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Horst Beisheim: Hackevoll mit 1,6

Noch verwunderlicher ist, dass man bis in die 60er Jahre »hackevoll«, um Ihre Begrifflichkeit an dieser Stelle zu verwenden, Auto fahren durfte; die Rechtsprechung sah erst bei mehr als 1,5‰ absolute Fahruntüchtigkeit.
In seinem Urteil vom 12.07.1960 bestätigt der BGH die Ausführungen des OLG Nürnberg als Berufungsgerichts:
“… Das Berufungsgericht hat ausgeführt: Bei einem Blutalkoholgehalt in dieser Größenordnung liege normalerweise noch keine Fahruntüchtigkeit vor, zumindest keine solche, die für andere erkennbar hervortrete. Grundsätzlich werde bei Autofahrern erst bei Blutalkoholwerten ab 0,8 Promille relative Fahruntüchtigkeit und bei Werten von 1,5 Promille an aufwärts absolute Fahruntüchtigkeit angenommen. Dafür, daß beim Beklagten ein Ausnahmefall vorgelegen habe, seien keine Anhaltspunkte gegeben.«

Manch einer wird sagen, ja ja, die guten alten Zeiten – wir politisch Korrekten natürlich nicht. Auch wenn wir aus Nordhessen kommen und es dort früher überhaupt keine Grenze gab, außer jener, die dann Ende der 80iger Jahre eingerissen wurde.  (Horst Beisheim/Rödgen)

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