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Sonntag, 7. Dezember, 8.30 Uhr

Um halb acht beim Bäcker. Hell erleuchtet. Abgeschlossen. Macht erst um acht auf. Dann gibt es heute halt KSK: Kaffee, Spritzgebäck, Knicks.

Auf dem kurzen Weg erstmals seit dem Ruhestand wieder meine Sonntagsfrühmorgensendung im HR gehört. Der Weg in die Redaktion, mit Besinnlichkeitstexten im Auto und Naturerwachen draußen, war immer eine schöne Einstimmung in den langen Redaktionssonntag. Jetzt ist’s trotzdem schöner.

KSK (was ist das bloß für eine Abkürzung? Kenn ich doch irgendwie? Aber nein, ich googel das jetzt nicht).

“Ich googel das jetzt nicht”, solche Sätze schreibe ich doch sonst nicht, oder? Oder der Schlussabsatz des ersten Textes heute früh: Dreimal hintereinander “noch”, also noch und nöcher. Das muss bis zu den “Montagsthemen” aber besser werden!

Im HR auf dem Bäcker-Weg ein kurzer Beitrag über die “Aktivistin” (über das Reizwort habe ich kürzlich geätzt, glaube ich, da belasse ich es heute bei den Anführungszeichen), die vorige Weihnachten mit nackten Tittchen (das Diminutiv ist phänomeno-logisch angemessen) im Kölner Dom auf den Altar gehüpft ist. Jetzt wurde sie zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt. Man stelle sich bloß vor, sie wäre in, sagen wir mal, Saudi-Arabien beim Freitagsgebet nackisch in der Moschee rumgehüpft … na ja, das schreibe ich bloß, weil ich in der Sonntags-FAZ vorhin einen hübschen Satz für den Schluss der nächsten “Ohne weitere Worte”-Kolumne notiert habe: “Es sind Populisten, die Populisten Populisten schimpfen.” Das sollte ich nicht nur ab-, sondern auch mir hinter die Ohren schreiben.

Ebenfalls in der FAS gelesen, im Ressort “Beruf und Chance”, die Aufmacher-Überschrift: “Die Vorstandsfrau als Alibi ging in die Hose.” Beim ersten Überfliegen las ich: “Vorstandsfrau ging an die Hose”, und dachte: Aha, ein neuartiger Sexismus-Skandal, so nach dem Motto: Mann beißt Hund. Beim richtigen Lesen dachte ich (scheint mein Morgen-Ding zu sein) an frühere Zeiten, als ich nach einem Wettkampf unzufrieden war und einen über die Gründe nachfragenden jungen Journalisten anknurrte: “Wenn bei mir der Ausstoß nicht schnell genug ist, geht alles in die Hose.” Das war dann in der nächsten “Bild”-Ausgabe das “Zitat des Tages”.

Wenn mich nicht alles täuscht, wurde (und ist?) der junge Journalist “Bild”-Sportchef (oder sogar Chefredakteur? Auch das googel ich jetzt nicht).

Nach all den Ablenkungsmanövern muss ich nun aber wirklich ran an die “Montagsthemen”. Auf dem Zettel: Warum ich Neuer nicht zum Weltfußballer wählen würde (ich muss ja mal wieder aus dem Mainstream rausplantschen) / BVB-Serie, Zocken (Anm. für mich: im Blog nachgucken) und die 109. Bayern-Ecke / Friedel Schirmer (Anm. für mich: im Blog nachgucken) / Torlinien-Technik, Bruchhagen und die Unsportlichkeit / Ronaldo, Erpel, Gustav Gans (Anm. für mich: im gw-Archiv nachgucken), gehört zum Neuer-Thema / Basketball: Gießen – Heidelberg, Traditionsduell in unterer Spielklasse / Stevens und Bobic … schon ganz schön viel. Basketball bleibt wohl draußen, Stevens/Bobic  auch, weil zu böse (Stuttgarter Missgriffe, die ich ihnen gönne; ein Manager, der Manager wurde, weil er mal gut Fußball spielte, ein neuer Trainer, der Trainer wurde, weil er in altvorderen Zeiten ein teilzeiterfolgreicher Trainer war). Ja, wirklich zu böse. Außerdem: Selbst in einer Glosse, von Natur aus eine harmlose Sache, sollte man nicht apodiktisch abqualifizieren, wenn man nicht bestens informiert ist. Bin ich beim VfB (und bei vielem anderen) nicht, daher kein Thema (und im Blog bleibt es nur stehen, weil der als nicht zu korrigierender Spontanschrieb konzipiert ist).

Das war’s dann. Zunächst. Bis dann.

 

Baumhausbeichte - Novelle