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Reinhard Schmandt: Müller-WBI

Diesmal hat es sehr gemüllert (»Müller« war die große Gemeinsamkeit aller 3 Gesuchter!)!
Meine Lösungen sind:
A Peter Müller (dä Aap), Profi-Boxer, geb. 24.2.1927, fünffacher deutscher Meister, früherer Melker
B Gerd Müller (»Der Bomber der Nation«), Fußball-Nationalspieler, geb. 3.11.1945, vierfacher deutscher Meister mit dem FC Bayern, gelernter Weber
C Ludwig Müller (»der Held von Augsburg«), Leichtathlet (Langstreckler), geb. 25.1.1932, fünffacher deutscher Meister, von Beruf Maurer
Macht summa summarum: 14 deutsche Meistertitel sowie die Summe der Geburtsjahre 1927+1945+1932= 5804
Welche Heldentaten verbrachten diese Sportler:
Peter Müller schlug am 8. Juni 1952 in Köln im Kampf um die Mittelgewichtsmeisterschaft gegen Hans Stretz den Ringrichter Max Pippow mit einem rechten Haken k.o. Dafür erhielt er eine lebenslange Sperre, die aber wieder aufgehoben wurde. Er trat in seiner Heimatstadt Köln bei Karnevalsveranstaltungen auf und spielte 1953 in den USA auf der Mundharmonika das Horst-Wessel-Lied, das er für die deutsche Nationalhymne hielt. Seinen Song »Ring frei, jetzt komme ich« habe ich heute noch im Ohr.
Alle Heldentaten von Gerd Müller aufzuzählen, hieße Eulen nach Athen tragen. Gefragt war nach dem Skandal nach Erringung der WM 1974: Mit seinen Äußerungen über den DFB, er hätte den Spielerfrauen in den Stadien schlechte Plätze zugewiesen und sie nicht zum Festbankett nach dem gewonnenen WM-Titel eingeladen. Außerdem habe der DFB zu niedrige Prämien für einen WM-Erfolg ausgelobt, trat er aus den Nationalmannschaft zurück. Auch sein Song »Dann macht es Bumm« ist mir noch bekannt. Seine Äußerung 1980 in einem Interview: »Ich glaube nicht, dass dieser Sport genauso populär wird wie unser traditioneller Fußball. Sie gehören doch hinter den Kochtopf. Meiner Frau würde ich nicht erlauben, Fußball zu spielen« machte ihn bei Freunden des Frauenfußballs nicht beliebt. Das Stadion in seiner Geburtsstadt Nördlingen wurde nach ihm benannt. Seine früheren Alkoholprobleme waren allgemein bekannt.
Am schwersten tat ich mir bei der Suche nach dem dritten Müller, obwohl ich auch dessen Heldentat als Junge mit verfolgt habe. Er wurde bekannt als »Held von Augsburg«, als er am 20. und 21. September 1958 im Augsburger Rosenaustadion beim Leichtathletik-Länderkampf gegen die damalige UdSSR überraschend die 5000 und 10.000 Meter gewann, was einer Sensation gleich kam, zumal damals die sowjetischen Leichtathleten als unbesiegbar galten. Der Gesamtsieg im Länderkampf wurde von der Presse mit dem »Wunder von Bern« verglichen. Müller hatte zu seiner aktiven Zeit ein Herzvolumen von mehr als 1300 cm3 und galt damit als medizinisches Wunder (Herzvolumen von Jan Ullrich: 1200 cm3).
Auf dass Du noch viele Kolumnen schreibst und uns mit Deinen Rätselaufgaben in Schwung hältst.
(Reinhard Schmandt/Pohlheim)

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