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Ohne weitere Worte (vom 9. Dezember)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Erhellendes oder sonstwie Inter-essantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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»Unser Zusammentreffen war mein letztes Interview bei der Nationalelf. Man kann sagen: Auch da bin ich auf dem Höhepunkt meiner Karriere abgetreten …« (Per Mertesacker im Zeit-Doppelinterview mit ZDF-Reporter Boris Büchler über sein »Eistonnen«-Interview)
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»Ich liebe Chelsea, er Liverpool, sein Team ist scheisse, meines großartig. Es ist eine echte Freundschaft.« (Bob Geldof im Welt-am-Sonntag-Doppelinterview mit Campino)
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Klopp bleibt Klopp, auch in der Krise, (…) kämpferisch (…) und jederzeit humorvoll: »Wir wollen immer eine Saison mit Erinnerungswert spielen. Und das gelingt uns gerade ja eindrucksvoll.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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»Der Grund ist (…) in Klopps besonderer Spielanlage zu suchen. Der BVB braucht grundsätzlich höchste Anspannung, um überhaupt auf das Level zu kommen, das sein Spielverständnis verlangt. (…) Für die Champions League ist das (…) kein Problem. (…) Anders in der Liga: zweimal aufeinanderfolgend Meister, Champions-League-Qualifikation im Abonnement – alles schon gehabt. Es bleibt so gesehen nur noch eine echte Herausforderung, die auf den BVB unter Klopp wartet: Abstiegskampf.« (Martin Gessmann, Philosoph aus Offenbach, im Welt-Interview)
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»Wer nur Erfolg haben will, hat nur eine Chance: Bayern-Fan zu werden.« (Jürgen Klopp, zitiert u.a. vom Sport-Informationsdienst)
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Welche Teilhabe hat ein Fan an der 100-prozentigen VW-Tochter VfL? – »Die gleiche wie ein Anhänger von Borussia Dortmund. Der fühlt sich ja auch nicht der Aktiengesellschaft zugehörig, die an der Börse notiert ist, sondern dem Verein.« (Manager Klaus Allofs im taz-Interview)
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»Wir spielen oft im Garten Fußball. Inzwischen spielen die Kinder so gut, dass ich mich gelegentlich nur durch ein kleines Foul wehren kann. Dann zeigt mir mein Sohn die Rote Karte, die er ständig dabeihat. Vom Platz muss ich aber nicht, er will ja mit mir weiterspielen.« (Gerhard Schröder, angegebener Beruf: »Wirtschaftsberater«, im chrismon-Interview)
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Altkanzler Helmut Schmidt war im Laufe seiner Amtszeit an die hundert Mal bewusstlos. Das hat der beliebteste deutsche Politiker zugegeben. (…) Bedenkt man außerdem, wie viel Zeit Schmidt mit Kettenrauchen verbracht hat, und rechnet die Phasen der Bewusstlosigkeit hinzu, dann blieb ihm nicht viel Zeit zum Regieren bei vollem Bewusstsein. (»Zipperts Wort zum Sonntag« in der WamS)
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Hat nicht Herr Middelhoff (…) eine beunruhigende Ähnlichkeit mit (…) Tebartz-van Elst? Vereint nicht ihre Physiognomien eine Anmutung von Fanatismus und Ausgemergeltheit? Während der Letztere in brennender Vorfreude auf jenseitige Gnaden flackert, glüht und leuchtet Middelhoff schon im Diesseits von innen. Er glüht und glüht für sich selbst. Sein wahres Format sind Die Geissens. (Zeit)
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»Ich glaube (…), dass sie nur ein Symptom für den Konflikt zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung ist.« (Profigolfer Florian Fritsch im Spiegel über seine Flugangst)
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Deutschland diskutiert darüber, wie in Zukunft die Professorinnen und Professoren heißen sollen. Gesucht wird eine geschlechtsneutrale Bezeichnung. (…) Eine Berliner Professorenperson, die in der Genderforschung tätig ist, möchte künftig nur noch mit »Professx« angeredet werden. Ich finde, das Wort lässt sich nicht gut aussprechen. Ich habe es wirklich versucht. Man verrenkt sich fast den Kiefer und muss zum Kieferorthopädx. (Harald Martenstein in seiner Kolumne im Zeit-Magazin)
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»Letzten Endes führe ich ein trauriges Leben ohne Hoffnung, furchterregend und düster, ohne Ziel oder jegliche Bedeutung. (…) Sorry für die miese Stimmung. Hatten Sie einen guten Flug?« (Woody Allen im SZ-Interview)
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Es sind Populisten, die Populisten Populisten schimpfen. (FAS) (gw)
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(www.anstoss-gw.de  gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle