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Ohne weitere Worte (vom 20. Januar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Wenn sich einer mal derart (…) inszeniert wie Cristiano Ronaldo, ist das eine wohltuende Abwechslung zu den verhuschten Sportstars, die in Deutschland vor die Mikrofone treten und vorher von ihren (….) PR- und Stilberatern zu äußerster Demut und rührender Menschlichkeit verpflichtet wurden. (…) Jenseits von Spielfeld und kurzen Hemdchen wirken die Helden oft so ungelenk aufgezwirnt wie Banklehrlinge. (…) Ronaldo funktioniert auch im Smoking. (aus der Stilkolumne »Ladies & Gentlemen« der Süddeutschen Zeitung)

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Ronaldos Jahresverdienst wird auf rund 40 Millionen Euro geschätzt, was nicht ganz so schlecht ist, aber noch Luft nach oben lässt, wenn man bedenkt, dass der amerikanische Superboxer Floyd Mayweather junior diese Summe für einen einzigen Kampf kassiert. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

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Hubertus Hess-Grunewald (…) verriet (…) nun, dass er ab dem neunten Lebensjahr alle Werder-Jugendteams durchlief. (…) Mit Beginn des Studiums endete die Laufbahn. (…) Dafür habe er bei Werder dann »das Kunststück fertiggebracht, direkt aus der A-Jugend in die Alten Herren zu wechseln«. (Kicker über den neuen Werder-Geschäftsführer)

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»Für mich sind Männer- und Frauenfußball zwei verschiedene Sportarten.« (Frauen-Welttrainer Ralf Kellermann im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)

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Irgendwann saß ich tief in der Nacht in einer Bar und hörte Lothar Matthäus zu, der immer noch eine Frage beantwortete, die ich ihm vor Stunden gestellt hatte. (Alexander Osang im Spiegel)

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»Wenn man erfolgreich ist, wird genauso viel Quatsch hineininterpretiert, wie wenn es nicht läuft.« (Thomas Schaaf im Kicker-Interview)

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»Wir haben eigentlich nichts gemeinsam, aber wir verstehen uns sehr gut. (…) Da funktioniert Handball anders als Fußball.« (Nationaltorhüter Silvio Heinevetter über Nationaltorhüter Carsten Lichtlein, zitiert in der FAS)

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Ex-BVB-Boss Niebaum steht vor Gericht. Hier bricht er sein Schweigen. (Sport-Bild-Überschrift)

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Zum Prozess will sich der frühere Rechtsanwalt und Notar nicht äußern. Aber wie geht es ihm? Niebaum: »Ich wohne in Dortmund. Mir geht es gut.« (Sport-Bild-Text)

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»Warum bist du eigentlich Bayern-Fan? Die sind doch gar nicht deine Liga!« (Ehefrau zum biertrinkenden Mann auf der Couch vor dem Fernseher / Comic-Strip-Sprechblase im Spiegel)

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In seiner Pauschalität ist der Begriff gewiss so falsch, wie es die »Wahrheitspresse« wäre. (Neue Zürcher Zeitung über das deutsche »Unwort des Jahres« »Lügenpresse«)

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»Gott kann man nicht lästern. Zum einen, weil es ihn möglicherweise gar nicht gibt. Und wenn es ihn gibt, dann ist er so groß und mächtig und so unfassbar, dass er unsere kleinen Anwürfe spielend überlebt. Kein Gott kann so armselig sein, dass er diese Psychopathen braucht, die momentan als seine Krieger durch die Welt ziehen. (Kabarettist Sigi Zimmerschied im SZ-Interview)

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Charlie ist der beliebteste Jungenname, und Satiriker stellen die angesehenste Berufsgruppe in Deutschland, mit weitem Abstand vor Feuerwehrleuten und Krankenschwestern, hat eine aktuelle Umfrage ergeben. (…) Jeder zehnte Bundesbürger würde sich lieber von einem Satiriker behandeln lassen als von einem Urologen. (»Zippert zappt« in der Welt)

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»Humor ist ein bisschen wie die distanzierte Sicht eines Aliens.« (die israelische Regisseurin Yael Ronen im SZ-Interview) (gw)

* (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle