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Dr. Hans-Ulrich Hauschild: Heidegger und das “Auch”

Sie können  sich vorstellen,  dass Ihre Bemerkung zu Heidegger meine geschwächte Aufmerksamkeit erregt hat.  Jawohl, erregt. Das „Auch“ sticht in das Auge, um zu fragen, ganz wie Heidegger, dessen Philosophie nach eigenem Bekenntnis ja nicht Inhalt und Ziel,  sondern nur Frage ist, was denn das „Auch“ ist: versteht selbst Heidegger nichts von Fußball oder versteht er selbst (auch  und  sogar) von Fußball nichts, also auch von dem Eigentlichen im Jargon der Eigentlichkeit nichts?

Versteht sich: ich nehme dieses, nicht jenes an. Nun ja, vielleicht sogar von Fußball mehr als vom Rest. Denn: er hatte es  mit Hölderlin,  unserem Fußballexperten (ich habe Sie ja gewarnt, sich mit diesem einzulassen).  Zunächst heißt Existenz für Heidegger „sich sorgen“. Jedenfalls für den späten. Sorgen machen, sich um andere sorgen. Nun, der BVB ist und hat eine einzige Sorge, entspricht also der Heideggerschen Definition von Dasein vollständig.  Und Hölderlin, der mit dem Auf- und Abstieg?  Der, bei dem das Rettende fußballerisch immer im sofortigen Wiederaufstieg liegt?

Hier haben Sie es: seine philosophische Wende führte Heidegger ab Ende der 1930er Jahre zu Hölderlin, dessen Dichtung er als Geschick deutete. Klar? Geschick. Schicksal für Dortmund? Hölderlin sehe die  Gegenwart als Krise und fragt immer nach einer neuen Zukunft. Also: von Fußball versteht er doch etwas, der Heidegger, aber  nur, weil er unseren Hölderlin zu Hilfe nimmt. Von Philosophie weniger, ausweislich seines geistigen Meuchelmordes an Kant. Den verzeihe ich ihm nie. (Dr. Hans-Ulrich Hauschild/Gießen)

Baumhausbeichte - Novelle