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Ohne weitere Worte (vom 10. Februar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Für die Klubs ist die Beraterschwemme eine Plage. Schon 13-Jährige haben heute Agenten. Für manche Eltern seien sie ein Statussymbol, sagt Heribert Bruchhagen (…): »Früher ist man mit dem Mercedes zur Kirche gefahren, um die Leute zu beeindrucken, heute zeigt man eben den Spielerberater.« (Spiegel)

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Kann sich der FCA (…) dauerhaft in der 1. Liga behaupten? – »Nein, das können wir nicht. (…) Wir werden nie höhere Marketingeinnahmen haben als Frankfurt oder Hertha, das ist ausgeschlossen aufgrund der wirtschaftlichen Struktur.« (FCA-Vorstandsvorsitzender Klaus Hofmann im Kicker-Interview)

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Augsburger Scheinzwerge (Überschrift in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zum FCA-Höhenflug)

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Schwäbischer Scheinzwerg (Überschrift in der Süddeutschen Zeitung zum FCA-Höhenflug)

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Scheinzwerg aus Schwaben (Spiegel online im Januar 2008 über die Südwestdeutsche Medienholding/SWMH, Mehrheitseigner der Süddeutschen Zeitung)

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Sie kaufen alles, was sie nicht haben. (…) Am Freitag soll ein Gemälde von Paul Gauguin für die neue Weltrekordsumme von 300 Millionen Euro ins Emirat verscherbelt worden sein. (…) Schließlich kursiert ein Gerücht, wonach Bayern-Trainer Pep Guardiola angeheuert werden und eine Mannschaft aus aller Herren Ländern fit machen soll. (…) Wer 300 Millionen Dollar für einen echten Gauguin hinblättert, der kann sich auch einen echten Guardiola leisten. (FAS zum Thema Katar)

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Franco di Santo, dessen Name sich, frei übersetzt, so anhört, als hätte sich Papst Franziskus, ein Landsmann, einen Fußball-Künstlernamen zugelegt: Franz der Heilige (aus »Eichlers Eurogoals« bei FAZ online)

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Er hebt die Stimme in dem Maße, wie man als Laie die Details – hier die Spur verloren, dort den falschen Ski belastet – nicht mehr erkennen kann. Das ist ein interessanter Effekt, wenn man es mit Steffen Simon vergleicht, der beim Fußball in der »Sportschau« umso lauter brüllt, je klarer die Situation für jeden ist, der zusieht. (Tobias Rüther in seiner »Teletext«-FAS-Kolumne über den ZDF-Kommentator und Ex-Skiläufer Marco Büchel)

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Schlagzeilen machten in den USA die Suizide der früheren Football-Stars Ray Easterling und Dave Duerson. Sie litten an schweren Depressionen und Demenz. Die tödlichen Schüsse gaben sie sich ins Herz, damit ihr krankes Gehirn für die Wissenschaft erhalten bleibt. (Frankfurter Rundschau)

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Sie sind 1,70 Meter groß. Wäre Ihr Leben anders verlaufen, wenn Sie 1,85 Meter groß wären? – »Großgewachsene Menschen müssen nicht den Ehrgeiz entwickeln, hochzuspringen.« (Verleger Hubert Burda im SZ-Magazin)

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»Wir leben in einer Zeit des pseudo-informierten Analphabetentums. Was ich in den Medien lese oder höre, ist fast nur noch Schrott.« (Fritz J. Raddatz, Autor und Kritiker, in der Frankfurter Rundschau)

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»Das ist doch irre, dass dieser Wachstumsgedanke dermaßen in uns eingepflanzt wird!« (Harald Lesch, Physiker, Naturphilosoph und Fernsehmoderator, im SZ-Interview)

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Griechenland ächzt unter dem Sparkurs. Und wie bei einem Kind, das viel Lebertran schlucken muss, siegt irgendwann der Trotz, und es haut die bittere Medizin weg. (Wolfgang Büscher, Auto und Reporter, in der Welt)

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Im Lauf der Jahre hatten Sie mehrere Professuren. – »Ja, das war angenehm, so ein regelmäßiges Einkommen. (…) Aber ich merkte schnell, dass ich nicht unterrichten kann. (…) In Frankfurt saß ich mal auf der Treppe vor der Uni, blau wie ein Veilchen. Da setzte sich ein Penner zu mir und nahm mir das Würstchen weg. Das reichte mir. Am nächsten Tag kündigte ich.« (Ulrich Rückriem, Steinmetz und Künstler, im SZ-Interview)

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Es ist viel passiert zuletzt. Pegida, Paris, Ukraine. Wird man da beeinflusst, bauen Sie etwas ein? – »Ich weniger. (…) Es geht, wie ich immer sage, nicht um die Aktualität, es geht ums Akute. Das ist nach wie vor der Mensch. Der Mensch, der dem Menschen ein Mensch ist, das ist immer noch das Thema, das mich am meisten interessiert.« (Gerhard Polt im SZ-Interview über das neue Polt-/Well-Stück »Ekzem Homo«) (gw)

* (www.anstoss-gw.de   Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle