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Montag, 16. Februar, 9.40 Uhr

Wegen des Karneval-Terrors kann man sich ja nicht mehr auf die Straße wagen! Ist solch ein faschings- und terrorveralbernder Satz noch von der Meinungsfreiheit gedeckt? Oder gibt es dafür 100 Hiebe mit der Narrenklatsche auf den nackten Po? Oder wäre das schon wieder ein Wunschtraum, dem Herrchen eine Domina und Hausweibchen ein Film zum Buch erfüllen soll?

Na ja, als Büttenredner beim rabenschwarzen Kappenabend würde ich keinen Tusch abkriegen. Was anderes wollte ich eigentlich kurz anmerken: Die “Tagesschau” steht ja seit einiger Zeit in der Medienkritik. Zu verschnarcht, unbeweglich, verlautbarungsmäßig und zudem noch tendenziös (Ukraine usw.) sei sie, was ihre Verantwortlichen natürlich empört bestreiten. Aber gestern Abend, 20 Uhr: Die “Tagesschau” beginnt mit den Hamburger Wahlen … und bleibt bei den Hamburger Wahlen … und bleibt … und bleibt, und erst nachdem jede Partei ihren Sprecher und dessen loriotmäßig vorhersehbares Statement in der “Tagesschau” untergebracht hat, werden, nach dem abgesagten Karnevalszug in Braunschweig,  ganz zum Schluss noch der Anschlag in Kopenhagen und der Waffenstillstand in der Ukraine abgehandelt. Von Griechenland und dem Treffen heute gar kein Wort (oder war ich da schon eingepennt?). Die wirklich wichtigen Ereignisse in der Welt wurden in der “Tagesschau” von einer vergleichsweise sehr unerheblichen Wahl in einem deutschen Kleinstland mit einem zudem erwartbaren Ergebnis erschlagen.

Fällt mir nur gerade ein, weil ich aus den für “Ohne weitere Worte” gesammelten Zitaten  über die Hälfte aussortiert habe, weil sie Ukraine, Terror und Griechenland zum Thema hatten und daher den Sport in der SPORT-Kolumne (dass der “Anstoß” eine Sportkolumne ist, sollten die Leser und ich nicht vergessen, obwohl ich das oft tue, was wiederum den Lesern besser gefällt als eine Nursportkolumne, aber ich drehe mich jetzt im Kreis, Klammer zu:)  zu sehr dominiert hätten.

Und das muss für Rosenmontag genügen. Ich wag mich jetzt auf die Straße. Helau!

 

Baumhausbeichte - Novelle