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Samstag, 20. Dezember, 11.15 Uhr

“Ich sage nur ein Wort: Danke!” Danke, lieber “sk”, mich vor einem peinlichen Lapsus bewahrt zu haben. Denn mit dem bekannten Hrubesch-Zitat hatte  ich die Samstags-Kolumne beendet, in meiner Schludrigkeit das “vielen” vor Dank verschlampend, was den ganzen Gag vermasselte, aber “sk”, mein persönlicher Korrekturleser, im Nebenberuf WZ-Chef, hat’s gemerkt und sogar auf youtube den echten Hrubesch gefunden. So konnte ich sogar erstmals das korrekte Zitat anbringen, denn Hrubesch hatte im Original nicht “vielen”, sondern herzlichen Dank” gesagt.

Wenn ich schon mal am Blog-Schreiben bin, kann ich ja auch ein bisschen im Stein(es)bruch vorarbeiten. Zitat für “Ohne weitere Worte”: “Auf Asche, wie ich damals, würde er 10,5 laufen. Auf den ersten 20 Metern käme er mit seiner Statur gar nicht weg.” (Armin Hary, erster 10,0-Läufer, in “Sport-Bild”).

Hieße die Dienstags-Kolumne “Mit weiteren Worten”, müsste ich ergänzen: Typisch selbsterhöhendes Nostalgiegeschwätz. Hary hatte den Vorteil der Handstoppung, die den Nachteil der Aschenbahn mindestens ausglich. Bolt würde auch auf Asche in Bestform deutlich schneller als Hary laufen. Aber den Reiz, auch für mich, von “Ohne weitere Worte” macht ja gerade die Ergänzungslosigkeit aus, der Leser soll selbst entscheiden, was er, im Sinne der ständigen Eingangsworte, für klug, richtig, dümmlich, seltsam oder informativ hält. Zum Beispiel kürzlich, als ich SZ-online zitierte, wo kritisiert wurde, dass Klopp nicht die Kämpfertypen Großkreutz und Kagawa eingewechselt hat. Mit weiteren Worten hätte ich ergänzt: Großkreutz konnte nicht eingewechselt werden, weil er gar nicht im Kader war, und Kagawa als Kämpfertyp, der die Ärmel aufkrempelt, das ist eine sehr exklusive SZ-online-Meinung.

Noch mal zu Hary: Im “Sport-Bild”-Bericht (“Deutschlands Schnellster sammelt Geld für arme Talente”) über ihn stand nur Positives, die seltsamen Kapriolen in Harys späterem Leben wurden nicht erwähnt, obwohl bekannt und sehr interessant (WBI-Teilnehmer erinnern sich). Aber nicht das hat mich irritiert, sondern diese Passage: “Nun hat er ein Fotobuch über seine Karriere herausgebracht. Mindestens 25 Euro je Exemplar fließen an die Kinder.” Die Irritation resultiert aus dem diekt daneben stehenden Info-Kästchen: “Literatur: ‘Läufer des Jahrhunderts’ von Knut Teske (Die Werkstatt, Preis: 24,90 Euro).” Schludrigkeit, wie (siehe oben) von mir? Oder sind es zwei verschiedene Bücher?

(Stich-)Wortsammlung:

Gemischtes Doppel / Tiefschnee, Schnieftee, Powershoppen, Showerpoppen / Shopping-Queen, Schoppen-King / Akkusativ: Standstreifen, Strandsteifen / Standstreifenertüchtigung, Lichtraumprofilverengung / Jubelstaude – das alles, albern natürlich, in ernsteren Zusammenhang bringen: Muttersprache, Fremdsprache, Footbridge-Dilemma; evtll. zu Schlager-Texten übergehend.

Das alles in einen Zusammenhang bringen und in wenigen Sätzen zwischen zwei Sternchen in der Kolumne unterbringen, das ist meine ständige Herausforderung. Diesmal kaum zu schaffen, nehme ich an. Zumal es mit Sport nichts zu tun hat. Aber während ich dies schreibe, kommt mir die Idee: Das wäre doch ein schönes Thema für die nächste “Nach-Lese”, wenn ich mein altes Kind mal wieder babysitten darf.

Baumhausbeichte - Novelle