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Ohne weitere Worte (vom 16. Dezember)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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Die Mutter (…) fand die Idee, dass ihr Sohn nach Frankfurt wechselt, anfangs gar nicht so gut. (…) »Ich weiß noch, wie sie mir bei einem Besuch sagte, dass in Frankfurt doch lauter Kriminelle seien« (…), berichtet Bruchhagen. (Welt über den Wechsel von Alexander Meier 2004 zur Eintracht)

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Sie treffen mit der rechten Innenseite am besten. Was ist das Geheimnis? – »Spann kann ich halt nicht.« (…) – Mit links (…) treffen Sie auch nur ganz selten. – »Mein linker Fuß ist so gut wie mein rechter Spann.« (Alexander Meier im Sport-Bild-Interview)

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Jürgen Klopp hat viele gute Gründe für jede Maßnahme, aber warum am Samstag nicht zumindest gesunde, kämpferisch geneigte Spieler wie Kevin Großkreutz oder Shinji Kagawa wenigstens eingewechselt wurden, war schon ein Rätsel. (SZ online)

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Kagawa ist derzeit alles andere als robust: Nur selten konnte er sich in den vergangenen Wochen der engmaschigen Bewachung durch die Gegenspieler erwehren. Und die »knallharte Zweikampfführung«, die Klopp in der aktuellen Lage einfordert, war noch nie die Stärke Kagawas. (Welt)

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Als Hertha-Coach Jos Luhukay auch noch zur Lobeshymne ansetzte (»Jürgen hat eine fantastische Mannschaft und ist ein fantastischer Trainer«) brach Klopp kurz in sich zusammen. »Wir hören Woche für Woche, dass wir eine großartige Mannschaft haben. Doch die großartige Mannschaft hat großartige Probleme«, erwiderte der Dortmunder Coach. (FAZ online)

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»Ich hoffe, Jürgen Klopp hält das durch, dann werden sie nächstes Jahr vielleicht wieder deutscher Meister.« – (…) Sympathisieren Sie mit Dortmund? – »Nein, ich bin Fan von Bayern München. Das war ich früher nie. Aber die spielen so einen schönen Fußball, da lacht mir das Herz.« (Klaus Toppmöller im taz-Interview)

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Seine Finalamnesie (…) ist nicht überwunden, sondern scheint immer schlimmer zu werden (…). Nur so ist es zu erklären, dass sich der Gladbacher Mittelfeldspieler vor ein paar Monaten noch darüber beschwerte, dass er, der Leihspieler, wohl bald wieder nach Leverkusen zurückkehren muss. Menschenhandel und so. Und dass er in dieser Woche sagte, er sei überzeugt vom Leverkusener Konzept. Man muss wissen, dass Konzept in der Fußballersprache ein Synonym für Geld ist. (Zeit online über Christoph Kramer)

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»Ein Mannschaftsspieler tritt an, Samstag für Samstag, auch wenn er mal keine Lust hat.« – Ein Team verpflichtet! – »So ist es. Man muss durchhalten. Leider wird viel weniger zur Leistung angehalten. Unsere Generation erhielt früher einen Pokal für den Turniersieg. Heute gibt es schon einen für das Mitmachen.« (Top-Headhunter Clarke Murphy im FAS-Interview)

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Gab es Nahtoderfahrungen, an die er sich noch erinnern kann? (…) »Da kann ich nur sagen: Gar nichts, null.« Er bedaure es auch nicht. »Es sind ja Erfahrungen, von denen man im Zweifel gar nichts hat.« (Zeit über Peter Neururer, der nach einem Herzinfarkt vier Tage im Koma lag)

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Haben Sie es eigentlich persönlich genommen, dass Djokovic seinen Sohn nicht Boris, sondern Stefan genannt hat, wie Stefan Edberg? – »Ich habe ihn schon gefragt, woher Stefan kommt. Er sagte mir, das sei einer der ältesten serbischen Heiligen. Das hat mich schon beruhigt.« (Boris Becker im SZ-Interview)

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»Alle, die ihr Scheitern auf die Deutschen schieben, machen sich was vor. Deutschland ist ein gastfreundliches Land. Man muss hier nicht kriminell werden, weil man keine Chance hat. Die Gastfreundschaft, die du hier erfährst, bekommst du nirgendwo auf der Welt.« (Aykut Anhan alias Rapper »Haftbefehl« im Spiegel) (gw) * (www.anstoss-gw.de  gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle