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Ohne weitere Worte (vom 17. Februar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Das ist in etwa so, wie man auch weniger lange in den Knast kommt, wenn man zwar eine Bank überfällt – aber leider sind im Tresor gerade keine Scheine, weshalb man sein Ziel, ein paar Millionen Beute, nicht erreicht hat (Süddeutsche Zeitung zur Sperren-Regelung nach »Notbremse«)

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Sie sind im normalen Leben Gastronom, Weinhändler und renommierter Winzer. Wie ist das mit den Reben? Kann man aus durchschnittlichen Trauben einen großen Wein machen? – »Nein. (…) Im Weinbau muss man in Jahrzehnten rechnen, wenn man etwas Großes auf die Beine stellen will. Es kommt auf den Nährboden an, die Pflanzung, das Wachstum, die Pflege, die Reifung. Im Fußball ist das ähnlich.« (Fritz Keller, Präsident des SC Freiburg, im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)

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Wäre Schalke für Sie eigentlich als Verein genauso infrage gekommen wie der BVB? – »(…) Wenn Schalke gekommen wäre, dann wäre ich auch nach Gelsenkirchen gegangen. (…) Nach meiner Zeit in Dortmund wäre Schalke natürlich tabu gewesen.« (Ottmar Hitzfeld im Zeit-Interview)

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Mit dem monatlichen taz-Salär etwa hätte man Mitte des 16. Jahrhunderts anfangen müssen zu arbeiten, um just heute den Betrag verdient zu haben, den Angel Di Maria derzeit jährlich einstreicht. (…) Nach dem neuesten TV-Vertrag (Anm.: der Premier League) (…) wird man vermutlich aber bald noch einmal neu nachrechnen müssen. Gut möglich, dass man dann mit der taz-Berichterstattung besser unmittelbar nach Christi Geburt hätte anfangen müssen. (taz)

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Mit seinen Anträgen auf Sonderausgang soll er die Gefängnisleitung »zum Wahnsinn getrieben« haben, berichtet ein Häftling. Sozusagen als Strafe sei der Beginn des Hafturlaubs für alle Insassen um zwei Stunden nach hinten verlegt worden. (Welt über den Häftling Uli H.)

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Jemand, der kaum das Seepferdchen schafft, jemand, der auf der Schanze sein eigenes Leben gefährdet, und jemand, der zwar unfallfrei Schlepplift fahren kann, aber auf der Rennpiste herumeiert, soll sein komödiantisches Talent gerne zeigen dürfen – aber bitte nicht beim größten Sportfest der Welt und bei anderen Welttitelkämpfen. (Frankfurter Rundschau über sogenannte Exoten)

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Last not least wird Carlo Thränhardt Fitnesscoach des deutschen Teams, das ist der frühere Hochspringer, der seinen letzten großen Auftritt vor zehn Jahren hatte – im Dschungelcamp. Ein echt cooles Team also für die deutsche Tennis-Nationalmannschaft. (FAS)

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Beim Fußball ist es wie in allen Weltreligionen: Die Idee ist groß und erhaben, der Mensch aber schwach und sündig. (…) Wenn der Fan wieder einmal randaliert und brandschatzt, (…) das ist dann so wie mit dem Islam und dem Islamismus – das eine hat mit dem anderen ja nichts zu tun, sagen die wahren Gläubigen. (aus einem Kommentar in der Welt)

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»Er (…) konnte etwas Berserkerhaftes an sich haben. Wenn man einmal mit Werner Fußball gespielt hat (…), weiß man: Das ist auf jeden Fall gefährlich, ob man nun in derselben Mannschaft mit ihm spielt oder in der gegnerischen. In Abwandlung eines Filmtitels von ihm galt da: Jeder für sich und Werner gegen alle.« (Regisseur Wim Wenders im FAZ-Interview über Regisseur Werner Herzog)

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»Der Mensch ist dem Mensch ein Nachbar. Das ist schlimm genug. (…) Es ist doch die Nähe, die der Mensch nicht aushält. In unserem Stück sagt der Nachbar: ›Ich brauche keine Religion, um jemanden umzubringen.‹ Da hat er recht.« (Gerhard Polt – neues Stück: »Ekzem Homo« – im Spiegel-Interview) (gw)

* (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle