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Alexander Jörg: Broder und Handball

Ich habe gerade Ihren Blogbeitrag über
den Artikel von Herrn Broder gelesen.

Den Artikel selbst habe ich vergangene
Woche schon gelesen, auch da habe ich mir schon gedacht, wie schön es zum
einen ist, dass es immer noch Menschen gibt, die öffentlich in dieser Form
Ihre Meinung äußern können, und wie schade es ist, dass die politische
Korrektheit ihm dies gestattet, ganz einfach weil er Jude ist. Schade,
dass er nicht massentauglicher ist. Ich kann Ihnen das Buch “Kritik
der reinen Toleranz” von Broder empfehlen. Das ist zwar inzwischen
bereits ein paar Jahre alt, ist aber in Zeiten von Charlie Hebdo, Pegida
und der daraus resultierenden (nicht) Debatte eine interessante Lektüre.

Zu dem, was ich Ihnen eigentlich schreiben
wollte :

Ich habe mir gestern als Fußballer das
Handballspiel gegen Katar angesehen, was ich zu größeren Ereignissen immer
wieder ganz gerne tue, ohne den Bundesligaalltag zu verfolgen.

Schön, dass Sie auf die Wildcard-”Qualifikation”
aus kommerziellen Gründen hinweisen, die bei einer Niederlage gegen ein
“zusammengekauftes” Team gerne vergessen wird. Wie man beim sportlichen
Gegner Dinge kritisieren kann, die auf einen selbst so offensichtlich ebenfalls
zutreffen…

Im Spiel ist mir als Fußballer eine
Sache extrem aufgefallen. Die von den Kommentatoren kritisierte Schiedsrichterleistung,
zu der ich mir kein Urteil bilden kann, da ich mich dafür im Handball zu
wenig auskenne, wurde ausschließlich von den Kommentatoren kritisiert,
nicht von den Spielern auf dem Platz. Ich dachte mir die ganze Zeit, Wahnsinn,
wie ruhig die Spieler das äußerlich akzeptieren, beim Fußball gäbe es klassenunabhängig
Tumulte, bei jeder strittigen Szene. Ich habe dann gesehen, dass es im
Handball eine 2+2 Minuten Strafe gibt, also, dass eine Zeitstrafe bei Meckern
ganz einfach verdoppelt wird (wenn das so korrekt ist). Was für eine einfache,
aber effektive Methode das Ganze zu unterbinden.

Ich denke hier könnte der Fußball vom
Handball lernen, und für Meckern und/oder Unsportlichkeiten einfach die
Strafe adaptieren oder anpassen (5 Minuten?). Ich kann mir vorstellen,
dass das nach einer kurzen Eingewöhnungszeit den Fußball wieder ein wenig
erträglicher gestalten könnte. (Alexander Jörg)

Baumhausbeichte - Novelle