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Ohne weitere Worte (vom 13. Januar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Ich wünsche mir … dass Jürgen Klopp die Nerven behält. (»Ein nachgereichter ganz pragmatischer Wunschzettel« von Zeit-Autor Moritz Müller-Wirth)
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Diese neue Welt des globalen Medien-Spiels braucht individuelle Wahlen, die polarisieren, weil sie immer gegen irgendwen ungerecht sind; braucht gerührte Sieger auf der Bühne und beleidigte Diven, die sich unten im Rang vergeblich um einen neutralen Gesichtsausdruck bemühen. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zur Weltfußballer-Wahl)
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… dass Manuel Neuer in der Rückrunde mehr als im Durchschnitt einen Ball pro Halbzeit parieren muss. (Zeit-Wunschzettel)
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»Ich befürchte, dass irgendwann der Video-Beweis kommt. (…) Und dann wird das Spiel, das ich auf der Straße gelernt habe, kaputtgehen. Ab kleinster Kindheit wird gemogelt. Wir haben auf dem Schulheimweg unsere Tornister als Tore postiert und im nächsten Moment den Abstand verringert, wenn der Gegner angriff.« (Ex-Nationaltorhüter Hans Tilkowski, 79, im Sport-Bild-Interview)
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»Ich hatte immer zwei linke Füße. Und der Klassiker in der Schule war, dass ich als einer der Letzten gewählt wurde, weil schon alle wussten: Mit dem Ball kann er nicht umgehen.« (»Auf uns«-Sänger Andreas Bourani in der FAS)
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… dass wir von den TV-Kommentatoren das Wort »Umschaltspiel« nur noch in gut begründeten Notfällen hören müssen. (Zeit-Wunschzettel)
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Das Schöne an Lukas Podolski ist, dass er wirklich Lukas Podolski ist. Authentisch, so darf man das ruhig nennen. Und dazu gehört es, dass er, auch wenn er selbstverständlich einen Berater hat, sich nicht zwingend so verhält, als hätte er einen. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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Wer hätte das gedacht: Ausgerechnet im stets leicht verkühlten und versnobten Mailand ist Poldi in seinem Element. Innerhalb von wenigen Tagen hat die notorische Frohnatur sogar die miesepetrigen Interisti aus ihrer gepflegten Winter-Melancholie gerissen. Schluss mit der Griesgrämigkeit, jetzt wird nach vorn gelebt und gespielt! (Süddeutsche Zeitung)
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… dass Lukas Podolski bei Inter Mailand bald in einem Atemzug mit seinen Vorgängern Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann genannt wird. (Zeit-Wunschzettel)
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Ein anderer Nationalspieler schaffte sich zwar ein halbes Dutzend Sportwagen an, kannte aber trotzdem genau seine Grenzen: Zum Rangieren rief er das Ordnungspersonal – weil er nicht einparken konnte. (SZ)
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… das erste unabhängig geführte, ausführliche Interview mit Pep Guardiola. (Zeit-Wunschzettel)
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»Ich möchte das Mitgefühl für Michael Schumacher nicht kleinreden. Aber ich halte die Hysterie nach seinem Unfall oder auch die ›Ice Bucket Challenge‹ für eine Form von Eskapismus. In solchen Momenten können die Menschen für einen Moment Empathie spüren, ohne wirklich etwas zu riskieren, ohne in ihrem Weltbild erschüttert zu werden.« (Jean Ziegler, »Fahrer von Che Guevara, Professor für Soziologie, Konzernschreck«, im Spiegel-Interview)
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»Meine Eltern waren extrem links eingestellt. (…) Als mein Vater 60 wurde, habe ich ihm seine erste Uhr geschenkt, eine Rolex. Die musste ich ihm so schmackhaft machen, dass sogar Che Guevara eine hatte. Jetzt trägt er sie jeden Tag.« (Rapper Kool Savas im SZ-»Interview)
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Normalerweise werden Profisportler erst nach dem Karriereende alt und dick. Nicht so im Darts. Bei den Besten ihres Fachs (…) gehört die Plauze fast schon zum guten Ton. (FAS)
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Wie wird man Bankräuber? – »Tja, wie soll ich das erklären? Es war das, was ich am besten konnte. Jeder hat doch einen Beruf.« (Siegfried Massat, Ex-Bankräuber mit 30 Jahren Knast-Erfahrung, heute Berater von Sicherheitsfirmen, im FAS-Interview)
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… die Wahrheit über das lädierte Knie von Kevin-Prince Boateng. (Zeit-Wunschzettel) (gw)
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(www.anstoss-gw.de Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle