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Ohne weitere Worte (vom 27. Januar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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»Ich weiß schon länger, dass bei den Bayern Kommerz Ethik schlägt und sich im Zweifel auf die Seite des Geldbeutels gestellt wird.« (Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger im FAZ-Interview)

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Ach, Theo, geht’s Dir gut? Fehlt dir was (außer öffentlicher Aufmerksamkeit)? Spricht hier tatsächlich derselbe Zwanziger zu uns, der sich als DFB-Präsident so engagiert bei jeder Gelegenheit im Licht des FC Bayern gesonnt hat? Und vor allem: Spricht er über den gleichen Fußballklub wie damals, als er gar kein Ende fand beim Lobhudeln? (aus »Rot & Spiele«, Kolumne auf der Bayern-Homepage)

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Die bemerkenswerteste Statistik aber umfasst seine gesamten fünfeinhalb Jahre bei den Bayern. Er hat es geschafft, was noch keinem Spieler der Bundesliga-Historie gelungen war. Stand Robben auf dem Platz, erzielte er insgesamt mehr Tore als alle elf Spieler der gegnerischen Mannschaft zusammen. Zwischenstand im Duell Robben gegen den Rest der Welt: 66:65. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung über den »besten Ausländer, den die Bundesliga bisher sah«)

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»Ich bin 47, und soweit ich mich erinnern kann, habe ich bisher 46,5 gute Jahre gehabt.« (Jürgen Klopp im Sport-Bild-Interview)

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Auch in der BVB-Führung fragen sie sich jetzt, ob sie zu viele nette Spieler haben. Spieler wie den Armenier Henrich Mchitarjan, der im Restaurant 20 Minuten lang sein Essen kalt werden lässt, bis auch die anderen am Tisch bedient werden. (Spiegel)

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Es gibt Staatsanwälte, die Angst vor Ihnen haben. – (…) »Es muss klar sein, dass da jemand sitzt, den man nicht wegräumen kann. Das ist (…) wie im Fußball. Da muss man auch hin und wieder die Blutgrätsche ansetzen, um Respekt zu bekommen.« (Sven Thomas, Strafverteidiger u.a. von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, im Interview der Süddeutschen Zeitung)

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Es gibt unter Fußballspielern eine auffällige Tendenz zur rhetorischen Demut, zum flachen Ball. (…) Ich selbst bin egal, sagt der artige Weltstar von heute, ich bin aber froh, dass ich »der Mannschaft helfen konnte«. (…) Was uns zu Christiano Ronaldo bringt. (…) Seine Dankesrede (…) enthielt all das, was in den meisten Interviews mit Fußballspielern nicht vorkommt. Der letzte Laut, die Essenz dieser Rede, war ein Brunft-, Röhr- oder Warnlaut aus dem Rotwildmilieu. (…) Mit einem »Respekt für die Mannschaft«, einem »Dank an die Jungs« kommt man vielleicht in die »Bravo«. Aber zum Weltfußballer wird man so nicht. (Peter Kümmel in seiner Zeit-Kolumne)

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Das ist eine Frage (…), was es ganz grundsätzlich mit dem Charakter von Spielern macht, wenn sie mit 23 Jahren zweimal Meister sind, aber mit 24 auch schon ein Champions-League-Finale verloren haben. Vielleicht das einzige in ihrer Karriere, in der 89. Minute. Und mit 25 ein deutsches Pokalfinale, bei dem sie sich um den Sieg betrogen fühlten. Dazu dann noch die üblichen Kopfverdreher der Branche: Berater mit Angeboten, Freundinnen mit Ansprüchen, Autos mit AMG-Tuning. (Spiegel)

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»Auf der Tribüne registriere ich es kaum noch, wenn die Fans sauer auf den Schiri sind und ›Hoyzer, Hoyzer‹ rufen. Ich bin manchmal selbst so (…) stinkig auf den Schiri, dass ich fast mitschreie.« (Robert Hoyzer im Sport-Bild-Interview)

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»Es gibt allerdings eine Lücke, die kannst du nie mehr schließen. Das ist die zwischen Bayern München und dem Rest der Liga. (Rudi Völler im Kicker-Interview)

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»Das Wort nie würde ich nie in den Mund nehmen.« (Völler-Dementi im FAS-Interview / er habe »nicht« statt »nie« gesagt) (gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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