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Neun kamen durch (WBI-Auflösung)

Der »Dreipfünder« (Rainer Woltmann/Gießen: »Eher ein Dreitonner«) war schwierig genug, um das Feld gleich zu Beginn der fünften Jahresrunde auseinander zu ziehen, aber nicht schwierig genug für immerhin neun Teilnehmer, die auf die volle Punktzahl kamen. Sogar die »ewige« Rangliste bekommt ganz vorne ein neues Bild: Rüdiger Schlick holt einen Punkt auf und zieht mit Walther Roeber gleich (beide 74 Punkte), der ausgerechnet an der dritten und nach meinem Gefühl leichtesten Aufgabe scheiterte – wie viele andere auch. Einige WBI-Asse gingen sogar gänzlich punktleer aus – das gab’s bisher nur selten.
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Ich hatte bei »C« den allzu verräterischen Original-Text nur leicht verändert, Namen weg- und eine Szene ausgelassen. Hier die Originalversion: »Ich habe noch kein Auge zugetan. Dabei ist es vier Uhr früh. Aber was für ein Tag liegt hinter uns! Helmut dreht sich mit einem Ruck zu mir hin: ›Mensch, ich kann und kann es einfach nicht glauben! Weißt du noch, mit welchem Bammel wir in die Schweiz gefahren sind?‹ Mit beiden Beinen strampelt er seine Decke weg, springt aus dem Bett, schlägt einen Salto und liegt auch schon wieder in den Federn. Und weil der ›Boss‹, wie Helmut bei uns heißt, nun schon auf dem Balkon steht, gibt er an diesem letzten Morgen in Spiez noch einmal mit voller Lautstärke seine Essener Marktfrau zum besten: ›Prima schnittfeste Tomaten, Leut! Die prima Oma-Lutsch-Birnen für zahnlose Großmütter!.‹« – Aaach so!!!, stöhnen jetzt einige auf …
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Die komplette Lösung wird von Dr. Paul Limberg aus Linden übernommen, der damit auch in der Gesamtwertung (67 Punkte) weiter nach vorne kommt:
»Bei A geht es offensichtlich um einen Autor, in dessen Werk Baseball, dieser für mich in jeder Hinsicht völlig unverständliche Sport, eine wichtige Rolle spielt. Nun gibt es ja eine ganze Reihe von Romanen amerikanischer Autoren, die dieses Sujet bearbeiten, zuletzt Chad Harbachs ›Die Kunst des Feldspiels‹. Der ist hier aber nicht gemeint, sondern Don de Lillo, und Sie haben aus dem rasanten Eingangskapitel von ›Unterwelt‹ zitiert.
Für B haben mich Erinnerungen an Zeitungs- bzw. Magazinberichte oder auch Literatursendungen in Funk und Fernsehen – ich weiß es wirklich nicht mehr – auf eine Fährte geführt, die dann durch Google-Recherche zu bestätigen war.Daher nun meine starke Vermutung, dass es sich hier um den amerikanischen Schriftsteller Richard Ford handelt.
Schließlich noch C. Fußball- (und nicht »FIFA«-) Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz. In der Nacht nach dem Endspielsieg über Ungarn finden die Zimmergenossen Fritz (Walter) und Helmut (Rahn) in ihren Hotelbetten keine Ruhe. Besonders der sensible Fritz hängt seinen eher trüben Gedanken nach. Ich glaube, die zitierte Passage mit der Weltschmerzanwandlung nach dem sensationellen Triumph stammt aus dem Buch »3:2« von Fritz Walter (oder einem einfühlsamen Co-Autor). Ende der 1950er Jahre war das für mich absolute Lieblingslektüre, übertroffen nur noch von ›Elf rote Jäger‹, ebenfalls von Fritz Walter, aber dieses Werk wäre heute aus pc-Gründen wohl nicht mehr auf der Liste empfohlener Jugendliteratur zu finden.
Zusammenfassend also folgende Lösungsvorschläge: A) Don de Lillo; B) Richard Ford; C) Fritz Walter.«
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Alles richtig! Nicht richtig sind u. a. diese genannten Autoren-Namen: Carol Joyce Oates, Chad Harbach, John Grisham, Horst Eckel, Peter Handke, Sönke Wortmann, Hans Georg Aschenbach, Ernest Hemingway, Franz Beckenbauer, Michael Shaara, Lance Armstrong, Helmut Rahn (mit »Alternativlösung Fritz Walter« – ganz knapp vorbei, lieber Herr Born!), Matthias Beltz, Heinrich Böll, Ray Robinson, Sir Edmund Hillary, Paul Watzlawick, Thornton Wilder und Sepp Herberger
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Drei Punkte: Thomas Buch (Friedberg), Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), Ulrich Hermann (Friedberg), Dr. Paul Limberg (Linden), Dieter Neil (Großen-Buseck), Karola Schleiter (Florstadt), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-Nieder-Ohmen), Jochen Schneider (Butzbach)
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Zwei Punkte: Helmuth Born (Karben), Detlef Hartig (Nidderau), Doris Heyer (Staufenberg-Treis), Uwe-Karsten Hoffmann (Bad Nauheim), Alex Kniss (Niddatal), Uwe Paulus (Biebertal), Walther Roeber (Bad Nauheim), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Manfred Stein (Feldatal), Klaus-Dieter Willers (Hungen), Ingrid Wittich (Mücke-Merlau)
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Ein Punkt: Helmut Bender (Linden), Dr. Sylvia Börgens (Wölfersheim), Beate Dachauer (Butzbach), Andreas u. Reinhold Kreiling (Gießen-Wieseck), Theo Nauheimer (Buseck), Klaus Philippi (Staufenberg-Treis), Jens Roggenbuck (Staufenb.-Mainzlar), Reinhard Schmandt (Pohlheim)
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Glückwunsch an alle und: Respekt! Wer diesmal nicht punktete, darf auf die nächste Runde hoffen, denn dann wird es wieder um drei Punkte gehen. Bis dann! (gw)
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(www.anstoss-gw.de gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle