseren Hessen im Himmel.
*
Dr. Börgens beantwortet auch, und damit zu einem ganz anderen Thema, meine alte Figo-Frage zum neuen Fifa-Kandidaten: »Was fanden die Frauen bloß an einem, der aussah wie ein Kartenabreißer am Karussell? War der Portugiese für sie der Fado in Person, zum Weinen schön?« Dazu die Expertise der Diplom-Psychologin aus Wölfersheim: »Und warum Luis Figo bei den Frauen einen Schlag hat: Weil wir traurige Männer trösten wollen, ist doch klar!« – Ach, wir Jungs sind doch alle sooo traurig!
*
Zum »Motherfucker«-Affärchen um Kevin de Bruyne schreibt Thomas Hübner aus Florstadt: »Mit Ihrer Aussage, dass de Bruynes Tat völlig normal ist, jedenfalls im Fußballer- und auch schon im Balljungen-Milieu, haben Sie zweifelsohne Recht. Dass er dafür domina- und dominushart bestraft wird, entspricht aber wohl keinesfalls den Tatsachen. 20 000 Euro bezahlt der Herr wohl locker aus seiner Portokasse.« Unser Leser kommt dann über VW Wolfsburg auf Katar: »Was ist so schlimm daran? Nichts. Außer, dass wir alle schimpfen, um dann doch schön mitzumachen. Demnächst auch wieder in Katar. Habe jetzt Leute kennengelernt, die 2022 den Fernseher auslassen wollen (hab ich noch nicht mal bei der Handball-WM geschafft). Ob sie es machen? Darauf wetten würde ich nicht.« – Ich auch nicht. In diesem Zusammenhang Lakonisches von Helmut Cichorius: »Zum Thema ›Die Ware Sport‹: Ich habe gerade im Radio eine Liste von zukünftigen Weltmeisterschaften gehört, die in Katar stattfinden: 2016 Straßenrad-WM, 2018 Turn-WM, 2019 Leichtathletik-WM, 2022 Fußball-WM. – Absurd!«
*
Meine Verwunderung, dass man bis in die Gegenwart »hackevoll« Fahrrad fahren durfte, teilt Horst Beisheim aus Rödgen nicht nur, sondern: »Noch verwunderlicher ist, dass man bis in die 60er Jahre ›hackevoll‹ Auto fahren durfte; die Rechtsprechung sah erst bei mehr als 1,5‰ absolute Fahruntüchtigkeit. Manch einer wird sagen, ja ja, die guten alten Zeiten – wir politisch Korrekten natürlich nicht. Auch wenn wir aus Nordhessen kommen und es dort früher überhaupt keine Grenze gab, außer jener, die dann Ende der 80iger Jahre eingerissen wurde.«
*
Und da ist dann noch eine Mail von Alexander Kniss (Niddatal), die ganz ohne Text auskommt, nur mit einem Cartoon unter der Betreffzeile »Herrchen und Hausweibchen«. Das bezieht sich auf einen Text im Blog, in dem ich über den »Karneval-Terror« lästerte, aber gleichzeitig bang fragte: »Gibt es dafür 100 Hiebe mit der Narrenklatsche auf den nackten Po? Oder wäre das schon wieder ein Wunschtraum, dem Herrchen eine Domina und Hausweibchen ein Film zum Buch erfüllen soll?« – Alexander Kniss fand einen Bilderwitz dazu, mit einem Paar im Bett. Er: (mit »HSV«-Schriftzug auf der Schlafanzugbrust): »Ich würde mir gerne ›Shades of Grey‹ im Kino ansehen.« – Sie: »Hat das 8:0 gestern nicht gereicht? Krankes Schwein!«
(gw)
*
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle